Banken
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Swiss bank UBS CEO Sergio Ermotti addresses a news conference to present the company's results of the first quarter in Zurich May 6, 2014. UBS will revamp its corporate structure to ensure it can be more easily broken up in a crisis, cutting the amount of money it will need to set aside for potential losses under Swiss rules and allowing it to pay investors a special dividend.   REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: BUSINESS)

Sergio Ermotti, UBS-CEO, präsentiert in Zürich die Quartalszahlen der Grossbank (Mai 2014). Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Devisengeschäft

UBS zu 700 Millionen Busse wegen versuchter Devisen-Kursmanipulation verdonnert

Die Grossbank UBS hat sich im Fall Devisenmarktmanipulation mit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma), der US-Derivateaufsicht (CFTC) und der britischen Finanzmarktaufsicht (FCA) geeinigt. Insgesamt kostet die Bank die Beilegung des Problems 774 Millionen Franken. 



Während die Finma die UBS zur Zahlung von 134 Millionen Franken als Abführung von Gewinnen anwies, sind die Überweisungen an die US-Derivateaufsicht in Höhe von umgerechnet 281 Millionen Franken und an die britische FCA in Höhe von 359 Millionen Franken Strafzahlungen. Mit der Finma-Verfügung und den Vergleichen büsst die UBS dafür, dass ihre Mitarbeiter versucht haben, die Preise von Spot- und Benchmark-Sätzen von Devisenkursen zu manipulieren. 

Gemäss UBS-Communiqué haben sich dabei UBS-Mitarbeitende mit Angestellten anderer Banken abgesprochen. Die Einigung mit den Regulatoren beinhaltet daher auch Korrekturmassnahmen für die Prozesse der Bank und deren Unternehmenskultur, deren Umsetzung in vielen Fällen schon stattgefunden hat, wie die UBS mitteilte. 

Weltweite Ermittlungen 

Wegen möglicher Manipulation der Devisenmärkte und insbesondere darin wichtiger Referenzkurse haben in den in den vergangenen Monaten die Aufsichtsbehörden verschiedener Länder ermittelt. Die erste Behörde, die Abklärungen tätigte, war die britische Finanzmarktaufsicht FCA. Sie reagierte im Sommer 2013 auf Berichte, wonach sich mehrere Banken bei den Referenzwechselkursen für den Devisenhandel systematisch abgesprochen und damit Kunden ausgetrickst hätten. Im Herbst vergangenen Jahres leitete die FCA schliesslich eine formale Untersuchung ein. 

Ebenfalls im Oktober des vergangenen Jahres startete auch die Eidg. Finanzmarktaufsicht eine Untersuchung bei mehreren Schweizer Banken. Kurz darauf leitete auch die Wettbewerbskommission (Weko) eine Untersuchung gegen mehrere in- und ausländische Finanzinstitute ein. Im Dezember 2013 kündigte zudem die EU-Kommission Schritte gegen Banken wegen den Kurstricksereien an. Ermittlungen gegen eine ganze Reihe von Grossbanken strengten auch die Behörden in den USA an. 

Riesiger Markt

Die Auswirkungen von Manipulationen auf dem Devisenmarkt können markant sein. So werden pro Tag Währungen im Wert von mehr als 5 Billionen Dollar gehandelt. Die Referenzkurse dienen Unternehmen und Profi-Anlegern wie Investmentfonds dabei als Basis für ihre Währungsgeschäfte. 

Obwohl der Devisenhandel der grösste Markt im Finanzsystem ist, gilt er als am wenigsten reguliert. Das könnte sich bald ändern: Das mit der Reform des Finanzsektors beauftragte Financial Stability Board (FSB) will den G20-Staaten noch diese Woche erste Reformvorschläge präsentieren. 

Weitere Banken betroffen

Neben der UBS haben sich auch weitere Banken wegen Manipulationen auf den Devisenmärkten mit den US-amerikanischen und britischen Behörden geeinigt. Die Strafzahlungen an die US-Derivateaufsicht belaufen sich auf insgesamt 1,4 Milliarden Dollar. 

Bei der britischen Finanzmarktaufsicht wiederum werden Strafzahlungen in Höhe von 1,1 Milliarden Pfund eingehen, was rund 1,7 Milliarden Franken entspricht. Betroffen von den Strafen sind neben der UBS die Royal Bank of Scotland (RBS), die HSBC, JP Morgan und die Citigroup. 

Thema noch nicht vom Tisch

Mit den am Mittwoch bekannt gewordenen Vergleichen und Verfügungen ist für die UBS das Thema Manipulationen auf den Devisenmärkten noch keineswegs vom Tisch. Neben der Eidg. Finanzmarktaufsicht (Finma), der US-Derivateaufsicht CFTC und der britischen Finanzmarktaufsicht FCA haben nämlich noch weitere Behörden Untersuchungen gegen die UBS am Laufen. Ihr einstiges Fehlverhalten im Devisenhandel – ein Auge werfen die Behörden hauptsächlich auf die Jahre 2008 bis 2011 – dürfte die UBS also noch weiter beschäftigen. Es ist zudem auch damit zu rechnen, dass weitere Strafzahlungen anstehen. 

Entlassung und Suspendierungen 

Gegen die elf Mitarbeitenden, gegen welche die Finma nun Untersuchungen eingeleitet hat, hat die UBS nach eigenen Angaben bereits während den laufenden Untersuchungen Massnahmen ergriffen.

So sei es zu Entlassungen und Suspendierungen gekommen, hiess es bei der UBS-Medienstelle auf Anfrage. Die besagten Mitarbeiter seien in der Hierarchie alle nicht weit oben gestanden. Hauptsächlich habe es sich um Händler und ihre direkten Vorgesetzten gehandelt. (wst/sda)

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