Tennis
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

ATP Finals in London, Gruppe 2

Federer – Thiem 6:2 6:3

Anderson – Nishikori 6:0 6:1

Roger Federer of Switzerland celebrates after defeating Dominic Thiem of Austria in their ATP World Tour Finals men's singles tennis match at the O2 arena in London, Tuesday, Nov. 13, 2018. (AP Photo/Alastair Grant)

Federer lässt sich nach seinem klaren Sieg gegen Thiem feiern. Bild: AP/AP

«Es war eine Kopfsache»: Federer schlägt Thiem souverän und bleibt im Halbfinal-Rennen

Mit einem überzeugenden 6:2-6:3-Sieg gegen den Österreicher Dominic Thiem wahrte Roger Federer an den ATP Finals in London seine Chancen auf die Halbfinalqualifikation.



Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Trat Federer am Sonntag gegen den Japaner Kei Nishikori noch unsicher und äusserst fehlerhaft auf, ergriff er gegen Thiem sofort die Initiative, fand schnell seinen Rhythmus, schaffte früh ein Break und liess den Österreicher in der Folge nie mehr ins Spiel kommen.

Je zwei Breaks pro Satz waren klarer Ausdruck der deutlichen Überlegenheit des 37-jährigen Schweizers. Nach nur 66 Minuten nutzte er seinen zweiten Matchball und wahrte so seine Chancen auf den Einzug in die Halbfinals. Dafür muss er wahrscheinlich am Donnerstag gegen den bisher ungeschlagen und sehr überzeugend aufspielenden Kevin Anderson gewinnen, am besten in zwei Sätzen.

Federer erklärt, warum er das Training vor der Partie gegen Thiem ausfallen liess: 

«Wichtig war nicht meine Vor- oder Rückhand oder der Aufschlag. Es war eine Kopfsache. Manchmal braucht man eine Pause. Ich habe in den letzten zwei Monaten viel Tennis gespielt. Auf der Rückfahrt ins Hotel nach dem Nishikori-Match haben wir lange geredet. Die Coaches meinten dann, ich solle es locker nehmen, einen Tag mit der Familie verbringen und dann glücklich auf den Platz zurückkommen. Die Schläge sind da, das habe ich heute gespürt. Ich bin froh, dass wir den richtigen Entscheid getroffen haben und ich eine Reaktion zeigen konnte.»

Der Stand in der Federer-Gruppe:

Bild

Die Halbfinal-Szenarios:

Jetzt wird's kompliziert

Die Ausgangslage ist äusserst delikat. Zum einen wird ein Sieg gegen den 2,03 m grossen Wimbledonfinalisten, der am Dienstag Nishikori gleich mit 6:0, 6:1 deklassierte, ein ganz hartes Stück Arbeit. Zum andern könnte bei einem Erfolg neben Federer und Anderson auch Nishikori auf zwei Siege kommen, wenn er Thiem ebenfalls bezwingt.

»Ich weiss nicht, was da los war. Vielleicht liegt's am Format mit den Gruppenspielen. Man fühlt das Messer nicht gleich am Hals wie bei anderen Turnieren. Ich hatte mich den ganzen Tag gut gefühlt, nur im Match war ich dann ein wenig genervt. In den ersten acht Games spielte Kei ja ebenfalls schrecklich. Ich hätte mir sagen sollen: Toll, ich brauche ja keinen Rhythmus, er schon. Das läuft gut für mich. Aber ich war zu negativ. Ich musste mich wieder daran erinnern, wie toll und was für ein Privileg es ist, in dieser Arena zu spielen und wie sehr ich es liebe, in London zu spielen. Ich bin zum 16. Mal qualifiziert, vielleicht dachte ich, es sei einfach irgendein Spiel und das war sehr enttäuschend.«

Roger Federer zur Niederlage gegen Kei Nishikori

Dann entscheiden die Sätze oder bei Gleichstand sogar die Games über das Weiterkommen. Anderson und Federer hätten da nach ihren klaren Zweisatz-Erfolgen sicher gute Karten. Sollte Federer verlieren und Thiem gegen Nishikori gewinnen, hätten diese drei Spieler jeweils einen Sieg. Auch dann würden Sätze oder Games über den zweiten Halbfinalplatz entscheiden.

»Wichtig für mich ist, ein gutes letztes Gruppenspiel zu zeigen und wenn möglich Kevin zu schlagen. Er hat zuletzt grossartig gespielt, auch in Wimbledon, als er mich geschlagen hat. Ich freue mich, dass ich die Chance zur Revanche bekomme. Weiter kann ich nicht schauen.«

Roger Federer über das nächste Spiel gegen Kevin Anderson 

34 Fehler von Thiem

Völlig überraschend kam Federers Reaktion auf die enttäuschende Leistung vom Sonntag nicht. Bei seinen mittlerweile 16. ATP Finals gewann er zum 16. Mal seine zweite Partie des Turniers. Erst einmal, 2008, als er unter einer Lebensmittelvergiftung litt, scheiterte der Masters-Rekordsieger bereits in der Gruppenphase.

Thiem machte ihm die Aufgabe mit 34 unerzwungenen Fehlern allerdings auch ziemlich einfach. Im ersten Satz war Federer in jedem Aufschlagspiel des zwölf Jahre jüngeren Niederösterreichers nahe an einem Break, zum 2:1 und zum 5:2 nutzte er seine Chancen auch.

Nachdem der Basler Thiem auch zu Beginn des zweiten Durchgangs gleich im ersten Game den Service abgenommen hatte, war bereits mehr als eine Vorentscheidung gefallen. Zwar steigerte sich der Chelsea-Fan aus Lichtenwörth im zweiten Satz wie gegen Anderson, zur Wende reichte es jedoch bei Weitem nicht. Er kam in der gesamten Partie zu keinem Breakball.

Federer verlor bei eigenem Aufschlag nur sechs Punkte und zeigte sich nicht nur spielerisch deutlich verbessert, er packte diesmal auch seine Möglichkeiten resolut und stellte so in der Bilanz der Direktbegegnungen mit Thiem auf 2:2. (pre/sda)

Alle Turniersiege von Roger Federer als Profi

Unvergessene Tennis-Geschichten

06.01.1996: Wegen Rossets Dummheit des Jahres bricht Hingis beim Hopman Cup in Tränen aus

Link zum Artikel

Gut gebrüllt: «Niemand schlägt Vitas Gerulaitis ­17 Mal hintereinander!»

Link zum Artikel

20.01.2013: Djokovic fügt Wawrinka die Mutter aller heroischen und bitteren Niederlagen zu

Link zum Artikel

21.01.1999: «Yips» beschert Anna Kurnikowa trotz Sieg einen unglaublichen Negativrekord 

Link zum Artikel

24.01.2001: Hingis macht Kleinholz aus Serena und Venus und stürmt in den Australian-Open-Final

Link zum Artikel

26.01.2002: Martina Hingis' Traum schmilzt bei 50 Grad im Glutofen von Melbourne weg

Link zum Artikel

01.02.2009: Federer verpasst Sampras' Rekord und weint nach Pleite gegen Nadal bittere Tränen

Link zum Artikel

13.02.2000: Roger Federer verliert seinen ersten Final, weint bittere Tränen und jammert, er werde nie mehr in ein Endspiel kommen

Link zum Artikel

30.03.2002: Roger Federer bodigt zum ersten Mal die Weltnummer 1 – und diese ist sich sicher: «Er kann den Durchbruch schaffen»

Link zum Artikel

30.04.1993: Wie ein Messerstich die Tenniswelt veränderte

Link zum Artikel

31.05.2009: Robin Söderling fügt Rafael Nadal die einzige Niederlage an den French Open zu und ebnet Roger Federer den Weg zum Karriere-Grand-Slam

Link zum Artikel

01.06.2009: Gedanklich ist Federer wohl schon ausgeschieden. Dann rettet ihn eine unglaubliche Vorhand auf dem Weg zum Karriere-Slam 

Link zum Artikel

05.06.1989: Mondbälle, Krämpfe und ein «Uneufe»-Aufschlag – der 17-jährige Michael Chang treibt Ivan Lendl mit seinem Psychokrieg in den Wahnsinn

Link zum Artikel

05.06.1999: Hingis' schwärzeste Stunde – zwei «Uneufe»-Aufschläge, gellende Pfiffe und bittere Tränen

Link zum Artikel

06.06.2005: Nadals erster erster Streich am French Open – ganz Paris verliebt sich in das «Kind mit der donnernden Linken»

Link zum Artikel

05.07.1997: Martina Hingis ist mit 16 Jahren die jüngste Wimbledon-Siegerin des 20. Jahrhunderts

Link zum Artikel

07.07.1985: Als jüngster Spieler aller Zeiten gewinnt Boris Becker Wimbledon und löst so einen Tennis-Boom in Deutschland aus

Link zum Artikel

08.07.2001: Die Weltnummer 125 triumphiert in Wimbledon: Goran Ivanisevics grosser Traum wird doch noch wahr

Link zum Artikel

08.08.1992: Marc Rosset holt sich an Roger Federers 11. Geburtstag den einzigen grossen Titel, der dem «Maestro» noch fehlt

Link zum Artikel

10.08.2003: Andy Roddick ist einen Sommer lang der beste Tennisspieler des Planeten – dann vergeht ihm das Lachen für lange, lange Zeit

Link zum Artikel

04.09.1977: Bei McEnroes drittem US-Open-Auftritt wird ein Zuschauer mitten im Stadion durch eine Pistolenkugel verletzt

Link zum Artikel

05.09.1996: Sampras kotzt gegen Corretja auf den Court – denkwürdigstes US-Open-Tiebreak aller Zeiten 

Link zum Artikel

20.09.2009: «Who ist the beeest? Better than the reeest?» Federer outet sich nach dem Davis-Cup-Sieg gegen Italien als Party-Tiger

Link zum Artikel

25.10.2002: Nach Roger Federers Gegensmash wirft ihm Andy Roddick frustriert das Racket vor die Füsse

Link zum Artikel

24.11.2009: Das kommt uns Spanisch vor – im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachflash

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Fotograf schiesst DAS Foto der Notre-Dame und muss sich nun gegen Fake-Vorwürfe wehren

Link zum Artikel

Das grösste Verdienst von Tesla sind nicht die eigenen Autos

Link zum Artikel

Schluss mit Lügen! So lässt sich die ganze Welt allein mit grüner Energie versorgen

Link zum Artikel

Vergiss Tinder! Hier erfährst du, welches Potenzial deine Fassade hat 😉

Link zum Artikel

17 katastrophale Tinder-Chats, die definitiv niemanden antörnen

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 9 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Mit diesen 21 Fakten kannst du beim kommenden «Game of Thrones»-Marathon angeben

Link zum Artikel

«SRF Deville» verkündet Pfadi-Putsch in Liechtenstein – diese finden's gar nicht lustig

Link zum Artikel

Brauchen wir einen Green New Deal, um eine Rezession zu vermeiden?

Link zum Artikel

Wie rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke instrumentalisieren

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 00892-B 14.11.2018 00:54
    Highlight Highlight Als Ergänzung zu den beiden "komplizierten Fällen" der Halbfinal-Szenarios:

    (1) Federer & Nishikori gewinnen in 2 Sätzen:

    Range % Gewonnener Games* ist dann:

    Federer: 55.6 - 64.7
    Anderson: 53.2 - 59.3
    Nishikori: 45.9 - 55.3

    Federer ist also in jedem Fall weiter.

    (2) Federer & Nishikori verlieren in 2 Sätzen:

    Range % Gewonnener Games* ist dann:

    Federer: 41.2 - 49.2
    Thiem: 44.4 - 50.1
    Nishikori: 29.8 - 40.7

    Nishikori ist also in jedem Fall draussen.


    *Die Prozentangaben errechnen sich aus den best- und schlechtmöglichsten Resultaten für die jeweiligen Spieler.
    • 00892-B 14.11.2018 20:46
      Highlight Highlight Ich habe grad festgestellt, dass ich jeweils als "extremstes" Resultat 7:5 anstatt 7:6 benutzt habe.

      Dies beeinflusst Szenario (1) so, dass Federer nicht definitiv weiter ist; wenn er bei seinem Zweisatz-Sieg nämlich ins Tie-Break muss, wäre ein Ausscheiden noch möglich (Federers Range wäre dann bei min. 53.8% vs. Nishikori mit max. 55.3%).

Roger Federers 18 Jahre dauernde Reise vom ersten zum 100. Turniersieg

Roger Federer knackt in Dubai eine historische Marke: Er gewinnt seinen 100. Titel auf der Profitour. Im Final besiegt Federer den Griechen Stefanos Tsitsipas 6:4, 6:4.

6601 Tage oder 18 Jahre und einen Monat nach seinem ersten ist Roger Federer zu seinem 100. Turniersieg gekommen. Die Premiere feiert er am 4. Februar 2001 in Mailand dank einem Sieg gegen den Franzosen Julien Boutter.

Den 10. Titel holte er zweieinhalb Jahre später. Ab dann ging die Titeljagd rasant vonstatten. Die nächsten 20 sicherte er sich in weniger als zwei Jahren – den 20. im September 2004 mit einem 6:0, 7:6, 6:0 gegen Lleyton Hewitt beim US Open, den 30. im Juli 2005 in Wimbledon …

Artikel lesen
Link zum Artikel