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Gaudenz Domenig, president of the HC Davos, is pictured during a press conference prior to the Champions Hockey League semi-finals ice hockey match between HC Davos and Froelunda Goeteborg, in the Vaillant Arena in Davos, Switzerland, Tuesday, January 12, 2016. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Davos-Präsident Gaudenz Domenig hat sich noch nicht mit Peter Buser geeinigt. Bild: KEYSTONE

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Der HCD und seine Millionen im «Fegefeuer der Eitelkeiten»

Der HC Davos wird mit dem neuen Namensponsor des Stadions einfach nicht glücklich. Nun hat Peter Buser einen neuen Vorschlag eingereicht, wie der Streit um insgesamt 11,20 Millionen Franken beendet werden könnte und bringt auch Landamman Tarzisius Caviezel ins Spiel.



Kurz rekapituliert: Damit der HCD-Hockeytempel bis 2026 seinen Namen trägt und damit er vor dem Stadion in einem Musikpavillon während des WEF Konzerte veranstalten darf, hat Peter Buser mit dem HCD einen Vertrag im Gesamtwert von 11,20 Millionen abgeschlossen. 3,125 Millionen (inkl. MwSt) sind bereits bei Vertragsabschluss überwiesen worden.

Seit längerem will Peter Buser dieses Geld wieder zurück und den Vertrag auflösen. Weil einzelne Punkte im Vertrag nicht erfüllt werden können. HCD-Präsident Gaudenz Domenig möchte die gut drei Millionen hingegen behalten. Er sieht keine Vertragsverletzung.

Nun hat Peter Buser dem HCD-Vorsitzenden am 1. August schriftlich (per Mail) drei Vorschläge für eine gütliche Einigung unterbreitet. Sie liegen dem Chronisten im Wortlaut vor.

Vorschlag 1: Wir bestimmen per Los fünf wichtige Kantonsrichter als Schiedsrichter, die nach einer Anhörung von dir und von mir entscheiden.

Vorschlag 2: Ich lade dich in den Tennisklub Trimbach ein. Dort wählen wir gemeinsam von der Tribüne aus 20 Personen, die wir nach oben in die Gaststätte bitten. Dort hältst du und ich ein Plädoyer. Anschliessend entscheiden die 20 mit einfachem Mehr.

Vorschlag 3: Du kennst sicher Martina Hingis und Marco Chiudinelli. Diese beiden laden wir auf meine Kosten ein. Wir berichten ihnen über unsere Anliegen und bitten sie, die Summe definitiv zu bestimmen.

Martina Hingis of Switzerland in action during a match against Patty Schnyder of Switzerland during a match at the Tennis Securitas Pro Cup, Saturday, July 25, 2020, in the Swiss Tennis Arena in Biel, Switzerland. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Peter Buser würde gerne Martina Hingis entscheiden lassen. Bild: keystone

Peter Buser wäre zudem auch für ein Schlichtungsgespräch mit NHL-Star Joe Thornton als Mediator (= Vermittler) bereit. Und er schreibt Gaudenz Domenig in einem für sein Temperament versöhnlichen Ton: «Wenn du nur eine dieser Lösungen bis zum 10. August akzeptierst, kannst du sofort einen neuen Sponsor suchen, und ich habe meine Ruhe. Ich werde nächstens 84 und ich hätte diese Geschichte wirklich gerne vom Hals.»

Die Antwort von Gaudenz Domenig auf diese Vorschläge ist ungnädig kurz ausgefallen. «Pacta sunt servanda!» Das ist eine lateinische Redewendung und bedeutet: «Vereinbarungen sind einzuhalten». Als Akademiker – Gaudenz Domenig ist ein international erfolgreicher Wirtschaftsanwalt, Peter Buser Doktor der Philosophie – verstehen die Streitenden Latein. HCD-Sportdirektor Raeto Raffainer schliesst übrigens ein Schlichtungsgespräch mit Joe Thornton als Mediator aus. «Das macht der Joe ganz sicher nicht.»

Joe Thornton, ehemaliger Spieler des HC Davos und NHL-Spieler, aufgenommen im Training, am Mittwoch, 5. August 2020, in der Trainingshalle in Davos. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

NHL-Star Joe Thornton hat wohl keine Lust, zwischen Buser und Domenig zu vermitteln. Bild: keystone

Buser setzt neue Frist

Was nun? Peter Buser hat auf die knapp formulierte Absage von Gaudenz Domenig schriftlich eine neue Frist bis zum 19. August gesetzt. In dem Schreiben (Mail), das dem Chronisten ebenfalls vorliegt, bringt er zusätzlich Tarzisius Caviezel ins Spiel. Der Alt-Nationalrat und ehemalige HCD-Präsident ist heute als Landamman das Regierungsoberhaupt in Davos. Einer, der etwas zu sagen hat.

Und so schreibt Peter Buser: «Mangels fruchtbringender Verhandlungen müssten wir uns nun auch öffentlich nochmals Tarzisius Caviezel vorknöpfen. Er hat an der Presskonferenz Versprechungen gemacht und tut nun so, als hätte es diese Konferenz nie gegeben. Will der mit einem derartig peinlichen Schlussakt in den Ruhestand treten?» Hier unterschätzt Peter Buser, dass Gaudenz Domenig und Tarzisius Caviezel eine lange Freundschaft verbindet.

Tarzisius Caviezel, city president of Davos, and mascotte Hitsch, after the final game between Team Canada and HC Ocelari Trinec at the 93th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, Tuesday, December 31, 2019. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Tarzisius Caviezel am Spengler Cup 2019. Bild: KEYSTONE

Peter Buser schliesst sein launiges Schreiben mit einer Bitte: «Nimm eine meiner Schiedsgericht-Vorschläge an oder mache selber einen zielführenden. Du musst es einsehen: Es ist das Beste für den HCD und für dich persönlich.» Immerhin wird inzwischen nicht mehr damit gedroht, vor Gericht zu gehen. Vielleicht doch ein Zeichen für eine Annäherung und baldige Aussöhnung?

Gaudenz Domenig vs. Peter Buser: Hier geht es um viel mehr als «nur» die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Hier geht es – frei nach Tom Wolfe – darum, Millionen aus dem Fegefeuer der Eitelkeiten zu retten.

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ehrenmann 10.08.2020 09:55
    Highlight Highlight Eigentlich müsste Busser doch Davos verklagen, da diese Ihm öffentliche Zugeständnisse gemacht hat bezüglich seinem Pavillion? Deswegen ist er doch mit drm HCD ins Geschäft gekommen. Wäre das nicht eine klassische Schadenersatzklage?
  • Ötzi 10.08.2020 09:39
    Highlight Highlight Ich wäre für den Chlöisu Zaugg als Schiedsgericht. Er kennt diesen Fall besser, als seine Westentasche... :)
  • Mike Minder 10.08.2020 00:30
    Highlight Highlight Das wird ja spannend...
    Falls ordentliche Gerichte entscheiden müssen, wird dem HCD die Kohle für 21/22 fehlen.
    Falls man jetzt auf eine der Varianten eingeht... lassen wir das mit der Beurteilung...

    Das einzige was mich interessiert... wer hat die E-Mails weitergeleitet? :)
  • sansibar 09.08.2020 22:22
    Highlight Highlight Ich schlage vor dass Angela Merkel, Kurt Cobain und mein Wellensittich das Schiedsgericht bilden sollen... 🙄
  • Zanzibar 09.08.2020 21:31
    Highlight Highlight Ja lasst doch bitte Martina Hingis entscheiden wie das Theater gelöst werden kann. Ich freue mich🍾
  • Tmac 09.08.2020 19:37
    Highlight Highlight Was sind das für vorschläge...? Sind die wirklich ernst gemeint? 20 personen von der tribüne auswählen :)) wtf
    • Warumnicht 10.08.2020 18:32
      Highlight Highlight Ja am Besten bei einem Heimspiel HCD Fans ab der Tribüne wählen, so wäre die Kohle für den HCD Garantiert gesichert.
  • bullygoal45 09.08.2020 19:13
    Highlight Highlight Ich freue mich schon auf das nächste Kapitel aus der Erzählung vom Landwassertal 😇😇😇!

    Besser als gar kein Hockey 😁!
  • Jumbo Joe 09.08.2020 19:05
    Highlight Highlight Ich bleib‘ dabei: Der HCD ist im Recht und hält sich soweit an die vertraglichen Bedingungen. Offenbar kommt nun auch Peter Buser langsam zur Einsicht, bietet Gaudenz Domenig aber lächerliche Vorschläge (v.a. Varianten 2 und 3) an. Gut geht Domenig erst gar nicht auf diese ein, sondern verweist wiederum auf den von beiden Parteien unterzeichneten Vertrag. Domenig wird dieses Duell für sich entscheiden - zu Gunsten des HCD.
    • Staal 10.08.2020 12:16
      Highlight Highlight Logisch, Gaudenz schweigt und dies zurecht. Weil er das Gesetz kennt. Je mehr schweigen desto hässiger wird der Greis
  • Exilglarner 09.08.2020 18:57
    Highlight Highlight Es macht ganz den Anschein, dass Buser gemerkt hat bzw weiss, dass er die schlechteren Karten in den Händen hält...
    • mukeleven 09.08.2020 19:49
      Highlight Highlight ja klar / domenigs vertrag war und ist wasserdicht und seine klare jur. botschaft “pacta sunt servanda” ist absolut richtig und wuerde vor gericht problemlos standhalten.
      busers hueftgelenkschuesse mit externen mediatoren sind “a nice try”.
      auf dieses spielchen wird der HCD garantiert nicht eingehen.
      domenig kann dies gelassen angehen - schlussendlich werden die 3 mio nicht zurueckbezahlt und eine vertragsaufloesung fuer die restliche laufzeit angestrebt. domenig bereitet sich auf dieses szenario vor und sucht bereits einen neuen namensgeber/sponsor.

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Joe Thornton kann nächste Saison mit Davos spielen – wenn er will

Am Samstag ist NHL-Star Joe Thornton (41) in Davos eingetroffen. Er kann nächste Saison für den HC Davos spielen. Sofern er das wünscht. Er hat den Schweizer Pass und würde keine Ausländerlizenz beanspruchen.

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