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Russische Panzer in Ostsibirien während des grössten Militär-Manövers seit 1982. 
Russische Panzer in Ostsibirien während des grössten Militär-Manövers seit 1982. Bild: AP/Defense Ministry Press Service

Manöver Wostok – Russland führt grösste Militärübung seit dem Kalten Krieg durch

Russland hat am Dienstag sein grösstes Militärmanöver seit sowjetischen Zeiten 1981 begonnen. Angekündigt sind bis zu 300'000 Soldaten.
11.09.2018, 21:52

Die Grösse der Übung richte sich nach der Grösse der Aufgabe, nämlich für die Sicherheit des Landes zu sorgen, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow in Wladiwostok. «Das ist die übliche Weiterentwicklung der Streitkräfte».

Das Manöver Wostok (Osten) 2018 findet in Sibirien und im Fernen Osten Russlands statt. Die beteiligten Einheiten seien in die Manöverräume verlegt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. An der Übung nehmen alle Waffengattungen teil: Panzer, Artillerie, Fallschirmjäger, Luftabwehr, Luftwaffe, Transportflieger sowie die russische Nordflotte und die Pazifikflotte.

Insgesamt zählen die russischen Streitkräfte etwa 900'000 Mann. Rechnerisch käme damit jeder dritte Soldat zum Einsatz. Russische Experten, aber auch der US-Beobachter Michael Kofman vermuten, dass die Mannstärke aller beteiligten Einheiten bei 300'000 liegt, selbst wenn nur ein Teil tatsächlich zum Einsatz kommt.

Generalstabschef Waleri Gerassimow kündigte vergangene Woche an, dass bis zu 36'000 Fahrzeuge, darunter Kampfpanzer und Panzerfahrzeuge, eingesetzt würden. Auch mehr als 1000 Flugzeuge, Helikopter und Drohnen sowie 80 Marineschiffe seien im Einsatz. Das Manöver richte sich gegen kein anderes Land, sagte er.

Rund ein Dutzend Helikopter fliegen über die Weiten Ostsibiriens.
Rund ein Dutzend Helikopter fliegen über die Weiten Ostsibiriens.Bild: AP/Defense Ministry Press Service

Teilnahme Chinas und der Mongolei

Als Zeichen des Vertrauens nimmt das grosse Nachbarland China mit mehr als 3000 Soldaten und 30 Flugzeugen an der Übung teil. Auch die Mongolei ist beteiligt.

Russland will der Ankündigung nach moderne Waffen wie Drohnen oder Kampfroboter testen. Zugleich arbeiten die Soldaten mit Kuriositäten wie aufblasbaren Attrappen der Flugabwehrsysteme S-300, Buk und Iskander sowie von Panzern. Sie sollen über die Entfernung feindliche Aufklärer täuschen, hiess es im Verteidigungsministerium.

Wostok 2018 zeige den russischen Fokus auf das Üben grosser Konflikte, sagte eine Nato-Sprecherin in Brüssel. «Es passt in ein Muster, das wir seit einiger Zeit sehen: ein entschlosseneres Russland, das sein Verteidigungsbudget und seine militärische Präsenz deutlich erhöht.»

Spannen beim Manöver Wostok zusammen: Xi Jinping und Wladimir Putin am Dienstag in Wladiwostok. 
Spannen beim Manöver Wostok zusammen: Xi Jinping und Wladimir Putin am Dienstag in Wladiwostok. Bild: AP/POOL EPA

Militärischer Aufschwung

In den vergangenen Jahren habe es einen bedeutenden militärischen Aufschwung Russlands gegeben, unter anderem in der Ostsee, der Schwarzmeerregion sowie im Mittelmeer. Ausserdem habe Russland gezeigt, dass es bereit ist, militärische Gewalt gegen seine Nachbarn einzusetzen - etwa gegen die Ukraine und Georgien.

Die Nato hält in diesem Herbst ebenfalls ihr wahrscheinlich grösstes Manöver seit dem Kalten Krieg ab. Vom 25. Oktober bis 7. November sollen in Norwegen mehr als 40'000 Soldaten aus etwa 30 Nato- und Partnerstaaten gemeinsam trainieren. Ähnlich viele Soldaten wie bei Wostok werden in Ostasien auch bei gemeinsamen Manövern der USA mit Südkorea mobilisiert. (sda/dpa)

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Video: watson/Emily Engkent
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