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Rund um Dominic Striker (3. v.l.) will Davis-Cup-Captain Severin Lüthi ein neues Team aufbauen.
Rund um Dominic Striker (3. v.l.) will Davis-Cup-Captain Severin Lüthi ein neues Team aufbauen.
Bild: keystone

«Auf meine Stärken verlassen» – die Zukunft des Schweizer Davis-Cup-Teams beginnt heute

Die Schweiz startet als haushoher Favorit in die Davis-Cup-Partie der Weltgruppe II gegen Estland. Mit dem Debüt von Dominic Stricker könnte am Freitag in Biel eine neue Ära eingeläutet werden.
17.09.2021, 09:21

So zuversichtlich durfte Captain Severin Lüthi lange nicht mehr in eine Davis-Cup-Begegnung steigen. Endlich hat er wieder eine schlagkräftige Truppe zusammen, die für die Zukunft einiges verspricht.

Nach dem Höhepunkt mit dem Gewinn der «hässlichsten Salatschüssel» 2014 ging es für das Schweizer Davis-Cup-Team - ohne seine einstigen Stützen Roger Federer und Stan Wawrinka - stetig bergab. Bereits vier Jahre liegt der letzte Sieg (gegen Belarus) zurück. In Kasachstan, zuhause gegen Schweden und Russland sowie wieder auswärts in der Slowakei und vor eineinhalb Jahren in Peru setzte es lauter Niederlagen ab.

Seit dem Höhepunkt 2014 ging es für die Schweiz im Davis Cup nur noch bergab.
Seit dem Höhepunkt 2014 ging es für die Schweiz im Davis Cup nur noch bergab.
Bild: KEYSTONE

Junge Mannschaft mit Potenzial

Jetzt freut sich Lüthi aber über eine sehr junge Mannschaft mit drei Teenagern und vor allem darüber, wieder einmal Favorit zu sein. In den ersten beiden Einzeln am Freitag (ab 13.30 Uhr) treffen Dominic Stricker (ATP 287) und Henri Laaksonen (ATP 119) auf die deutlich schlechter klassierten Esten Vladimir Ivanov (ATP 717) respektive Mattias Siimar (ATP 1041). Von einer gefährlichen Ausgangslage will der erfahrene Captain und Federer-Coach nichts wissen.

«Gefährlich wäre es nur, wenn man den Gegner unterschätzen würde», betont der 45-jährige Berner. Er sagt zwar, dass die Esten zum Teil College-Tennis spielten und deshalb in der Weltrangliste wohl etwas unterklassiert seien, die Favoritenrolle stellt er aber nicht in Abrede. Zufrieden ist er auch, dass er bei der Wahl seiner Einzelspieler tatsächlich eine Auswahl hatte. «Der Entscheid war nicht einfach, aber nicht, weil ich kein Vertrauen in Domi hätte.»

Strickers erwartetes Debüt

Neben dem erfahrenen und unbestrittenen Teamleader Laaksonen entschied er sich nicht überraschend für den 19-jährigen Debütanten Dominic Stricker. Der Juniorensieger des French Open 2020 wird damit auch für seinen steilen Aufstieg in diesem Jahr auf der Männertour belohnt. Stricker gewann in Lugano ein Challenger-Turnier, schlug bei seinen ersten beiden ATP-Turnieren mit einer Wildcard drei Top-50-Spieler und kletterte in der Weltrangliste von Platz 1168 in die Top 300. «Es gefällt mir, wie er sich entwickelt hat.»

Am Donnerstagnachmittag zeigte sich der stets ruhige Berner noch nicht übermässig nervös. «Ich fühle mich im Team sehr wohl und hoffe auf den Support der Fans.» Stricker gibt zu, dass er über seinen Gegner (noch) nicht viel weiss. «Ich will mich auf meine Stärken verlassen und das Spiel geniessen.»

Am Freitag stehen zwei Einzel im Programm, am Samstag (ab 13.00 Uhr) erst das Doppel, dann die beiden restlichen Einzel. Für das Doppel nominierte Lüthi die beiden Linkshänder Stricker und Marc-Andrea Hüsler (ATP 160). Die Aufstellungen können aber bis eine Stunde vor Spielbeginn ohne Angabe von Gründen noch geändert werden.

Im Fall eines erwarteten Sieges würden die Schweizer im kommenden Frühjahr um die Rückkehr in die Weltgruppe I spielen. (sda)

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