USA
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Former campaign adviser for President Donald Trump,  Roger Stone walks out of the federal courthouse following a hearing, Friday, Jan. 25, 2019, in Fort Lauderdale, Fla.  Stone was arrested Friday in the special counsel's Russia investigation and was charged with lying to Congress and obstructing the probe. (AP Photo/Lynne Sladky)

Bild: AP/AP

Roger Stone darf sich nicht zum Verfahren äussern – er tut es trotzdem (und wie!)



Ende Januar wurde Roger Stone, langjähriger Vertrauter und Politikberater von US-Präsident Donald Trump, verhaftet. Der Befehl wurde von Robert Mueller im Rahmen der Ermittlungen zur Russland-Affäre erlassen. So soll Stone nicht nur die Untersuchungen behindert haben. Auch Falschaussagen und Zeugenbeeinflussung werden dem 66-Jährigen vorgeworfen.

In this Feb. 11, 2019, photo, President Donald Trump speaks during a rally at the El Paso County Coliseum in El Paso, Texas. In tweets, public remarks and private conversations, Trump is making clear he is closely following the campaign to challenge him on the ballot next November. Facing no serious primary opponent of his own, at least so far, Trump is establishing himself as an active participant in the Democratic Party’s nominating process. (AP Photo/Eric Gay)

Donald Trump und Roger Stone sind gute Freunde. Bild: AP/AP

Dank einer Kaution konnte er das Gefängnis verlassen. Ihm wurde aber ein Redeverbot zum laufenden Verfahren auferlegt. Allerdings darf er sich zu anderen Angelegenheiten frei äussern.

Nun könnte Stone gegen das Redeverbot verstossen haben. Er veröffentlichte ein Foto der zuständigen Richterin und erwähnte sie namentlich.

Dazu schrieb er:

«Auftragskiller Robert Mueller hat durch juristische Betrügereien dafür gesorgt, dass der Schauprozess vor Richterin Amy Berman Jackson stattfinden wird, eine von Obama ernannte Richterin (...).»

Brisant ist vor allem ein Detail auf dem Bild. In der linken oberen Ecke ist ein Symbol angebracht, das an ein Fadenkreuz eines Zielfernrohrs erinnert. Wollte er damit drohen?

Gemäss der «Washington Post» wurde das ursprüngliche Bild gelöscht und durch eines ohne Fadenkreuz ersetzt. Kurz darauf verschwand auch dieses von Instagram. Stone erklärte sich in einem Statement.

«Das Foto von Richterin Jackson wurde falsch interpretiert. Das war ein zufälliges Foto aus dem Internet. Jeglicher Rückschluss, dass damit die Richterin bedroht oder das Gericht missachtet wird, ist kategorisch falsch.»

Stone rechtfertigt sich

Gegenüber der «Washington Post» sagte Stone, das Foto sei von einem «Freiwilligen» hochgeladen worden, der ihn bei seinen Social Media-Aktivitäten unterstützt.

Zudem soll es sich beim ursprünglichen Bild nicht um ein Fadenkreuz handeln – es sei bloss das Logo derjenigen Organisation, die das Foto veröffentlicht hat. Welche Organisation damit gemeint ist, geht aus dem Bericht der US-Zeitung nicht hervor. Allerdings soll Stones Foto auf mindestens einem rechtsradikalen Blog erschienen sein, der das Symbol verwendet.

Ob er mit dem Bild gegen das auferlegte Redeverbot verstösst, ist bislang nicht geklärt. Ebenso ist nicht bekannt, ob dieses als Drohung wahrgenommen wird. Die für den Schutz von Richtern zuständige Polizeibehörde hat sich dazu noch nicht geäussert.

Kritik am Redeverbot

Stone hatte bereits vor wenigen Tagen das Redeverbot kritisiert. Er sagte, dass er dadurch in seiner Fähigkeit eingeschränkt werde, Spenden für die Verfahrenskosten zu sammeln.

«Jetzt will mich eine von Obama ernannte Richterin mundtot machen, somit kann ich mich nicht gegen die vielen Medien-Leaks des Müller-Killerkommandos verteidigen und kann die Mittel für meine Verteidigung nicht aufbringen. Meine Anwälte kämpfen gegen diese Bemühungen, meine Redefreiheit zu unterbinden».

(vom)

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    Alle Leser-Kommentare
  • D(r)ummer 19.02.2019 15:36
    Highlight Highlight Man könnte das Fadenkreuz tatsächlich als Teil eines Banners interpretieren. Die Ausrichtung relativ zum Text würde passen.

    Trotzdem sollte sich das "Mike-Pence-nach-einem-Bier-Gesicht" nicht dazu äussern...
  • Kastigator 19.02.2019 13:51
    Highlight Highlight " Social Media-Aktivitäten"? Nope, Social-Media-Aktivitäten. Die Kopplungsregeln sind sehr einfach. Wenns aber schon daran hapert ...
  • Korrekt 19.02.2019 10:50
    Highlight Highlight Wenn man sich ein bisschen mit Roger Stone und Konsorten beschäftigt dann ist es wahrscheinlich das erste Mal, dass er sich rechtfertigt und so zumindest einen Fehler eingesteht. Da hat jemand Angst für immer im Gefängnis zu landen.
  • balzercomp 19.02.2019 09:29
    Highlight Highlight Das Stone provozieren will ist klar. Es kann jetzt natürlich sein, dass die Kaution widerrufen wird und Stone in Untersuchungshaft muss. Ich weiss nicht ob die betroffene Richterin den Widerruf aussprechen muss, oder ob das ein anderer Richter kann. Falls sie selbst es muss, wäre das eine Steilvorlage für eine Befangenheitserklärung.
  • Kramer 19.02.2019 08:56
    Highlight Highlight Besonders krass finde ich, dass Stone (und mit ihm die ganzen konservativen Medien) sich darüber beschweren, dass die zuständige Richterin von Obama ernannt wurde. Natürlich wäre es angenehmer, wenn er vor einen Richter treten müsste der von Trump ernannt wurde; was zeigt wie es um die Rechtstaatichkeit in den USA heute steht.
    • balzercomp 19.02.2019 09:26
      Highlight Highlight Das würde ihnen schon gefallen, nur haben inzwischen auch von Trump eingesetzte Richter gegen ihn geurteilt.
  • Nik G. 19.02.2019 08:39
    Highlight Highlight Das hat ein "Freiwilliger" gemacht, sicher nicht ich. Das Symbol ist kein Zeichen für Gewalt aufruf.....
    Das glaubt euch doch kein normaler Mensch.
    Immer dieses die anderen haben. Das habe ich als kleines Kind auch gemacht, dann wurde ich Erwachsen und stehe zu meinen Fehlern, oder ich überlege bevor ich handle.
  • the elder 19.02.2019 07:45
    Highlight Highlight Der Blog (americans4innovation) auf welchem das Bild ursprünglich veröffentlicht wurde, ist so ziemlich das absurdeste und auch emotional verwirrende was ich seit langem gesehen habe. Reden vom "Deep State Shadow Government" - Ansehen auf eigene Gefahr.
  • Butzdi 19.02.2019 06:58
    Highlight Highlight So benimmt sich ein ausgemachter Provokateur, der meint er stehe über dem Gesetz. Dies, weil er mit seinem kriminellen Kumpel viel gemeinsam verbrochen hat und dieser ihn praktischerweise begnadigen kann. USA, quo vadis?
  • DonChaote 19.02.2019 06:39
    Highlight Highlight Das symbol ist doch das zeichen der white power bewegung, oder?
    • TheOnlyZeus 19.02.2019 06:55
      Highlight Highlight nein, ist es nicht.
    • Ralph Moses 19.02.2019 07:35
      Highlight Highlight Tatsächlich ziemlich ähnlich...
    • Ralph Moses 19.02.2019 07:36
      Highlight Highlight ...
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    Weitere Antworten anzeigen
  • roger.schmid 19.02.2019 06:17
    Highlight Highlight Da fehlen leider wieder einmal Unmengen an Informationen, die in den letzten Tagen in der Mueller Untersuchung ans Tageslicht kamen. Zum Beispiel das konspirative Treffen von Manafort und Kilimnik und die Beweise bzgl Wikileaks u Stone

    http://m.spiegel.de/politik/ausland/robert-mueller-kontakte-zwischen-langjaehrigem-trump-berater-und-wikileaks-a-1253573.html

    https://www.washingtonpost.com/politics/how-manaforts-2016-meeting-with-a-russian-employee-at-new-york-cigar-club-goes-to-the-heart-of-muellers-probe/2019/02/12/655f84dc-2d67-11e9-8ad3-9a5b113ecd3c_story.html?utm_term=.5d49b8d02f33
    • Bird of Prey 19.02.2019 09:06
      Highlight Highlight Ich liebe Watson! Artikelüberschrift lesen und spontan entscheiden, dass das wirklich Wichtige eh in den Kommentaren zu lesen ist. Also gleich auf das Icon tippen und lesen, was die Leute meinen.
      @roger Danke für deine immer wieder hilfreichen Links.

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