Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
1951 British Grand Prix. Silverstone, Great Britain. 14 July 1951. Jose Froilan Gonzalez, Ferrari 375, 1st position, action. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY open-uri20120929-20882-1jbi902

José Froilan Gonzalez auf dem Weg zum historischen Sieg. Bild: www.imago-images.de

Unvergessen

José Gonzalez überrascht das grosse Alfa Romeo und holt den allerersten Sieg für Ferrari

14. Juli 1951: Beim GP von Silverstone kommt es zur Überraschung: Auf der kurvenreichen Strecke kommen die favorisierten Alfa-Romeo-Piloten nicht auf Touren – stattdessen triumphiert der Argentinier José Gonzalez im Ferrari. Er holt den ersten von vielen Siegen des Traditions-Rennstalls.



Die erste Automobil-Weltmeisterschaft wurde 1950 in bescheidenem Rahmen, mit sieben Rennen, ausgetragen. Der Italiener Alberto Ascari als Zweiter in Monaco und der Brite Peter Whitehead als Dritter am Grand Prix von Frankreich brachten es als erste Ferrari-Fahrer auf das Podest. Zu gross war damals noch die Überlegenheit von Alfa Romeo, dem übermächtig scheinenden Konkurrenten aus dem 140 Kilometer entfernten Mailand.

In der Saison 1951, die Ende Mai im Bremgartenwald bei Bern gestartet wurde, gewann Alfa Romeo die ersten drei Rennen in Europa allesamt, zwei davon durch den nachmaligen Weltmeister Juan Manuel Fangio. Aber am 14. Juli schlug in Silverstone die Stunde der Scuderia Ferrari.

2003 Racing Past... Exhibition 1950 British Grand Prix, Silverstone. Juan Manuel Fangio sits in his Alfa Romeo 158 at the first round of the new World Championship, WM, Weltmeisterschaft World Copyright - LAT Photographic Exhibition ref: a098 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY open-uri20120928-15858-1tz5x89

Juan Manuel Fangio (vorne) war einer der ganz grossen Piloten in den Frühzeiten des Auto-Rennsports. Bild: www.imago-images.de

Der zwischen London und Birmingham gelegene Rundkurs schien Ferraris Chancen von Vornherein zu erhöhen. Die Geraden waren nicht allzu lang, sodass Alfa Romeo die Überlegenheit seiner Motoren nicht so sehr sollte ausspielen können. Andererseits musste der dritte Ferrari, jener des Argentiniers José Froilan Gonzalez, mit nur einem Vergaser und dadurch mit 30 PS weniger auskommen.

Die Vorhersagen bestätigten sich. Alfa Romeo konnte seine Stärken nicht dermassen gut zur Geltung bringen wie anderswo. Gerade Gonzalez wurde im Rennen Fangios ärgster Rivale. Ferrari konnte das Nachtanken so lange hinauszögern, dass Gonzalez einen beträchtlichen Vorsprung herausfuhr.

Silverstone, Great Britain. 14 July 1951. Jose Froilan Gonzalez (Ferrari 375), 1st position. Teammate Alberto Ascari looks on as Gonzalez s winning car makes a pit stop. This was Ferrari s first GP victory. Ref-51/37 31. World Copyright - LAT Photographic. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY open-uri20121012-27674-vlhwiv

Gonzalez bei einem Boxenstopp. Bild: www.imago-images.de

Gonzalez wollte sich für Ascari opfern

Ferraris Topfahrer Ascari - er gewann 13 Rennen, wurde zweimal Weltmeister und verunglückte 1955 bei Testfahrten in Monza tödlich - schied mit einem Getriebeschaden aus. Es war die Zeit, in denen ein Fahrerwechsel noch möglich war. Gonzalez glaubte, er müsste sein Gefährt Ascari überlassen. Als er zum Tanken an die Boxen kam, stieg er aus, um Ferraris erstem Fahrer Platz zu machen. Aber er wurde angewiesen, selber weiterfahren. Schliesslich brachte Gonzalez einen Vorsprung von satten 50 Sekunden auf Fangio ins Ziel.

abspielen

Der historische erste Sieg im Video. Video: YouTube/Duke Video

Die Schweizer Fachzeitung «Sport» in Zürich widmete seinerzeit der Formel 1 breite Artikel. Über das Rennen war unter anderem zu lesen: «Was wir in unserer Vorschau auf das Rennen in Silverstone angedeutet haben, ist eingetroffen. Alfa Romeo hat seine erste diesjährige Niederlage bezogen, nachdem die Mailänder Scuderia schon in den vorangegangenen Rennen gewisse Schwächen verraten hatte. ... Im vierten Aufeinandertreffen in diesem Jahr konnte nun Ferrari den längst verdienten Sieg feiern. Träger des Erfolgs ist erstaunlicherweise keiner der beiden bisherigen Stützen Ascari und Villoresi, sondern Gonzalez, der sozusagen in letzter Minute in die Fabrikmannschaft aufgenommen worden war. Fangios Landsmann hat seine Berufung glänzend rechtfertigt. ... Der Sieg von Ferrari ist umso beachtlicher, als Gonzalez bereits die beste Trainingszeit gefahren war.»

Silverstone, England. 12th - 14th July 1951. Jose Froilan Gonzalez (Ferrari 375), 1st position, podium, portrait. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY open-uri20121023-21664-1hxb10v

Gonzalez nimmt die Gratulationen nach dem Sieg entgegen. Bild: www.imago-images.de

Ferrari hatte seine Siegespremiere möglicherweise auch dem damals brandneuen britischen Rennstall BRM («British Racing Motors») zu verdanken. Das Rennen in Silverstone war ursprünglich für den Mai programmiert. BRM war jedoch mit der Entwicklung noch nicht so weit, dass es schon im Mai in seiner Heimat hätte starten können. Deshalb - so hiess es in einer inoffiziellen Version - sei das Rennen verschoben worden.

Selbst der 14. Juli kam für BRM noch früh. Für das Training waren die beiden Autos noch nicht einsatzfähig. Sie wurden für das Rennen jedoch zugelassen und auf die hintersten zwei Startplätze gesetzt. Umso verblüffender war das Abschneiden: Reg Parnell wurde Fünfter, Peter Walker Siebter. Dank dem terminlichen Entgegenkommen für BRM hatte Ferrari ein paar Wochen mehr Zeit erhalten, um besser zu werden.

Es folgten viele rote Weltmeister

Mit dem Triumph in Silverstone brachen für Ferrari alle Dämme. Ascari siegte gleich darauf sowohl auf dem Nürburgring als auch in Monza. In den Saisons 1952 und 1953 hiess der Weltmeister Ascari. Fangio errang 1956 seinen vierten von fünf Weltmeistertiteln ebenfalls in einem Ferrari.

Bildnummer: 08148230  Datum: 10.07.2011  Copyright: imago/Crash Media Group
10.07.2011- Fernando Alonso (ESP), Scuderia Ferrari drives the 1951 Silverstone winning Ferrari 375 British Grand Prix, Silverstone 07-10 July 2011 PUBLICATIONxNOTxINxUK ; Motorsport Herren Formel 1 F1 F WM GP GBR Silverstone vdig xsp x2x 2011 quer Aufmacher premiumd o0 Oldtimer, Klassiker, Classic, Car, Rennwagen Objekt o0 Aktion Fan Publikum  Geschichte, Historie, Motorsporthistorie, Motorsportgeschichte

Image number 08148230 date 10 07 2011 Copyright imago Crash Media Group 10 07 2011 Fernando Alonso ESP Scuderia Ferrari drives The 1951 Silverstone Winning Ferrari 375 British Grand Prix Silverstone 07 10 July 2011 PUBLICATIONxNOTxINxUK motor aviation men Formula 1 F1 F World Cup GP GBR Silverstone Vdig  x2x 2011 horizontal Highlight premiumd o0 Oldtimer Classic Classic Car racing car Object o0 Action shot supporter crowd History History Motorsport history Motorsport history

Fernando Alonso fährt 60 Jahre nach dem historischen ersten Sieg im Auto von 1951. bild: imago images / Crash Media Group

Jetzt war der Weg frei für die Weltmeister der Scuderia Ferrari, die im Lauf der Jahrzehnte noch folgen sollten: Mike Hawthorn, Phil Hill, John Surtees, Niki Lauda, Jody Scheckter, Michael Schumacher und Kimi Räikkönen. (dab/sda)

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die Mehrfach-Weltmeister der Formel 1

«Kauft kein Plastik» – Formel1 Star säubert Bucht auf Mykonos

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Unvergessen

Weil Coltorti «die Energie» verlässt, kommt es zum grössten Goalieflop der Super League

11. August 2007: Mit 3:0 führt GC bei Luzern nach 62 Minuten. Der Mist scheint geführt. Doch die Innerschweizer kommen bis zur 88. Minute auf 2:3 heran – und in der Nachspielzeit geschieht, was sich niemand vorstellen kann.

Man hätte es ahnen müssen. An einem Tag, an dem der Fleisch gewordene Chancentod Demba Touré zwei Tore erzielt, da kann alles passieren. Alles.

Tatsächlich reiben sich die 13'000 Zuschauer auf der ausverkauften Luzerner Allmend verwundert – und die meisten enttäuscht – die Augen. 3:0 steht es nach gut einer Stunde, 3:0 für GC. Raul Bobadilla hatte schon in der 7. Minute getroffen und dann eben Touré zweimal (29. und 62.).

Doch Luzern kämpft sich zurück. Mauro Lustrinelli erzielt in der 68. …

Artikel lesen
Link zum Artikel