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Deutsche Wirtschaft schrumpfte im Sommer etwas



Die deutsche Wirtschaft ist Ökonomen zufolge wegen schwächelnder Autobauer im Sommer zum ersten Mal seit Anfang 2015 geschrumpft.

«Die Wirtschaftsleistung in Deutschland dürfte im dritten Quartal um etwa 0.3 Prozent gesunken sein», teilten die Forscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) am Freitag mit.

Die Commerzbank geht von einem leichten Rückgang um rund 0.1 Prozent aus. «Denn aufgrund der Probleme bei der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP haben viele Autohersteller ihre Produktion in den vergangenen Monaten deutlich heruntergefahren», sagte Bank-Konjunkturexperte Ralph Solveen. Sowohl die IfW-Forscher als auch die Commerzbank erwarten zum Jahresende wieder spürbares Wirtschaftswachstum.

Gegenwind für Industrie

Allerdings bläst der Industrie zunehmend Gegenwind ins Gesicht. Dies zeigt sich auch beim Einkaufsmanagerindex des Instituts IHS Markit, der im Oktober um 1.5 auf 52.2 Punkte sank. Damit liegt das Barometer zwar noch über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern, fiel aber auf den tiefsten Stand seit fast zweieinhalb Jahren. Denn die Betriebe verzeichneten erstmals seit Ende 2014 einen Rückgang der Neuaufträge.

«Einige der befragten Manager schrieben die erneute Abschwächung den anhaltenden Querelen in der Automobilbranche sowie der Zurückhaltung bei ausländischen Kunden zu», teilte IHS Markit zur Umfrage unter 400 Firmen mit. Die Unternehmen blickten erstmals seit vier Jahren wieder skeptisch auf die nächsten zwölf Monate.

Eurozone spürt Handelskonflikte

Auch die gesamte Industrie der Euro-Zone bekommt schwächelnde Exporte und die weltweiten Handelskonflikte zu spüren. Der Einkaufsmanagerindex fiel hier um 1.2 auf 52.0 Punkte. Das Neugeschäft sackte wegen der «zunehmenden Handelshemmnisse erstmals seit knapp vier Jahren» leicht ab. «Bei den Exportaufträgen kam es zum ersten Mal seit über fünf Jahren wieder zu Einbussen», sagte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson. Zudem seien die Geschäftsaussichten auf den tiefsten Stand seit 2012 abgestürzt. Die Daten für die Industrie signalisieren laut Williamson, «dass sich der Abwärtstrend im Laufes des vierten Quartals 2018 weiter beschleunigen und der Sektor sogar schrumpfen könnte».

Die Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal werden am 14. November bekanntgegeben. Die Kieler Experten begründen den von ihnen veranschlagten Rückgang mit der jüngst vom Statistikamt Eurostat veröffentlichten vorläufige Schnellschätzung für das Wachstum im Euro-Raum von rund 0.2 Prozent. Vor allem wegen der Probleme der Autobauer sorgten Sondereffekte für das schwache Wachstum in Deutschland, sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths.

Das «konjunkturelle Grundmuster» hingegen zeige weiter bergauf. Deshalb dürfte das BIP im vierten Quartal deutlich steigen. Commerzbanker Solveen rechnet mit rund einem halben Prozent. «Das hängt davon ab, wie schnell die Autoproduktion wieder steigt.» (sda/awp/reu)

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