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Darwins Nasenfrosch droht auszusterben



Ein Pilz droht den einzigartigen Darwin- oder Nasenfrosch auszurotten. Das belegen Forschende der Universität Zürich in einem internationalen Forschungsprojekt und fordern Rettungsmassnahmen.

Er ist nur so gross wie ein Daumennagel und droht, bald ganz zu verschwinden: Darwins Nasenfrosch (Rhinoderma darwinii) könnte dem Pilz Batrachochytrium dendrobatidis zum Opfer fallen, warnen Forschende der Uni Zürich. Die von Darwin entdeckte Froschart kommt in den Wäldern Südargentiniens und Chiles vor.

Zwar wurden kaum je an dem Pilz gestorbene Tiere gefunden, jedoch schrumpft der Bestand der Darwinfrösche allmählich. Davon berichtet ein internationales Team von Wissenschaftlern aus Chile, Grossbritannien und von der Universität Zürich im Fachblatt «Proceedings of the Royal Society B». Die Forscher befürchten, dass vom Pilz befallene Populationen innerhalb von 15 Jahren aussterben und fordern dringend Schutzmassnahmen, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte.

Weltweite Seuche bedroht Amphibien

Der Pilz löst die sogenannte Chytridiomykose aus, eine Krankheit, die in zahlreichen Ländern weltweit grassiert und zum globalen Amphibiensterben beiträgt. Viele Arten wurden durch den Pilz bereits ausgerottet.

Zwar galt der Bestand der Darwinfrösche bisher als relativ stabil angesichts der Pilzerkrankung. Ein Massensterben wie bei anderen Arten wurde nicht beobachtet.

Dennoch deutet der allmählich schrumpfende Bestand darauf hin, dass auch Darwins Nasenfrösche dem Pilz zum Opfer fallen und von ihm ausgelöscht werden könnten. Allenfalls sei die Art bereits vor einem Jahrzehnt infiziert worden, wobei sich die Auswirkungen erst jetzt zeigten, vermuten die Wissenschaftler.

Verzögerter Effekt

«Was wir am Beispiel des bekannten Darwinfrosches herausgefunden haben, könnte für andere Arten ebenso gravierend sein», kommentierte Benedikt Schmidt von der Universität Zürich gemäss der Mitteilung.

«Wir haben schon lange erkannt, dass der Chytridpilz die Amphibien weltweit befällt. Wir nahmen jedoch an, dass die Auswirkungen der Krankheit auf die Wirtspopulationen schnell sichtbar würden», so Schmidt weiter. Ein ähnlich langsames Aussterben könne auch weitere Wildtierarten in anderen Regionen betreffen, befürchten die Wissenschaftler. (sda)

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