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Von Corona genesen oder im Ausland geimpft worden? Diese 3 Dinge könnten schiefgehen

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29.07.2021, 05:5829.07.2021, 12:56

Ohne Covid-Zertifikat sind internationale Reisen derzeit fast ausgeschlossen. Und auch der Besuch von Grossevents ist derzeit nur mit Zertifikat möglich. Doch es kann einiges schief laufen. Diese drei Fälle zeigen, auf was du achten musst:

Mit dem «falschen Stoff» im Ausland impfen

In 181 Ländern wird AstraZeneca verimpft. Es ist entsprechend davon auszugehen, dass viele Schweizer, die sich im Ausland geimpft haben, AstraZeneca erhielten. Dies kann zu Problemen führen, wie nun ein Vorfall zeigt.

Eine Schweizerin, die in Jordanien lebt, hat sich ihren Aufenthalt in der Schweiz wohl anders vorgestellt, wie «SRF» berichtet. Ihr Antrag auf ein Covid-Zertifikat ist trotz vollständiger Impfung abgelehnt worden. Die Begründung: Die Impfung erfolgte mit AstraZeneca. Die Schweizerin müsse bei Grossveranstaltungen trotzdem noch einen Schnelltest machen.

«Schweizer Covid-Zertifikate werden nur für Personen ausgestellt, die mit Impfstoffen geimpft sind, die in der Schweiz zugelassen sind», begründet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Vorfall. Zu den zugelassenen Impfstoffen zählen hierzulande aktuell jene von Pfizer/Biontech, Moderna und Johnson & Johnson.

Wer sich im Ausland mit den Impfstoffen Sputnik, Sinopharm oder Sinovac geimpft hat, wird in der Schweiz genauso wie die in Jordanien wohnhafte Schweizerin aktuell kein Schweizer Covid-Zertifikat erhalten.

Andere Regeln gelten hingegen beim EU-Covid-Zertifikat

Doch AstraZeneca ist nicht der einzige Grund, dass die Schweizerin hier nicht ohne Schnelltest an eine Grossveranstaltung könnte. Hätte sie den Impfstoff nämlich in einem der EU-Länder verabreicht bekommen, hätte sie ein «EU Digital COVID Certificate» erhalten, das mit dem Schweizer Covid-Zertifikat kompatibel ist und in der Schweiz anerkannt. Beide Zertifikate können in allen EU- und EFTA-Staaten verwendet werden. Das Zertifikat gilt als eine Art «Eintrittskarte» sowohl bei der Einreise als auch bei einem Grossevent.

In den meisten der EU- und EFTA-Staaten wird das Vakzin AstraZeneca verimpft. Wer vollständig geimpft ist, erhält sein Zertifikat – unabhängig davon, welchen Impfstoff man verabreicht bekommen hat. In der Schweiz ist der Impfstoff von AstraZeneca nach wie vor nicht zugelassen. Das EU-COVID-Zertifikat wird hingegen anerkannt – Impfstoff hin oder her.

Verwirrung um Einreisebestimmungen

Auch punkto Einreise gelten andere Bestimmungen. Wer vollständig mit einem Impfstoff geimpft ist, der entweder in der Schweiz (Swissmedic) oder in der EU (EMA) zugelassen ist oder auf der Liste der WHO steht, kann ohne Test- und Quarantänepflicht in die Schweiz einreisen. Das sind:

  • AstraZeneca
  • Johnson and Johnson
  • Moderna
  • Pfizer/BionTech
  • Sinopharm
  • Sinovac

Wer sich beispielsweise in China mit Sinovac geimpft hat, der kann zwar einreisen, nicht aber ein Schweizer Covid-Zertifikat beantragen. Erst wenn Swissmedic die Zulassung eines Impfstoffes erteilt, können Schweizer Covid-Zertfikate ausgestellt werden, so das BAG.

Covid kriegen und keinen Test machen

Eine besonders ärgerliche Erfahrung musste auch watson-User Dimitri machen. Auf seinen Wunsch hin haben wir den Namen anonymisiert. Dimitri infizierte sich wohl im Frühjahr 2021 mit dem Covid-Virus. Wann genau das passierte, weiss er nicht. «Im Januar fühlten sich gleich mehrere Leute in meinem familiären Umfeld ein bisschen schlapp. Wir witzelten, es könnte ‹Corona› sein – auf einen Test verzichtete ich aber. Das war eine dumme Entscheidung, wie sich nun zeigt.»

Für Dimitri gibts vorerst kein solches Zertifikat.
Für Dimitri gibts vorerst kein solches Zertifikat.
bild: watson

Dimitris Vermutung wurde nämlich bestätigt: Ein im April 2021 gemachter Antikörper-Test schlug bei ihm positiv aus, was auf eine durchgemachte Corona-Infektion oder eine Impfung hinweist. Dimitri liess sich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht impfen. Den Antikörper-Test konnte er trotzdem nicht dafür nutzen, um zu beweisen, dass er «genesen» war. Mit der Konsequenz, dass Dimitri zwar Corona-Antikörper in sich trägt, aber kein Zertifikat dafür kriegt.

Den Eishockey-Fan ärgert das im Hinblick auf den Saisonstart im Herbst. «Um ins Stadion zu kommen, bleiben mir zwei Optionen übrig: Mich immer wieder testen zu lassen oder die Impfung zu bekommen. Letzteres kommt für mich derzeit aber wegen einer Vorerkrankung nicht in Frage.» Verhindern hätte er das nur mit einem positiven PCR-Test können. Doch dafür ist es zu spät.

Hintergrund dieser ärgerlichen Rechtslage ist ein Entscheid auf europäischer Ebene. Bei der Frage, wie man den «Genesenen»-Status für alle Länder einigermassen standardisieren kann, wurde einzig ein positiver PCR-Test gewählt. Man wollte so verhindern, dass unterschiedliche Praxis der Länder bezüglich Antikörper-Tests zu Problemen führt.

Zweiten Vornamen nicht angeben

Die persönlichen Angaben auf dem Covid-Zertifikat müssen unbedingt mit den Angaben im Reisepass oder der Identitätskarte (ID) übereinstimmen. Und zwar Buchstabe für Buchstabe, Zahl für Zahl. Ein nicht korrektes Geburtsdatum oder ein fehlender zweiter Vorname könnten dazu führen, dass das Covid-Zertifikat bei einer Überprüfung abgelehnt wird.

Das erlebte auch watson-Digitalredaktor Daniel Schurter, wie er in einer Story berichtete (siehe unten). Je nach dem, in welchem Kanton man wohnt, kann das jedoch zu einer grösseren administrativen Arbeit werden.

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