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«Ruag» wegen Frankenstärke und Export-Beschränkungen in der Defensive



Der starke Franken und Beschränkungen beim Export von Rüstungsgüter haben Ruag das Halbjahresergebnis vermiest. Dank Sparprogrammen konnte der Rüstungs- und Technologiekonzern jedoch die Gewinnmarge stabil halten.

9-Millimeter-Patronen laufen am Donnerstag, 25. Juli 2002 in Thun in der Munitionsabteilung des Ruestungskonzerns Ruag, der Ruag Munition, durch den Fabrikationsprozess. Die Ruag kuendigte am Donnerstag an, dass sie von der Deutschen Dynamit Nobel 80 Prozent der auf Kleinkalibermunition spezialisierten Dynamit Nobel Ammo Tec uebernommen hat. Das aus dieser und der Ruag Munition bestehende Unternehmen soll Ruag Ammotec heissen.  (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Die Munitionsproduktion läuft auch Hochtouren. Bild: KEYSTONE

Im Vergleich mit der Vorjahresperiode sank der Umsatz im ersten Halbjahr 2015 um 10,5 Prozent auf 824 Millionen Franken. Mit einem Minus von 10,8 Prozent fiel auch der Gewinn in fast gleichem Mass tiefer aus, wie Ruag am Mittwoch mitteilte. Der Technologiekonzern begründet den Rückgang unter anderem mit dem starken Franken. Dieser habe den Umsatz um 53 Millionen Franken gedrückt.

Aber auch währungsbereinigt sanken die Verkäufe um 5,4 Prozent, was laut Ruag auf weniger Auslieferungen in der Geschäftsfliegerei und in der Raumfahrt zurückzuführen sei. Zusätzlich erschwerend habe sich die Exportbeschränkungen für Rüstungsgüter in Konfliktregionen ausgewirkt, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Mehr Munition, weniger Flugzeugteile

Auf die Geschäftsbereiche bezogen sanken die Verkäufe in den Divisionen Space, Aviation und Defence. Die Divisionen Ammtec mit der Produktion von Kleinkalibermunition und der Flugzeugstrukturbau (Aerostructures) dagegen konnten ihre Umsätze steigern. Ammotec habe dabei insbesondere von der guten Entwicklung des Jagd- und Sportschützenmarktes in Nordamerika profitiert.

Trotz des deutlichen Umsatzeinbruchs konnte Ruag die Gewinnmarge gegenüber der Vorjahresperiode stabil halten. Dieses Resultat sei wesentlich auf ein Ende 2014 gestartetes Konzernoptimierungsprogramm zurückzuführen, das aufgrund der Frankenstärke beschleunigt und erweitert worden sei, heisst es in der Mitteilung.

Die Produktion der Ruag in Emmenbruecke anlaesslich der Bilanzmedienkonferenz der Ruag vom Donnerstag, 19. Maerz 2015, in Emmenbruecke. Der Ruestungs- und Technologiekonzern Ruag hat 2014 erneut mehr Geld verdient. Der Reingewinn kletterte um 8 auf 102 Mio. Franken. Das Unternehmen reduzierte seine Abhaengigkeit vom wichtigsten Einzelkunden, der Schweizer Armee, weiter. Der Umsatz stieg um 1,6 Prozent auf 1,78 Mrd. Franken. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Flugzeug-Produktion der Ruag in Emmenbrücke. Bild: KEYSTONE

Das Programm ziele primär auf die Effizienzsteigerung und Einkaufsoptimierungen ab. Das Unternehmen hat in den Schweizer Werken bei besonders betroffenen Bereichen jedoch auch die Wochenarbeitszeit erhöht. Insgesamt hätten mit diesen Massnahmen Währungseffekte von über 10 Millionen Franken wettgemacht werden können.

Für das zweite Halbjahr bereitet Ruag die Exportsituation von Rüstungsgütern in den Nahen Osten Sorgen. Bei andauernden Beschränkungen seien die Ruag-Werke in der Schweiz betroffen, schreibt das Unternehmen. Insgesamt erwartet Ruag für die Monate Juli bis Dezember einen schwächeren Geschäftsverlauf als im Vorjahr. Der Rückgang in der Geschäftsfliegerei und in der Raumfahrt sollte jedoch laut Mitteilung durch höhere Auslieferungen im zweiten Halbjahr kompensiert werden. 

(sda)

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