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White House senior adviser Kellyanne Conway talks with reporters outside the White House, Wednesday, Jan. 23, 2019, in Washington. (AP Photo/ Evan Vucci)

Kellyanne Conway ist berühmt dafür, den Leuten das Wort im Munde umzudrehen. Eine Meisterin der «Alternativen Fakten». Bild: AP/AP

Wegen Trump: Federkrieg von Kellyanne und George Conway hält Washington in Atem

Washington zerbricht sich den Kopf, wie es Kellyanne und George Conway miteinander aushalten – denn die beiden prominenten Konservativen streiten sich in aller Öffentlichkeit über Präsident Donald Trump.

Renzo Ruf / ch media



Sie arbeitet für den Präsidenten, und verteidigt Donald J. Trump, wie sie ihn meist nennt, eisern.

Er wiederum kann den Bewohner des Weissen Hauses nicht ausstehen, und macht sich derzeit auf dem Kurznachrichtendienst Twitter Sorgen um den Gesundheitszustand des Präsidenten.

Und obwohl dieser Gegensatz eigentlich unvereinbar ist, sind Kellyanne Conway (52) und George Conway (55) seit 2001 (angeblich glücklich) miteinander verheiratet und wohnen zusammen mit ihren vier Kindern in einem stattlichen Haus in Washington.

FILE - In this Thursday, Jan. 19, 2017 file photo, President-elect Donald Trump adviser Kellyanne Conway, center, accompanied by her husband, George, speaks with members of the media as they arrive for a dinner at Union Station in Washington, the day before Trump's inauguration. Trump has chosen George Conway to head the civil division of the Justice Department. The Wall Street Journal reports that he was chosen to head the office that has responsibility for defending the administration's proposed travel ban and defending lawsuits filed against the administration. The White House and the Justice Department would not confirm the pick Saturday, March 18, 2017. George Conway declined to comment. (AP Photo/Matt Rourke)

Kellyane und George Conway. Bild: ASSOCIATED PRESS/AP

Wie halten sie das aus?

So weit, so bekannt – auch wenn sich die Politbeobachter in der Hauptstadt seit Monaten den Kopf darüber zerbrechen, wie es die beiden miteinander aushalten. Äusserungen des Wahlkampfmanagers von Trump, und eine scharfe Zurechtweisung des Präsidenten, sorgen nun aber dafür, dass das Eheleben der Conways erneut im Zentrum des Washingtoner Tratsches steht.

Dafür verantwortlich ist George Conway. Der Jurist, der für die renommierte Kanzlei Wachtell, Lipton, Rosen & Katz arbeitet, gehört eigentlich zum konservativen Establishment des Landes – so ist er Mitglied der Federalist Society, die republikanische Präsidenten bei der Suche nach linientreuen Richtern behilflich ist. Es wäre deshalb nur folgerichtig gewesen, dass Conway bei Amtsantritt Trumps in den Staatsdienst eingetreten wäre.

«Sein Zustand wird schlimmer»

Doch im Frühjahr 2017 entschied er sich dagegen, den prestigeträchtigen Posten des Solicitor General im Justizministerium zu übernehmen – auch weil er sich nicht von einem unsteten Präsidenten einspannen lassen wollte. Seither verbreitet er auf Twitter scharfzüngige Kommentare über die Arbeit der Regierung, ungeachtet der Tatsache, dass Gattin Kellyanne im Weissen Haus eine der engsten Beraterinnen des Präsidenten ist.

So verbreitete Conway am Montag, nachdem Trump sich am Wochenende die Zeit wieder einmal mit zahlreichen Tiraden vertrieben hatte, Passagen aus einem Handbuch über psychische Persönlichkeitsstörungen – die seiner Meinung nach belegen, dass der amerikanische Präsident an pathologischem Narzissmus oder dissozialer Persönlichkeitsstörung leidet. Auch schrieb George Conway über Trump: «Sein Zustand wird schlimmer.»

«Versager»

Dies wiederum nahm Brad Parscale, der Wahlkampfmanager Trumps, zum Anlass, gegen Conway zu keilen. Es sei allseits bekannt, dass der Präsident ihm einen Korb gegeben, und George Conway seinen Traumjob nicht erhalten habe, schrieb Parscale am Montag auf Twitter. «Jetzt schadet er seiner Frau, weil er eifersüchtig auf ihren Erfolg ist.»

Auch behauptete Parscale, dass Trump «Mr. Kellyanne Conway» – wie er vom Präsidenten auch schon genannt wurde – gar nicht kenne. Diese Debatte weckte das Interesse des Präsidenten. Jedenfalls sah sich Trump dazu veranlasst, Conway – ebenfalls auf Twitter – als «kompletten Versager» zu bezeichnen.

Natürlich konnte Conway dies nicht auf sich beruhen lassen. Also schrieb er am Dienstag: «Gratulation!» Weil Trump sich in die Debatte eingemischt habe, könnten sich nun Millionen von Menschen selbst ein Bild davon machen, dass der Präsident an einer Persönlichkeitsstörung leide. «Good job!», schrieb er, und man darf wohl annehmen, dass er dies sarkastisch meinte.

Und weil virtuelle Auseinandersetzungen nie enden, legte Parscale nach, und behauptete, «das Gerücht» stimme nicht, dass George Conway Trump und Kellyanne einander vorgestellt habe. «LOL», lautete die trockene Antwort Conways, was sich lose mit «Das glaubst du wohl selbst nicht» übersetzen lässt. Denn die Geschichte ist wohlbekannt. Kurz nach ihrer Heirat zogen George und Kellyanne in eine Wohnung im Trump World Tower in Manhattan.

Während einer Stockwerkeigentümer-Versammlung hielt George eine flammende Rede gegen die Umbenennung des Gebäudes; dadurch wurde Trump auf ihn aufmerksam. Das Angebot, in der Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft tätig zu werden, lehnte George aber ab. Stattdessen schlug er seine Gattin vor – Kellyanne war es auch, die im Sommer 2016 endlich Struktur in den Wahlkampf von Trump brachte und deshalb verantwortlich für den Sieg des Republikaners zeichnete. George unterstützte sie dabei, so gut es ging.

Verstösst der Ehemann gegen Ehegelöbnis?

Stellt sich die Frage, was denn eigentlich Kellyanne Conway von den virtuellen Keilereien zwischen ihrem Gatten und ihrem Vorgesetzten hält. Der «Washington Post» sagte sie vor einigen Monaten, sie finde die Tweets von George «respektlos» und man könne argumentieren, dass ihr Gatte gegen das Ehegelöbnis verstosse.

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • swisskiss 19.03.2019 23:37
    Highlight Highlight Tja, da gibts nur Eines. Getrennte Arbeitszimmer...
  • eBart! 19.03.2019 22:39
    Highlight Highlight "So weit, so bekannt – auch wenn sich die Politbeobachter in der Hauptstadt seit Monaten den Kopf darüber zerbrechen, wie es die beiden miteinander aushalten."

    Politbeobachter? Oder doch eher gelangweilte Boulevard "Journis"?

  • malu 64 19.03.2019 22:29
    Highlight Highlight Krieg und Frieden, wie in mancher anderen Beziehung. Jedenfalls haben sie einander auch nach 18 Jahren noch etwas zu erzählen.
  • Bynaus @final-frontier.ch 19.03.2019 21:53
    Highlight Highlight Ich bin sicher, die beiden genehmigen sich alle paar Tage ein gemütliches Glas Wein und amüsieren sich dabei köstlich über Trump.
  • ricardo 19.03.2019 20:09
    Highlight Highlight Wahrscheinlich wählen die Amis diesen Clown alleine schon deswegen für weitere vier Jahre. Comedy auf diesem Niveau kriegt man schliesslich nirgendwo sonst täglich frei Haus serviert.
    • tagomago 19.03.2019 22:11
      Highlight Highlight Nein. Sie werden ihn wieder wählen: entweder weil die Demokraten wieder einen Kandidaten aus dem Zentrum aufstellen werden, welcher die gleiche Agenda wie Trump hat. Oder weil der progressive Kandidat der Demokraten von den Medien und der Elite nicht unterstützt wird und diese Leute dann doch lieber Trump wählen.
  • Dede7 19.03.2019 19:49
    Highlight Highlight Lügen gehört zum Job. Hat jedenfalls Cohen behauptet. Und sie trennt einfach den Job von Privatleben..
  • Binnennomade 19.03.2019 18:05
    Highlight Highlight Ich finde, die beiden haben einander verdient.
  • Pana 19.03.2019 17:19
    Highlight Highlight Sozusagen eine alternative Ehe.

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