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Noch gibt es keinen Run auf die Impfdosen von Johnson & Johnson – so wird es wohl bleiben

Seit Mittwoch kommt in der Schweiz auch der Impfstoff von Johnson & Johnson. Er ist eine Alternative für jene, die sich nicht mit einem mRNA-basierten Vakzin impfen lassen können oder wollen. Doch die Impfquote wird dank Johnson & Johnson kaum signifikant ansteigen.
07.10.2021, 07:00
Christoph Bernet / ch media
Ampullen des Impfstoffs von Hersteller Johnson & Johnson.
Ampullen des Impfstoffs von Hersteller Johnson & Johnson.Bild: keystone

Am Mittwoch wurde in der Schweiz erstmals der Impfstoff von Hersteller Johnson & Johnson (J&J) verimpft. Letzte Woche gab der Bund den Kauf von rund 150'000 Dosen dieses vektorbasierten Vakzins bekannt. Die Impfdosen werden aufgrund ihrer Bevölkerungsgrösse an die Kantone verteilt.

Der Impfstoff ist primär für Personen vorgesehen, welche sich aufgrund einer medizinischen Indikation nicht mit einem der beiden in der Schweiz verwendeten mRNA-Impfungen von Moderna und Pfizer/Biontech impfen lassen können. Etwa, weil sie gegen Inhaltsstoffe dieser Vakzine allergisch sind. Doch diese Personengruppe ist eher klein. Im Kanton Bern mit über einer Million Einwohnern rechnet die Gesundheitsdirektion schätzt man sie lediglich auf einige Dutzend Personen.

Andrang hält sich bislang in Grenzen

Deutlich grösser ist die Anzahl derer, die eine Impfung mit mRNA-Vakzinen aus anderen Gründen ablehnen. Anfangs Juli fragte das Meinungsforschungsinstitut Sotomo im Rahmen einer SRG-Umfrage nach den Gründen für einen Impfverzicht. 72 Prozent der Befragten, die sich damals noch nicht geimpft hatten, nannten die aus ihrer Sicht zu wenig erprobten mRNA-Impfungen als Grund.

Ein Grossteil der Ungeimpften misstraut den mRNA-Impfungen.
Ein Grossteil der Ungeimpften misstraut den mRNA-Impfungen.Bild: keystone

In dieser Gruppe stösst der neu verfügbare Impfstoff von J&J auf ein reges, wenn auch kein reissendes Interesse. Im Aargau etwa hatten bis Mittwochmorgen 700 Personen für eine J&J-Impfung angemeldet. Am Mittwoch wurden Patienten geimpft, die von ihren Hausarztpraxen aus medizinischen Gründen angemeldet wurden. Für Donnerstag, für den Termine für alle verfügbar waren, haben sich gemäss Michel Hassler von der Gesundheitsdirektion über 200 Personen angemeldet. Zum Vergleich: In der laufenden Woche wurden im Aargau täglich zwischen 600 und 700 Erstimpfungen mit mRNA-Vakzinen durchgeführt.

In Basel-Stadt hatten sich bis zum frühen Mittwochnachmittag 130 Personen für eine J&J-Impfung angemeldet, wie Anne Tschudin vom Gesundheitsdepartement sagt. Zum Vergleich: In der laufenden Woche gab es in Basel-Stadt täglich zwischen 400 und 600 mRNA-Erstimpfungen. Für die Kantone Bern und Zürich ist es noch zu früh für ein Fazit.

Kein Sprung bei der Impfquote zu erwarten

Doch der neu verfügbare Impfstoff alleine dürfte noch nicht für eine signifikanten Anstieg der Impfquote sorgen, sagt Meinungsforscher Michael Hermann von Sotomo, Mitautor der erwähnten SRG-Umfrage.

«Schon die Ausdehnung der Zertifikatspflicht hat gezeigt, wie schwierig es mittlerweile ist, die noch ungeimpften Bevölkerungskreise von den Vorteilen einer Impfung zu überzeugen.»
Michael Hermann bezweifelt einen signifikanten Anstieg der Impfquote.
Michael Hermann bezweifelt einen signifikanten Anstieg der Impfquote.Bild: keystone

Auch wenn Impfskeptiker in Umfragen die neuartigen mRNA-Impfstoff oftmals als Grund fürs Nicht-Impfen angegeben, zweifelt Hermann daran, dass sich viele von ihnen nun mit J&J impfen lassen werden. «Grosse Sprünge bei der Impfquote werden wir nicht sehen.» (saw/ch media)

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