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Eine Titelseite finanziert von Leuten, denen der Wahlkampf mächtig stinkt.<br data-editable="remove">
Eine Titelseite finanziert von Leuten, denen der Wahlkampf mächtig stinkt.
bild: roman rey 
Serie - Liebe 20-Minuten-Leser

«20 Minuten»-Sprecher: «Wir werden die 126'000 Franken verbuchen wie bei allen anderen Inserenten auch»

Heute stehen auf der Titelseite von «20 Minuten» 12’278 Namen von Menschen, die gegen den Wahlkampf-Klamauk der SVP und gekaufte Aufmerksamkeit protestieren. Konzern-Sprecher Christoph Zimmer wehrt sich gegen Vorwürfe, die Medien des Unternehmens wären käuflich. 
14.10.2015, 07:1915.10.2015, 12:11

Herr Zimmer, auf sozialen Medien wurde immer wieder die Forderung laut, «20 Minuten» müsse das Geld für die Titelseite spenden. Stand dies jederzeit ausser Frage?
Christoph Zimmer: Wie sich unsere Redaktion einem neutralen Journalismus verschieben hat, behandeln wir auch alle unsere Kunden gleich. Auch Parteien finanzieren sich über Spenden. Es wäre also nicht fair, das Inserat von Donat Kaufmann anders zu behandeln als jenes der SVP.

Sie werden es also nicht spenden?
Nein, Herr Kaufmann bekommt für den gesammelten Betrag eine klar definierte Medialeistung, in dem Sinn werden wir die 126'000 Franken verbuchen wie bei allen anderen Inserenten auch.

Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer.<br data-editable="remove">
Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer.
Bild: Twitter
«Unsere Medien sind nicht käuflich, unser Inserateraum schon.»

Überraschte Sie die heftige Reaktion, die Ihre an die SVP verkaufte «20 Minuten»-Titelseite auslöste?
Die Zahl der direkten Leserreaktionen war eher gering. In der ersten Woche gingen weniger als zehn Rückmeldungen ein. Im Verhältnis zu den gegen drei Millionen Lesern und den täglich mehr als 1‘000 E-Mails, die «20 Minuten» erhält, ist das eine verschwindend kleine Zahl. Aber dass die Werbung der SVP polarisiert, ist klar. Die Sammelaktion auf Wemakeit war natürlich nicht absehbar, ist aber durchaus kreativ.

Was ist Ihre Haltung zur inhaltlichen Message des erfolgreichen Crowdfunding-Projekts? Es ist auch eine Kritik an «gekauften» Medien.
Unsere Medien sind nicht käuflich, unser Inserateraum schon. Hier hat die SVP um Stimmen geworben, hier erhält nun auch Donat Kaufmann Raum für seine Kritik.

«Die Titelseite steht auch weiterhin für Buchungen politischer Parteien zur Verfügung.»

Haben Sie sich über das Projekt – und das Geld – gefreut?
Mit «20 Minuten» erreichen wir täglich 2.7 Millionen Leserinnen und Leser in der Schweiz. Selbstverständlich freut es uns, wenn wir mit unserem Inserateraum und der damit verbundenen Aufmerksamkeit zur politischen Debatte in der Schweiz beitragen können. Mit den Einnahmen finanzieren wir unabhängigen Journalismus, den schweizweit 150 Journalistinnen und Journalisten für «20 Minuten» leisten.

Würden Sie Ihre Titelseite jederzeit wieder an die SVP verkaufen?
Ja, die Titelseite steht auch weiterhin für Buchungen politischer Parteien zur Verfügung. Ein Inserat muss aber unseren Richtlinien entsprechen, das heisst es muss einen eindeutigen Absender haben, gesetzeskonform sein und darf nicht gegen die guten Sitten verstossen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, gibt es für uns keinen Grund, Inserate abzulehnen.

Bei «20 Minuten» kaufte Toni Brunner das Editorial, bei watson durften alle anderen eines schreiben:

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«Liebe ‹20 Minuten›-Leserinnen und Leser» – die watson-Editorials
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57 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Cheese
14.10.2015 07:56registriert Mai 2014
Könntet ihr Euch den Aufschrei seitens SVPlern vorstellen, wenn 20 min diese Einnahmen anders verbuchen würde? Da wären ja ihre Theorien der "linken Medien" auf ganzer Linie bestätigt. Ich hätte als TA-Media genau so gehandelt. Als Mensch hätte ich jedoch die Inserateeinnahmen der SVP (!) an die Glückskette oder Flüchtlingshilfe Schweiz gespendet. Dann hätten sich die in den Arsch gebissen... :)
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Alex23
14.10.2015 08:04registriert Februar 2015
Aalglatt, der Mann. Inhaltlich kann man nichts einwenden, gegen das was er sagt. Warum werde ich dann das Gefühl nicht los, dass man bei 20-Minuten vielleicht doch nicht so einen unabhängigeren Journalismus betreibt, wie man ihn sich aufs Fähnchen schreibt?

Aber das Hauptproblem ist ein anderes: Wahlkampf sollte nicht von den finanziellen Mitteln abhängig sein, die man hat. Und wenn doch, dann eben knallharte Offenlegung zur Herkunft der Gelder. Die SVP hat offenbar einen Dukatenesel im Keller. Omas Sparstrumpf kann das allein nicht sein .....
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Nonickname123
14.10.2015 07:46registriert Juli 2015
Unabhängiger Journalismus und 20minuten in einem Satz... 😂😂😂
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