Justiz
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Der Chef der Armee, Korpskommandant Andre Blattmann bei seiner Rede anlaesslich seinem letzten Lunch Event CdA in seiner Amtszeit bei der Territorialregion 2 am Freitag 2. September 2016 in der Kaserne Wil bei Stans. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

André Blattmann: Bezeichnete in einer Rede SRF-Moderator Sandro Brotz als «Sandro Kotz».   Bild: KEYSTONE

Freispruch für Generalstabsoffizier im Fall der «Kotz-Brotz»-Rede

18.06.18, 18:17


Ein Generalstabsoffizier der Armee, der eine Brandrede des früheren Armeechefs André Blattmann heimlich aufgenommen hat, ist vom Militär-Appellationsgericht freigesprochen worden. Er hatte das erstinstanzliche Urteil weitergezogen.

Mario Camelin, Sprecher der Militärjustiz, bestätigte am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA entsprechende Informationen der Online-Ausgabe der «Luzerner Zeitung».

Die Militärjustiz hatte den Generalstabsoffizier im Dezember 2017 der mehrfachen Nichtbefolgung von Dienstvorschriften schuldig gesprochen. Der Mann hatte heimlich mit dem Handy eine umstrittene Rede des damaligen Armeechefs André Blattmann aufgenommen. Darin nannte Blattmann den SRF-Moderator «Sandro Kotz» statt Brotz.

Heimliche Aufnahme vom April 2016

Die Aufnahme stammt vom 29. April 2016. In einer Rede vor über 150 Generalstabsoffizieren hatte Blattmann seinem Ärger über einen Whistleblower Luft gemacht: Jemand hatte der SRF-Sendung «Rundschau» vertrauliche Dokumente zur mittlerweile sistierten Beschaffung des Luftabwehrprojekts Bodluv zugespielt. Den Moderator Brotz nannte er «Sandro Kotz, äh Brotz».

Der Freigesprochene nahm das Referat ohne Einwilligung Blattmanns mit seinem iPhone auf. Dann lud er eine Audiodatei in einen WhatsApp-Chat der Gruppe Giardino, deren Mitglied er ist und die sich zu dieser Zeit gegen die Weiterentwicklung der Armee wehrte.

Die Empfänger der Datei hatten nicht am Seminar teilgenommen, und wenig später gelangte die Aufnahme auch an die Medien. Der Offizier gestand die Aufnahme und das Verbreiten über die WhatsApp-Gruppe. Er sagte aber aus, er habe die Datei nicht an die Medien weitergegeben.

Für den Ankläger bestand jedoch kein Zweifel daran, dass der Bestrafte die Audiodatei auch den Medien zugespielt hat, wie es in der Anklageschrift hiess.

Anfang Dezember 2017 verurteilte das Militärgericht in St. Gallen den Generalstabsoffizier zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen von je 90 Franken und 900 Franken Busse. Es befand ihn der Verletzung von Dienstvorschriften schuldig, sprach ihn aber vom Vorwurf der Verletzung des Dienstgeheimnisses frei.

Auditor kündigt Weiterzug an

Der Generalstabsoffizier wandte sich daraufhin ans zuständige Militärappellationsgericht. Dieses hiess seine Appellation gut und sprach ihn frei, wie Camelin am Montag sagte. Erledigt ist der Fall aber noch nicht.

Denn der für den Fall zuständige Auditor will sich an das Militärkassationsgericht wenden, die nächsthöhere Instanz. Der Auditor habe vorsorglich den Weiterzug angekündigt, sagte Camelin. Die schriftliche Begründung des zweitinstanzlichen Urteils liegt noch nicht vor. (sda)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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7
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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 20.06.2018 01:09
    Highlight Spion & Spion

    Kotz-Brock & Kotz-Brotz
    0 0 Melden
  • Skater88 19.06.2018 08:18
    Highlight Gerechtigkeit schön und gut, aber da Ihr dies auf Kosten auch meiner Steuergeldern tut, bitte aufhören mit dem Kasperletheater.
    0 0 Melden
  • Astrogator 19.06.2018 07:26
    Highlight Deswegen gibt es anscheinend Geheimhaltung in der Armee, es soll niemand erfahren wie primitiv man sein kann und es trotzdem an die Spitze zu schaffen. Tja, dumm gelaufen.

    Und anstatt den Primitiven zu massregeln jagt man den Boten der Nachricht und gibt die Armee komplett der Lächerlichkeit preis.
    2 0 Melden
  • Pascal1917 18.06.2018 20:26
    Highlight Das Militär wundert sich, dass so wenig Junge ins Militär wollen.
    Das ist mitunter der Grund!
    Diese alte, selbstgefällige Generalstabs-Aristokratie welche mehr Zeit mit Apéro‘s verbringt als sich um das Wohl der Truppe und eine moderne Landesverteidigung aufzubauen.

    29 7 Melden
    • teha drey 19.06.2018 10:30
      Highlight @Pascal! Genau! Und jetzt stellen Sie sich vor, was ich eben erfahren haben! Da gibt es sogar Militäreinheiten, die schauen sich im Moment tagsüber und abends sogar FUSSBALLSPIELE AN, anstatt die Fremden aus dem Land zu jagen und Russland anzugreifen! IST DAS NICHT EIN SKANDAL?
      1 1 Melden
    • Pascal1917 19.06.2018 13:06
      Highlight @teha drey
      Ich vermute ein wenig Sarkasmus in Ihrem Kommentar :)
      Aber es hat einen wahren Kern. Ich habe selber meinen Dienst absolviert und es war nicht immer locker, aber einen grösseren Durchlauferhitzer als die Armee habe ich noch nie erlebt.

      PS: Wenn wir jemanden angreifen, dann ist das Liechtenstein. Es ist an der Zeit, dass wir die guten Liechtensteiner von der Tyrannei des Fürsten befreien und in die Eidgenossenschaft holen!
      (auch ein wenig Sarkasmus)
      1 0 Melden
  • Raphael Stein 18.06.2018 18:24
    Highlight Hatte dieser Vorfall wenigstens Konsequenzen für Blattmann?

    http://qu
    11 3 Melden

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