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Schneider-Ammann macht sich im Waadtland ein Bild der Frostschäden

28.04.17, 15:24


Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat am Freitag zwei Waadtländer Landwirtschaftsbetriebe besucht, um sich ein Bild der Frostschäden an Weinreben und Kirschbäumen machen zu können. Die Schäden sind gravierend.

Begleitet wurde der Wirtschaftsminister vom Waadtländer Staatsrat Philippe Leuba. Die beiden Politiker liessen sich in Constantine VD von einem Weinbauern und einem Kirschproduzenten die Folgen der Frostnächte von vergangener Woche zeigen.

«Offensichtlich sind die Schäden so gravierend wie bisher noch nie», sagte Schneider-Ammann nach einem Augenschein vor Ort. Der Kirschproduzent Jean-Daniel Reuille sagte, er habe in sechzig Jahren noch nie etwas Vergleichbares erlebt. Obwohl sich sein Grundstück ausserhalb der üblichen Risikozonen befinde, habe es sein Anbaugebiet voll erwischt.

Das genaue Schadensausmass lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht berechnen. Jetzt müsse man auf die Blüte warten, um die Ernte einzuschätzen, sagte der Weinbauer Pierre Gentizon.

Viele Bauern fürchten um Existenz

Obwohl eine Vorhersage schwierig ist, rechnet der Schweizer Obstverband mit bis zu 75 Prozent weniger Kirschen auf dem Markt in diesen Sommer. Bei den Äpfeln würden wohl zwischen 30 und 50 Prozent der Ernte wegfallen, bei den Birnen allenfalls mehr, sagte am Freitag Bruno Jud, Präsident des Schweizer Obstverbands.

Viele Bauern werden voraussichtlich gar nichts ernten können. Vor allem Kleinbauern drohen finanzielle Engpässe. Sie erhoffen sich deshalb Hilfe vom Bund.

Schneider-Ammann zeigt sich bei dieser Frage zurückhaltend. «Unternehmer ist man nicht nur dann, wenn man Erfolge einzufahren hat und Geld verdient.» Unternehmer sei man auch, wenn es einmal weniger gut gehe, sagte der Wirtschaftsminister. Dann habe man das Risiko und den Schaden bei sich.

Gleichzeitig räumte er ein, dass es sich bei der Landwirtschaft um einen speziellen Wirtschaftssektor handle. Es müsse nun zusammen mit den Behörden ausgelotet werden, ob es für die betroffenen Bauern Unterstützungsmöglichkeiten gebe.

In der Deutschschweiz plant Schneider-Ammann ebenfalls noch einen Besuch. (sda)

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Brikne, 20.7.2017
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