Italien
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«So darf man nicht sterben»: Sechs Tote nach Rap-Konzert in italienischer Disco



Bei einer Massenpanik von Besuchern einer Disco in der Nähe der italienischen Hafenstadt Ancona an der Adria sind am frühen Samstagmorgen sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache war Reizgas, das die Menschen in Panik versetzte.

Rescuers assist injured people outside a nightclub in Corinaldo, central Italy, early Saturday, Dec. 8, 2018. At least six people, all but one of them minors, were killed and about 35 others injured in a stampede of panicked concertgoers early Saturday at a disco in a small town on Italy's central Adriatic coast. (Stefano Pagliarini/Ancona Today via AP)

Bild: AP/Ancona Today

Bei den Toten handle es sich um drei Mädchen, zwei Knaben sowie eine Frau, die ihre Tochter in die Disco begleitet habe, sagte der Polizeichef der nahegelegenen Stadt Ancona, Oreste Capocasa, am Ort des Zwischenfalls.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hat nach der Massenpanik mit mehreren minderjährigen Toten bei Ancona Aufklärung zugesagt. «Mit 15 Jahren darf man so nicht sterben», sagte Salvini am Samstag und kündigte eine Schweigeminute während einer geplanten Kundgebung seiner Partei in Rom an.

Es sei eine Pflicht, «die Verantwortlichen für die sechs entrissenen Leben zu finden, diejenigen, die aus Boshaftigkeit, Dummheit oder Habgier einen Party-Abend in eine Tragödie verwandelt haben».

In this frame taken from video rescuers assist injured people outside a nightclub in Corinaldo, central Italy, early Saturday, Dec. 8, 2018. At least Six people, all but one of them minors, were killed and about 35 others injured in a stampede of panicked concertgoers early Saturday at a disco in a small town on Italy's central Adriatic coast. (Vigili del Fuoco via AP)

Bild: AP/Vigili Del Fuoco

1000 Besucher – ein einziger Ausgang

Rund 1000 Musikliebhaber hatten sich in der Disco «Lanterna Azzurra» (Blaue Laterne) in Madonna del Piano in der Gemeinde Corinaldo zum Konzert des in Italien beliebten Rappers Sfera Ebbasta eingefunden, als ein Unbekannter in dem Gedränge Reizgas versprühte.

Daraufhin kam es zu Panik in der Disco. Die Menschen drängten zu den Notausgängen, einige von diesen waren aber gesperrt, berichteten Zeugen. Die Personen stürmten daraufhin auf den einzig offenen Ausgang zu. In der daraufhin einsetzenden Panik starben sechs junge Menschen.

In this frame taken from video rescuers assist injured people outside a nightclub in Corinaldo, central Italy, early Saturday, Dec. 8, 2018. At least Six people, all but one of them minors, were killed and about 35 others injured in a stampede of panicked concertgoers early Saturday at a disco in a small town on Italy's central Adriatic coast. (Vigili del Fuoco via AP)

Bild: AP/Vigili Del Fuoco

Nach ersten Medienberichten wurden zudem rund 120 meist junge Menschen verletzt – zehn von ihnen schwer. Sie wurden in die umliegenden Spitäler gebracht. Sanitäter berichteten, viele der Verletzten hätten in dem Gedrängel teils schwere Quetschungen, aber auch Knochenbrüche davongetragen.

Vor der Disco in dem kleinen beschaulichen Ort verkehrten Dutzende von Rettungswagen, Feuerwehren und Polizeifahrzeuge. Die Polizei nahm unmittelbar nach der Versorgung der Verletzten die Ermittlungen zu den Ursachen des Unglücks auf. (sda/dpa/reu)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Irrlycht 08.12.2018 15:23
    Highlight Highlight «Mit 15 Jahren darf man so nicht sterben»
    Ich finde man darf/sollte in keinem Alter so sterben.
  • manhunt 08.12.2018 12:44
    Highlight Highlight und wieder einmal waren geperrte, versperrte oder nicht funktionierende notausgänge die mit-ursache für tote und verletzte. notabene in einem eu-land. auch wenn das versprühen von reizgas die panik ausgelöst hat, so waren es doch die nicht nutzbaren fluchtwege, welche die die tragödie besiegelten. und dafür ist einzig und allein die club-führung verantwortlich, welche zuständig ist, für die sicherheit der gäste im lokal.
  • Kong 08.12.2018 08:37
    Highlight Highlight Sehr tragisch und traurig. Der Täter konnte mit der Reaktion nicht rechnen und hielt es wohl für Spass. Ich arbeite öfters im Umfeld grösserer Events. Leider sind gerade bei Gastronomiebetrieben, Hotels oder provisorischen Events die Betreiber manchmal beratungsresistent oder naiv. Material im Fluchtweg oder zugesperrte Ausgänge kommen vor (nehme an CH ist aber auf besserem Stand als Ausland). Gefährlich bleibt eine Panik aber immer.
    • clint 08.12.2018 11:37
      Highlight Highlight nicht einverstanden: reizgas in eine menschenmenge hat diese sicher noch nie beruhigt... wo
      liegt der spass??
    • Kong 08.12.2018 19:09
      Highlight Highlight vernünftig betrachtet ist es natürlich kein spass, aber der hielt es wohl für eine „kluge“ sache. war ja wohl weder ein attentat noch ein unfall...
  • maylander 08.12.2018 08:04
    Highlight Highlight Wenn idiotische Pranks auf nicht umgesetzte Sicherheitsmassnahmen treffen.
    • I don't give a fuck 08.12.2018 11:32
      Highlight Highlight Was ist an Reizgas bitte ein "Prank"? Sowas gehört weggesperrt.
    • Kong 09.12.2018 15:02
      Highlight Highlight die Verteilung von Reizgas hat in den letzten Jh europaweit zugenommen, sei es weil es einfach erhältlich ist und das subjektive Sicherheitsempfinden verbessert oder weil Behörden es offiziell als Schutzvariante empfehlen. Hat natürlich immer zwei Seiten so eine „Bewaffnung“. Generell unterschieden wird vereinfacht erklärt Tränengas (CH nur für Polizei) und Pfefferspray (erlaubt), sieht in D ganz anders aus

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