Gesellschaft & Politik
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A South Korean diver from a private company jumps into the water to search for passengers who was on South Korea ferry

Mit Schläuchen pumpen Bergungstrupps Luft ins Innere des Wracks. Keystone

Gibt es Überlebende?

Taucher gelangen ins Innere des Wracks der Fähre vor Südkorea 

Am Wrack der südkoreanischen Fähre «Sewol» suchen die Rettungsmannschaften weiter fieberhaft nach Überlebenden unter den vermissten Insassen. Zwei Tage nach dem Untergang sei es Tauchern am Freitagvormittag (Ortszeit) erstmals gelungen, bis ins Innere des Wracks vorzudringen. 

Es sei damit begonnen worden, Luft ins Innere der Fähre zu pumpen, berichtete der südkoreanische Rundfunksender KBS unter Berufung auf einen Krisenstab der Regierung. Vor allem Angehörige der vermissten Insassen hoffen nach wie vor, dass Überlebende gefunden werden können. 

Es wird befürchtet, dass im Rumpf der mehrstöckigen Fähre ein Grossteil der über 470 Insassen eingeschlossen wurde. Mehr als 300 Passagiere waren Oberschüler auf einem Ausflug. Bisher wurden nach offiziellen Angaben 26 Leichen aus dem Wasser um das am Mittwoch vor der Südwestküste gekenterte Schiff gezogen. Fast 180 Insassen konnten gerettet werden, 270 Menschen gelten als vermisst

South Korean navy officers try to search missing passengers aboard the Sewol ferry in the water off the southern coast near Jindo, South Korea, Friday, April 18, 2014. The doomed ferry's captain delayed evacuation for half an hour after a South Korean transportation official ordered preparations to abandon ship, raising more questions about whether quick action could have saved scores of passengers still missing Friday and feared dead, according to a transcript of the ship-to-shore exchange and interviews with a crewmember. (AP Photo/Yonhap) KOREA OUT

Von der gekenterten Fähre ragt nur ein kleiner Teil des unteren Bugs aus dem Wasser.  Bild: AP/Yonhap

Einige der Passagiere könnten Experten zufolge den Untergang zunächst in einer Luftblase überlebt haben. Allerdings sei es angesichts der niedrigen Wassertemperatur und des schwindenden Sauerstoffs schwierig, darin mehr als zwei Tage zu überleben. 

Schwere Vorwürfe

Familien von vermissten Insassen richteten unterdessen schwere Vorwürfe gegen die Regierung. In einer Erklärung warfen sie ihr vor, nicht genug für die Rettung von möglichen Überlebenden zu tun. 

epa04170698 Family members of missing people of the Sewol ferry accident shout the name of their missing relative, at Jindo-port on Jindo Island in the southwestern province of South Jeolla, South Korea, 18 April 2014. Nearly 300 people were still missing and at least 25 confirmed dead after a passenger ferry carrying hundreds of teenagers sank off the southern coast of South Korea on 16 April. Nearly two-thirds of the 462 passengers who had been on board are feared to be trapped inside the now-submerged Sewol ferry, the coast guard said.  EPA/KIMIMASA MAYAMA

Angehörige am Ufer rufen verzweifelt nach ihren Angehörigen, die möglicherweise im Schiff eingeschlossen sind. Bild: EPA/EPA

«Unsere Kinder schreien im eiskalten Wasser nach Hilfe, bitte helft ihnen», hiess es laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap in einer Erklärung der Familien. Viele Angehörige befinden sich in der Nähe der Unglücksstelle auf der Insel Chindo. 

Seit Mittwoch standen mehr als 500 Taucher zum Einsatz bereit. Allerdings waren die Bergungsarbeiten von schlechtem Wetter und der starken Strömung erschwert worden. Auch waren 150 Schiffe und fast 30 Flugzeuge im Einsatz. 

Am Freitag wurden zwei riesige Schwimmkräne von Werfthäfen in die Nähe der Unglücksstelle gebracht. Weitere sollen folgen. Experten diskutierten noch darüber, wie das Wrack am besten gehoben werden könnte, berichtete der staatliche Sender Arirang. Auch ein Schwimmdock könnte zur Unglücksstelle gebracht werden. 

Kapitän nicht am Steuer

Auch war Kritik an Kapitän und Besatzung der Unglücksfähre laut geworden. Überlebende erklärten, es hätten mehr Passagiere gerettet werden können, wenn das Schiff früher evakuiert worden wäre. 

Unterdessen wurde bekannt, dass die Fähre zum Unglückszeitpunkt nicht vom Kapitän, sondern vom dritten Offizier gesteuert wurde. Der Kapitän habe nicht das Kommando geführt, als das Schiff am Mittwochmorgen verunfallte, sagte Staatsanwalt Park Jae Eok unter Berufung auf erste Ermittlungen. 

Kapitän Lee Joon Seok habe sich zu diesem Zeitpunkt «hinten» im Schiff befunden, sagte der Ermittler, ohne weitere Erklärungen zu geben. Die Ursache des Unglücks war noch unklar. Aussagen von Besatzungsmitgliedern liessen vermuten, dass eine plötzliche Kursänderung, wodurch die Ladung – darunter mehr als 150 Autos – verrutschte und das Schiff zum Kentern brachte, vor der Insel Chindo zu der Katastrophe geführt haben könnte. 

Möglich ist auch, dass die Auto- und Personenfähre auf einen Felsen auflief. Überlebende hatten von einem grossen Knall vor dem Sinken des Schiffes gesprochen. (rey/sda/dpa) 

Warum kenterte die Fähre vor Südkorea? 5 drängende Fragen rund um das Unglück >>

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