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Rechter Kandidat liegt bei Brasiliens Präsidentenwahl klar vorn



Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien klar gewonnen. Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Wahlurnen kommt Bolsonaro auf rund 47 Prozent, wie die Wahlbehörden nach der Wahl vom Sonntag mitteilten.

Auf dem zweiten Platz landete Linkskandidat Fernando Haddad von der Arbeiterpartei (PT) von Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva mit rund 28 Prozent. Bolsonaro und Haddad treten in drei Wochen in einer Stichwahl gegeneinander an.

Der Ausgang der Wahl ist ein Triumph für Bolsonaro, der häufig als «Donald Trump Brasiliens» bezeichnet wird. Umfragen hatten den 63-Jährigen zuletzt bei rund 36 Prozent gesehen - bei der Wahl erhielt er nun deutlich mehr Stimmen. Er kam sogar nahe an die absolute Mehrheit, mit der er die Wahl in der ersten Runde gewonnen hätte.

Harter Kampf

Der Ex-Offizier und Verteidiger der früheren Militärdiktatur (1964 bis 1985) ist immer wieder mit rassistischen und sexistischen Äusserungen aufgefallen. Er hat für den Fall eines Wahlsiegs einen harten Kampf gegen Korruption und Kriminalität angekündigt und will die Waffengesetze lockern.

Bei der Wahl waren rund 147 Millionen Brasilianer aufgerufen, einen Nachfolger für den konservativen Staatschef Michel Temer zu wählen. Insgesamt traten 13 Kandidaten an.

Die Arbeiterpartei hatte Haddad als Ersatzkandidaten für den wegen Korruptionsvorwürfen verurteilten und inhaftierten Ex-Staatschef Lula da Silva ins Rennen geschickt. Lula hatte lange Zeit dafür gekämpft, doch noch kandidieren zu können. Haddad, der frühere Bürgermeister der Millionenmetropole São Paulo, hatte deswegen nur wenig Zeit für den Wahlkampf - nicht einmal einen Monat.

Knappe Stichwahl erwartet

Zwar landete Bolsonaro in der ersten Wahlrunde weit vor Haddad. Die Stichwahl am 28. Oktober dürfte aber deutlich enger werden. Für viele Wähler ist der Rechtspopulist Bolsonaro ein schwarzes Tuch. Der 55-jährige Haddad dürfte die Unterstützung vieler unterlegener Kandidaten bekommen. Umfragen hatten zuletzt für die Stichwahl einen sehr knappen Ausgang vorhergesagt.

Vor allem die Benachteiligten in Brasilien trauern bis heute Lula nach, der umfassende Sozialprogramme für die Armen aufgelegt hatte. Während seiner Amtszeit von 2003 bis 2010 erlebte das lateinamerikanische Land einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Doch in der Amtszeit seiner Parteifreundin und Nachfolgerin Dilma Rousseff rutschte Brasilien in eine tiefe Rezession. Rousseff wurde 2016 wegen mutmasslicher finanzieller Vergehen des Amtes enthoben. Viele Brasilianer machen die Arbeiterpartei für die wirtschaftliche Misere verantwortlich und setzen grosse Hoffnung in Bolsonaro. (sda/reu/dpa/afp)

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