Gesellschaft & Politik
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Pierre Maudet, president du Conseil d'Etat Genevois, s'exprime, lors de la ceremonie de la pose de la premiere pierre de la transformation des infrastructures du centre de logistique civile et militaire d'Aire-la-Ville, ce vendredi 22 juin 2018 pres de Geneve. Lancement du chantier du futur centre de logistique civile et militaire d'Aire-la-Ville, ouvrant la voie a la construction de logements aux Vernets (PAV). (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Pierre Maudet: Der Genfer Regieurngspräsident zeigt sich schockiert über die Gewalt an Frauen. Bild: KEYSTONE

Angriffe in Genf – Maudet fordert nationale Plattform gegen Gewalt an Frauen



Polizisten stellen immer mehr brutale und sinnlose Angriffe gegen Frauen fest. Pierre Maudet, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeidirektoren (KKJPD), fordert in der Sonntagspresse deshalb eine nationale Plattform gegen Gewalt an Frauen.

Die Zahl der Attacken sei zwar nicht gestiegen, die Angriffe aber würden immer brutaler, kämen oft aus dem Nichts und ohne ersichtlichen Grund, sagte Maudet im Gespräch mit dem «SonntagsBlick». «Offenbar haben wir jetzt eine Generation von 18- bis 30-jährigen Männern, von denen manche jede Gewalthemmung vermissen lassen», wird der Genfer Sicherheitsdirektor in der «NZZ am Sonntag» zitiert.

Oft seien Alkohol und Drogen im Spiel, manchmal habe das Phänomen aber auch mit dem Hintergrund der Täter zu tun. Denn gewisse Männer aus patriarchalen Kulturen betrachteten Frauen als etwas Minderwertiges und fänden es auch nicht verwerflich, ihre Ehefrauen mit einer Ohrfeige zu bestrafen.

Austausch verbessern

Deshalb müsse die Integration von Migranten vorangetrieben und die Prävention verstärkt werden. Vor allem aber müssten alle Akteure – von der Polizei über die Justiz, die Opferhilfestellen, die Spitäler bis zu den Schulen und den Kantonen – miteinander kooperieren. Eine Möglichkeit für einen besseren Austausch wäre gemäss Maudet die Schaffung einer nationalen Plattform gegen Gewalt an Frauen.

Schärfere Gesetze seien nicht nötig. Aber es sei wichtig, dass möglichst jeder Übergriff angezeigt werde. Dabei seien alle gefordert, es brauche ein Umdenken in der Gesellschaft und auch die Polizei müsse einen Sondereffort leisten und Vertrauen schaffen, zum Beispiel mit mehr Polizistinnen, denen sich Opfer anvertrauen könnten.

Angriff in Genf

Auslöser für die Maudets Forderungen war ein brutaler Angriff auf fünf Frauen in Genf vor knapp zwei Wochen. Sie waren vor einem Nachtlokal in der Altstadt von einer Gruppe von Franzosen auf offener Strasse verprügelt worden. Zwei der Opfer mussten mit schweren Kopfverletzungen ins Spital gebracht werden.

Der Vorfall hatte schweizweit eine grosse Welle der Empörung ausgelöst. Nicht nur in Genf, sondern auch in Lausanne, Bern, Basel und Zürich fanden Kundgebungen von mehr als 600 Menschen statt, die ein Ende der Gewalt gegen Frauen forderten.

Die Frauen der SP Schweiz forderten am Freitag in Bern als Reaktion auf den brutalen Angriff Massnahmen, darunter eine Präventionskampagne «Nein heisst Nein». Auch Frauen aus anderen Parteien wollten auf kantonaler und nationaler Ebene Vorstösse gegen Gewalt an Frauen einreichen. (cma/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Karl33 19.08.2018 12:47
    Highlight Highlight Nach wie vor und seit jeher ist die Mehrheit der Gewaltopfer männlich. In der Schweiz und weltweit. Dieser Fokus aktuell nur auf weibliche Opfer erinnert mich an die fehlende Empathie, die Jungen oder Männer seit jeher erleiden. Ein männliches Leben ist in der Wahrnehmung der Medien und Gesellschaft weniger wert.

    Es gibt in der aktuellen Presse massenhaft Beispiele für diese Empathielosigkeit gegenüber männlichen Opfern und dem Fokus auf weibliche Opfer.

    Das stört mich. Ist ein Menschenleben weniger viel wert, wenn es das falsche Geschlecht oder die falsche Hautfarbe hat?
    • Platon 19.08.2018 22:08
      Highlight Highlight @Karl33
      Deine Aussage ist Schwachsinn. Natürlich sind Männer häufiger Opfer von Gewalt, weil Gewalt auch prinzipiell ein Männerproblem ist! Wenn Frauen Opfer von Gewalt werden, dann ebenfalls sehr häufig von Männern. Darum gehts! Frauen werden viel zu oft unfreiwillig Opfer von Gewalt durch Männer.
      Wenn man am gleichen Tag die Artikel zu Hooligans sieht, sollte man eigentlich selbst darauf kommen, weshalb Männer häfiger Opfer von Gewalt sind. Schon jemals eine Frau unter Hooligans gesehen? Wirklich schwach von Ihnen Karl! Hier als Mann auf Opfer zu tun.
    • kafifertig 19.08.2018 23:04
      Highlight Highlight Zu ihrer Frage.
      Ja, durchaus.
      Aber nur, wenn es ein Mann ist.
  • kafifertig 19.08.2018 12:37
    Highlight Highlight Maudet will aus dem schlimmen Unglück der Opfer jüngster tragischer Schlägerei politisches Kapital schlagen.
    Mich erinnert das an Leichenfledderei.
  • Effersone 19.08.2018 11:03
    Highlight Highlight «Offenbar haben wir jetzt eine Generation von 18- bis 30-jährigen Männern, von denen manche jede Gewalthemmung vermissen lassen»


    Plötzlich, aus dem nichts, fast wie Magie... Ernsthaft: Alle wissens, keiner sagt es. Danke PC.

René Schudels schlüpfrige Geständnisse im SRF-Männer-«Club»

Frauen waren keine da ausser der Moderatorin. Aber das braucht es offenbar, dass Männer aus dem Busch kommen. Was sie taten. Mit erstaunlichen Einsichten. Oder auch gar keinen.

Dieser Weg war kein weiter. Er führte von James Bond – eingespielt zu Beginn der Sendung als tollstes aller Männerideale (wieso?) – zur Frage an den Ältesten in der Runde. Moderatorin Barbara Lüthi wollte von Männerforscher Walter Hollstein (80) wissen, wer denn nun als echtes Vorbild gelten könne. Zum Beispiel so für die verunsicherte männliche Jugend? Und was sagt Hollstein?

Okay. Klar. Würde jeder 17-Jährige auf der Strasse auch so sagen.

SRF hatte also sechs Männer eingeladen, um die …

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