Brexit
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Schwester von Boris Johnson tritt für pro-europäische Partei an

Rachel Johnson, die Schwester von Brexit-Hardliners und Ex-Aussenminister Boris Johnson (im Bild),  tritt bei der Europawahl für eine pro-europäische Partei an. (Archivbild)

Boris Johnson. Bild: AP PA



Rivalität zwischen prominenten Geschwistern in der britischen Politik: Rachel Johnson, Schwester des Brexit-Hardliners und Ex-Aussenministers Boris Johnson, tritt bei der Europawahl für eine pro-europäische Partei an. Das kündigte die 53-Jährige am Dienstag an.

Als Kandidatin für die neue Partei Change UK will sie gegen den EU-Austritt ihres Landes kämpfen. «Ich würde auch nackt durchs Regierungsviertel gehen, um den Brexit zu verhindern» - für diesen Satz ist Rachel Johnson bei britischen Wählern wohl ebenso bekannt wie für ihre Arbeit als Journalistin.

Kein Schritt gegen Boris

Nun steht sie auf der Kandidatenliste der pro-europäischen Partei Change UK für die Europawahl Ende Mai. Prominente Brexit-Gegner, die einst zu den Tories und zur Labour-Partei gehörten, hatten die Partei (Change UK - The Independent Group) unlängst gegründet.

Im Interview mit der Zeitung «Evening Standard» sagte Johnson, sie sei sicher, ihr Bruder werde verstehen, dass ihr Schritt sich nicht gegen ihn richte. Vielmehr fühle sie sich verpflichtet, «aufzustehen und Farbe für etwas zu bekennen, woran ich glaube».

Johnsons älterer Bruder Boris ist ein überzeugter Verfechter des britischen EU-Austritts. Er gehört zu den härtesten parteiinternen Kritikern von Premierministerin Theresa May und des von ihr ausgehandelten EU-Austrittsabkommens.

Gleichzeitig gilt er als ein möglicher Kandidat für ihre Nachfolge. May hat ihren Rücktritt angeboten für den Fall, dass ihr Abkommen im Parlament doch noch Rückendeckung bekommt.

Weitere prominente Kandidaten

Bei der Vorstellung ihrer Liste für die Europawahl in Bristol konnte Change UK neben Rachel Johnson weitere prominente Kandidaten präsentieren: Polens früherer Finanzminister und stellvertretender Ministerpräsident Jacek Rostowski tritt ebenso für die Pro-Europäer an wie der frühere BBC-Journalist Gavin Esler.

Nach Angaben der kommissarischen Parteivorsitzenden Heidi Allen, die einst für die Tories im Unterhaus sass, hatten sich rund 3700 Menschen um eine Kandidatur für Change UK beworben - darunter frühere Anhänger von Labour, Konservativen, Liberalen und Grünen.

Der dritte im Bunde

Neben Rachel und Boris Johnson hat auch der gemeinsame jüngere Bruder Jo eine klare Position zum Brexit: Er trat Ende vergangenen Jahres als Verkehrsstaatssekretär zurück, weil er Mays Position zum Brexit nicht mittragen wollte. Stattdessen sprach er sich für ein weiteres Brexit-Referendum aus.

Dass der Brexit ganze Politikerfamilien entzweit, ist nicht auf die Johnsons beschränkt. Erst vor einigen Tagen hatte Annunziata Rees-Mogg angekündigt, für die Brexit Party des früheren Ukip-Chefs Nigel Farage anzutreten. Ihr Bruder Jacob Rees-Mogg, der zum rechten Flügel der Konservativen gehört, schrieb daraufhin bei Twitter: «Annunziata wäre eine hervorragende Premierministerin, aber hoffentlich für die Tories». (tam/sda/afp)

Boris Johnson

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Rücktritt in Sicht: Wie Theresa May den Brexit verbockt hat

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