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Extreme Wettereignisse töteten seit 1996 mehr als 528'000 Menschen



In den vergangenen 19 Jahren haben extreme Wetterereignisse wie Stürme, Hitzewellen und Überschwemmungen weltweit mehr als 528'000 Menschen getötet und Sachschäden in Höhe von 3.1 Billionen Dollar angerichtet. Insbesondere Entwicklungsländer waren schwer betroffen.

Das geht aus dem aktuellen Globalen Klima-Risiko-Index (KRI) hervor, den die Umweltorganisation Germanwatch am Dienstag auf der Klimakonferenz im marokkanischen Marrakesch vorgestellt hat. Der Index nimmt die Jahre zwischen 1996 und 2015 in den Blick. In diesem Zeitraum gab es weltweit fast 11'000 extreme Wetterereignisse.

Am stärksten betroffen waren Honduras, Haiti und Myanmar. Deren Spitzenplatz ist auf die drei tropischen Wirbelstürme «Mitch», «Nargis» und «Sandy» zurückzuführen, die 1998, 2008 und 2012 gewütet hatten und die von Germanwatch als «Ausnahmekatastrophen» eingestuft werden. Die Schweiz belegt in dieser Kategorie den 40. Rang.

Verheerender Monsun in Ostafrika

Bei einer Einzelbetrachtung des vergangenen Jahres waren Mosambik und Malawi in Afrika sowie der karibische Inselstaat Dominica die laut KRI am stärksten betroffenen Länder. Mosambik und Malawi waren zum Jahreswechsel 2014/15 während des Monsuns verheerenden Regenfällen ausgesetzt; Dominica wurde im August 2015 vom Tropensturm «Erika» verwüstet. Germanwatch zufolge entstanden auf der Insel dabei Schäden, die sich auf mehr als 75 Prozent des Bruttoinlandprodukts beliefen.

Gestützt auf Daten des weltweit tätigen Rückversicherungskonzerns Munich Re errechnet Germanwatch mit dem KRI regelmässig, wie stark Länder von Wetterextremen wie Stürmen, Hitzewellen und Überflutungen betroffen sind. Massgeblich sind dabei die Zahl der Toten sowie direkte wirtschaftliche Verluste, die in Beziehung zu Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft gesetzt werden. Die Organisation veröffentlichte den Index bereits zum zwölften Mal.

Germanwatch betonte, dass der Index keine Aussage über den Einfluss des Klimawandels auf die Ergebnisse zulasse. Er sei aber eine Mahnung, betonte die renommierte Organisation mit Blick auf die derzeit im marokkanischen Marrakesch tagende UNO-Klimakonferenz. Er könne als «Warnsignal» verstanden werden, sich durch Anpassung und mehr Katastrophenvorsorge besser auf klimawandelbedingte Wetterextreme vorzubereiten.

Mehr Niederschläge wegen Klimawandel

Experten gehen davon aus, dass der Klimawandel vielerorts zu stärkeren Wetterextremen führen wird. So kann warme Luft etwa mehr Wasser aufnehmen, was Niederschläge verstärkt. Die Folgen werden aber regional unterschiedlich sein.

Laut KRI waren 2015 Regen, Überflutungen und Erdrutsche die Hauptursachen für Schäden. «Das starke Auftreten extremer Regenfälle entspriche wissenschaftlichen Erwartungen verstärkter Wasserkreisläufe durch die Klimaerwärmung», erklärte Germanwatch dazu.

Die Organisation wies darüber hinaus darauf hin, dass vor allem ärmere Staaten von Wetterextremen betroffen sind. Neun der zehn zwischen 1996 und 2015 am heftigsten betroffenen Länder seien Entwicklungsländer mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen. An der UNO-Konferenz in Marrakesch soll auch darüber beraten werden, wie besonders verwundbare arme Länder bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels unterstützt werden können.

UNO: Periode der Extreme

Nach Angaben von UNO-Experten waren die vergangenen fünf Jahre die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Zeit zwischen 2011 und 2015 sei eine «Periode der Extreme» gewesen, sagte Omar Baddour von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am Dienstag bei der Vorstellung einer neuen Studie in Marrakesch. 2015 war zudem das heisseste Jahr bisher. Die WMO mit Sitz in Genf beobachtet das globale Wetter seit den 1950er Jahren. Eine Vorläuferorganisation tat dies bereits seit 1873.

Einzelne Wetterextreme wie Dürren oder Starkregen lassen sich zudem laut WMO immer deutlicher auf die Erderwärmung zurückführen. Von 79 Studien, die zwischen 2011 und 2014 von einem US-Fachmagazin veröffentlicht wurden, stellte mehr als die Hälfte fest, dass der Klimawandel die untersuchten Ereignisse mitverursacht hat.

Einige Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit von Hitzewellen um das Zehnfache oder mehr angestiegen ist. Als Beispiele wurden unter anderem heisse Sommer des Jahres 2013 in Westeuropa und Hitzewellen im Frühjahr und Herbst 2014 in Australien genannt. (sda/afp/dpa)

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