Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUM THEMA PRIMARSCHULUNTERRICHT STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- A first grader pictured during class as he learns reading and writing at Feld school in Suhr, Switzerland, on September 25, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ein Erstklaessler lernt Schreiben und Lesen waehrend dem Unterricht im Schulhaus Feld in Suhr, am 25. September 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Förderung an Entwicklungsstand des Kindes anpassen: Kritik an Sondermassnahmen in der Schule. Bild: KEYSTONE

Umstrittene Fördermassnahmen

Kinderarzt ortet «Therapiewahn» an Zürcher Schulen

Stützunterricht, Psychomotorik oder Lerntherapien: Jedes dritte Kind in Zürich erhält im Laufe seiner Schulzeit eine oder mehrere Fördermassnahmen. Das sei zuviel, kritisiert der Kinderarzt Oskar Jenni.

«Es kann nicht sein, dass so viele Kinder nicht den Normerwartungen entsprechen», sagte Jenni in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» vom Montag. Unbestritten seien die Spezialmassnahmen für jene fünf bis zehn Prozent der Schüler, die unter Entwicklungsstörungen leiden würden, hält Jenni fest.

Nicht die Therapien, sondern das System hinter den restlichen Massnahmen stelle er infrage. «Fällt ein Kind auf, entscheiden Fach- und Lehrpersonen sowie Eltern im Gespräch über eine Massnahme. Und danach sind alle froh, weil gehandelt wird.» Das berge ein hohes Risiko von Fehleinschätzungen.

«Kinder brauchen aber für ihre Entwicklung und den Lernerfolg möglichst wenige, aber konstante Bezugspersonen.»

Kinderarzt Oskar Jenni

Hintergrund dieser Entwicklung sei die steigende Heterogenität in den Klassen, mit denen die Lehrpersonen konfrontiert würden. «Kinder brauchen aber für ihre Entwicklung und den Lernerfolg möglichst wenige, aber konstante Bezugspersonen.» Nicht weniger Lehrer im Klassenzimmer sei die Lösung, sondern weniger Spezialisten, fordert Jenni. «Therapien und spezifische Förderung sollten denjenigen Kindern vorbehalten sein, die diese wirklich brauchen.» 

«Grundlegende Reform der Lehrerausbildung»

Es brauche grundlegende Reformen in der Ausbildung der Lehrer. Diese sollen sich als «Entwicklungsspezialisten und Lernbegleiter der Kinder verstehen und sich nicht nur um Didaktik, Methodik und Fachwissen kümmern.»

Weil Kinder sehr unterschiedlich seien, komme es zu einer Variabilität, die sich erschwerend auf den Unterricht auswirke. Daran müsse sich das Schulsystem anpassen. Doch der Mechanismus in der Bildung sei genau umgekehrt. «Man propagiert zwar den individuellen Unterricht, setzt aber gleichzeitig kollektive Lernziele, Lehrpläne und Leistungsstandards fest. Das ist ein krasser Widerspruch. Als Folge davon gibt es eine zunehmende Pathologisierung der Kinder.» (kad)



Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Israels Parlament löst sich auf – Weg für vorzeitige Wahl frei

Das israelische Parlament hat sich aufgelöst und damit den Weg für eine vorzeitige Wahl freigemacht. 102 der insgesamt 120 Mitglieder der Knesset stimmten am Mittwochabend in Jerusalem für einen entsprechenden Beschluss. Zwei votierten dagegen, der Rest war abwesend.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte am Montag die Entscheidung seiner Koalition für eine Neuwahl am 9. April bestätigt. Seine rechts-religiöse Regierungskoalition war zuletzt immer stärker unter Druck geraten.

Seit dem …

Artikel lesen
Link zum Artikel