Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Er schaut ihren Salat an»

Ein Comedian wird im Restaurant Zeuge einer Trennung. Und was macht er? Er tweetet das Drama Akt um Akt

Image

Dave Bidini. Bild: Twitter

Dave Bidini, ein Komödiant aus Kanada, sass am Montag in einem Restaurant, um sich ein Geissenkäse-Gemüse-Sandwich zu gönnen. Am Nebentisch sass ein Pärchen, aus dessen Gespräch Bidini rasch schliessen konnte, dass sie gerade dabei waren, sich zu trennen. Das stimmte den Comedian so traurig, dass er seine Gefühle auf Twitter teilen musste und die Diskussion zwischen den beiden Scheidenden dort verbreitete. 

 

«Schlimm. Neben mir im Café trennen sich zwei. Nein, nein, nein. Nein.»

Dave Bidini via Twitter.

Sie: «Ich denke, wir würden uns mittlerweile besser kennen.» Er: «Ich kenne mich selber nicht.» Sie: «Vielleicht ist das das Problem.»

«Seine Augen füllen sich mit Tränen.»

«Er schaut ihren Salat an.»

Dann herrscht offenbar Schweigen, das der Komiker mit Tweets über den langweiligen, grünen Salat füllt. Dann beginnt wieder sie:

«Ich versuche, zu verstehen.» Er: «Was gibt es da zu verstehen?» Sie: «Dich. Ich versuche, DICH zu verstehen.» Er: «Warum bist du so ... Warum bist du so ...?»

Es geht weiter mit Fragen und Vorwürfen und dann kommt Bidinis Geissenkäse-Gemüse-Sandwich. Während er genüsslich das Geissenkäse-Gemüse-Sandwich (GGS) verzehrt, nimmt das Gespräch eine erstaunliche Wendung: Die Frau zieht sich nämlich den Mantel an. Er bittet sie, nicht zu gehen. Sie erklärt, sie müsse arbeiten. Er ermahnt sie, dass sie zu viel arbeitet. Sie: «Ich arbeite, weil ...

... die Miete bezahlt werden muss.» Er: «Natürlich. Darum habe ich ja meine Eltern gefragt, ob ...» Sie: «Genau das meine ich.»

Aha, es geht also ums Geld. Schliesslich steht sie auf und will gehen. 

Bidini: «Oh fuck. Er weint. Oh nein.»

Sie seufzt laut und flüstert dann gut hörbar seinen Namen. «DANIEL». Doch er legt den Kopf auf den Arm und weint weiter. 

Sie dreht sich um und geht, er schaut nicht auf. Schliesslich hebt Daniel den Kopf, seufzt, als ob er ein Feuer ausblasen möchte und steht ebenfalls auf und geht. Alles an ihm ist traurig: Das Hemd, die Hose, die Schuhe, sein Gang.

Als Daniel das Café verlässt, will sich der derweil ebenfalls bedrückte Bidini nun wieder seinen eigenen Angelegenheiten widmen. Doch halt, Daniel kommt zurück! 

«Daniel spricht mit dem Angestellten. Sein Gesicht ist noch immer nass und rot. Oh shit, er muss ja zahlen. Er hat kein Geld. NATÜRLICH NICHT.»

Daniel und der Angestellte vereinbaren, dass der arme Tropf am nächsten Tag bezahlen kann. Am Ende schütteln sie sich die Hände, als hätte der Kellner dem Verlassenen gerade einen Occasionswagen verkauft.

Und wir? Wir fragen uns: Warum sprechen unsere Tischnachbarn im Café nur immer über ihren Job, ihre Maniküre und Fussball?



Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen