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Marcel Koller wird von Sportchef Marco Streller und Praesident Bernhard Burgener, von links, an einer Pressekonferenz als neuer Trainer des FC Basel 1893 vorgestellt in Basel am Donnerstag, 2. August 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Trainer Koller und Präsident Burgener sind noch beim FC Basel, Sportchef Streller trat zurück. Bild: KEYSTONE

Der nächste Alleingang: FCB-Präsident Burgener umgeht die Devisen seines Vereins

Ein fragwürdiges Interview von FCB-Präsident Bernhard Burgener im «SonntagsBlick» setzt der Chaos-Woche die Krone auf.

Jakob Weber / CH Media



Macht denn beim FCB in diesen Tagen jeder, was er will? Nach dem geplatzten Deal mit Aarau-Trainer Patrick Rahmen und dem darauf folgenden Rücktritt von Sportdirektor Marco Streller zeigt Rotblau auch am Wochenende, wie schlecht es aktuell um den Verein steht. Das Communiqué, welches der FC Basel am Freitag zum Rücktritt von Streller verschickt, endete mit einer Information für die Medien: «Zu Beginn der kommenden Woche wird der FC Basel 1893 zu einer Medienkonferenz einladen, die genaue Zeit wird noch kommuniziert. Wir bitten um Verständnis, dass bis dahin keine weiteren Auskünfte seitens des FCB in dieser Sache erteilt werden.»

Die FCB-Kommunikationsabteilung wollte sich so Ruhe verschaffen. Doch Rotblau hat die Rechnung ohne den eigenen Präsidenten gemacht. Bernhard Burgener nutzt noch am Wochenende seinen eigenen Kanal, um seine Sichtweise zur Chaos-Woche mitzuteilen: ein Exklusiv-Interview im «SonntagsBlick». Das liefert jedoch nur eine einzige Antwort: «Wir werden weiterhin mit Marcel Koller zusammenarbeiten und mit ihm in die neue Saison gehen.» Trotz Desavouierung und anhaltenden Misstönen aus der Mannschaft bleibt Koller also Trainer und hat sogar eine Option auf ein weiteres Jahr im Vertrag.

Verwirrung um Koller

Ansonsten werfen Burgeners Aussagen vor allem noch mehr Fragen auf. Siebenmal drückt sich der Präsident im Interview um eine Antwort und verweist jeweils darauf, dass er sich zu Interna nicht äussern könne. Dazu werden die wichtigsten Fragen gar nicht erst gestellt: Woran scheiterte der Rahmen-Deal letztendlich und warum fiel Burgener seinem Sportchef in den Nacken, sodass dieser am Ende keine andere Wahl hatte, als zurückzutreten? Wer beeinflusste den Präsidenten in seiner Entscheidung?

Gemäss «Blick» soll Streller am Mittwoch in einem Gespräch mit Burgener, CEO Roland Heri, Koller und dessen Berater Dino Lamberti die Freistellung des Trainers verkündet haben. Burgener dementiert dies nicht. Warum der Präsident dann aber die Koller-Entlassung am Donnerstag wieder zurücknahm, will er auch nicht sagen: «Interna».

Beispielhafte Episode

Wer beim FC Basel mit wem zusammen welche Entscheidungen trifft, bleibt wie so oft in den letzten zwei Jahren schleierhaft. Doch auch diese Episode zeigt beispielhaft, dass beim FCB seit Burgener 2017 übernahm, in vielen Bereichen nur selten in die gleiche Richtung gearbeitet wird.

Wer in Zukunft FCB-Sportdirektor wird, ist weiter ungeklärt. Was mit Streller-Vertrauten wie Kaderplaner Remo Gaugler passiert ebenfalls. «Dass wir die Sportabteilung analysieren und uns neu aufstellen müssen, liegt auf der Hand», sagt Burgener nur. Bleibt zu hoffen, dass die angekündigte PK Anfang Woche mehr Antworten liefert.

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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • yanuncay 17.06.2019 14:00
    Highlight Highlight Auch wenn wohl viele Fans anderer Clubs (wie ich auch) vor zwei Jahren mit gewisser Schadenfreude nach Basel geschaut haben, als sich das Ende der jahrelangen Dominanz angebahnt hat, muss es einem mittlerweile leid tun mitansehen zu müssen, was aus dem ehemaligen Vorzeigeclub geworden ist. Viele blickten wohl jahrelang nicht nur mit Neid, sondern auch insgeheimer Bewunderung auf die Führung um Herrn Heusler und die Professionalität, mit der damals am Rheinknie gearbeitet wurde. All das scheint sich in Luft aufgelöst zu haben innert kürzester Zeit. Ich kann die Frustration in Basel verstehen..
  • Paul_Partisan 17.06.2019 10:34
    Highlight Highlight Tja, es singt sich halt einfacher "Erfolg isch nit alles im Läbe" wenn man erfolgreich ist.

    Danke für all den Spot und die Häme in den vergangen Jahren, das macht die jetzige Situation nur noch schöner. Gruss aus der Hauptstadt!
  • Steven Stamkos 17.06.2019 08:16
    Highlight Highlight Ich sehe das alles ganz anders. Wir haben mittlerweile eine Partnerschaft in Indien und einen Trainer der eigentlich nicht mehr erwünscht war... Könnte schlimmer sein ;-)
  • Zurichda 16.06.2019 21:53
    Highlight Highlight Es ist zwar nicht sexy, nicht unbedingt professionell moderiert oder so, aber burgener hat recht. Wenn man sieht, dass ch Klubs zukünftig nicht mehr in die ucl vertreten sein werden, braucht’s nicht so einen teuren betrieb. Man kann auch für weniger Geld zweiter werden. Das wird auch YB müssen. Das wird der schweizer fussball müssen. Klar ist das für den Fan schmerzhaft. Aber dies ist nicht fcb schuld. Sondern die wachsende Schere der Klubs oben und unten. Heusler wusste das einfach. Burgener war wie ein Kind, das leuchtende Augen bekam, als der fcb zu haben war.
  • Snowy 16.06.2019 21:22
    Highlight Highlight Das Problem Nr. 1 beim FCB heisst Burgener (und nicht Streller).
    • Sir Konterbier 16.06.2019 23:35
      Highlight Highlight Problem Nr. 2 war dann aber etwa Streller (und nicht Koller).
  • Freilos 16.06.2019 20:38
    Highlight Highlight YB war jahrelang katastrophal aufgestellt, egal ob mit Kaenzig, Bickel oder wem auch immer, irgendwie keiner der konzeptionell gut arbeiten konnte. Nie war der grosse Erfolg da. Jetzt ist mit Spycher ein Top-Mann an Board und es läuft wie am Schnürchen.

    Beim FCB das pure Gegenteil, jahrelang hatte man das beste Personal in der Führungsebene und es lief entsprechend. Nun ist genau jenes Personal eher schwach und es läuft immer weniger zusammen.

    Ob ein Berufsanfänger Spirtchef in Basel wird ist eigentlich egal, Spycher hat auch als Anfänger Top-Arbeit geliefert. Mal schauen wer übernehmen wird
    • bernd 16.06.2019 20:52
      Highlight Highlight Bickel hat Hütter, Hoarau, Sulejmani und diverse weitere Schlüsselfiguren geholt. Der hat riesigen Anteil an den beiden Titeln. Sonst hast du natürlich recht, war jahrelang das meiste katastrophal geführt
    • Herren 16.06.2019 21:16
      Highlight Highlight Grundsätzlich gehe ich mit dir einig. Känzig war ein Blender, der das Geld mit beiden Händen ausgab. Aber das Problem lag schon damals nicht nur bei ihm, sondern eine Stufe höher. Bickel, der wichtige Teile der Meisterteams geholt hat (von Bergen, Hoarau, Sanogo etc), halte ich nach wie vor für einen sehr kompetenten Fachmann. Er stolperte über Typen wie Urs Siegenthaler ...
  • Caulfield 16.06.2019 20:34
    Highlight Highlight Gigi Oeri hat es fantastisch gemacht. Sie hatte sich Leute geholt, die eine Ahnung vom Geschäft haben und diese machen lassen. Bei Burgener sehe ich das leider nicht und es ist schlimmer, als ich vor zwei Jahren befürchtet hatte. Da sieht man, wie viel Arbeitet wirklich hinter dem Erfolg der letzten 15 Jahre steckte. Als alle gesagt haben, mit so viel Geld sei es einfach, mussten trotzdem die richtigen Leute am Ruder sein, die richtigen Entscheide treffen und hart arbeiten. Danke Herr Burgener, dass Sie das nun schmerzhaft aufzeigen.
  • DrFreeze 16.06.2019 19:55
    Highlight Highlight Schon 1980 war ein Präsidium am Werk, das vom Fussball Geschäft keine Ahnung hatte. Wie wir alle wissen endete das in der Nati B. Das geht heute nicht mehr, denn jetzt heisst es nicht mehr Nati B sondern Challenge League! Mir blutet das Herz jetzt schon.
    Allerdings kann man den Präsidenten an der nächsten GV auch abwählen. Jeder oder jede andere ist besser.
  • #Technium# 16.06.2019 19:55
    Highlight Highlight Dieser Burgener ist mit Abstand die grösste Fehlbesetzung in der Geschichte des FC Basel. Leider betreibt er Sesselkleberei.
    • Computer Löwe 16.06.2019 21:30
      Highlight Highlight Man hätte ihn ja abwählen können...
    • Thomas_v_Meier 17.06.2019 09:05
      Highlight Highlight Computer Löwe einen Besitzer einer Fussball AG kann niemand abwählen......

      An der FCB Verein GV hätte man ihn aus dem Vorstand des Verein wählen können, mehr auch nicht. Der Verein FCB hält 25% an der FCB AG
  • Allion88 16.06.2019 19:32
    Highlight Highlight Das ist doch das schöne am sport. Ein renomierter name mag zwar einfacher sponsoren anlocken, doch erfolg muss sich dennoch erarbeitet werden. Es braucht viel um hoch zu kommen, jedoch mehr um oben zu bleiben.
  • urs eberhardt 16.06.2019 18:59
    Highlight Highlight Herr Burgener ist nur ein Geschäftemacher. Kein Unternehmer. Den Unterschied lernen die Basler Jetzt. (Obwohl man nicht viel Menschenkenntnis brauchte, um den Sachverhalt vor seiner Übernahme zu erkennen.)
  • Bert der Geologe 16.06.2019 18:37
    Highlight Highlight Der FC Basel war keine Firma, sondern ein sorgfältig zusammengefügtes Puzzle, bei dem jedes Teil zusammenpasste. Mannschaft, Vorstand, Publikum, Rückhalt in Region und Wirtschaft. Dies führte zu sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg. Wie rasch ist es nun in Einzelteile zerfallen, die nicht mehr zueinander passen. Wenn das so weitergeht, tausche ich meine Jahreskarte in ein Zolliabo um.
    • Balois 16.06.2019 21:57
      Highlight Highlight Eben nicht, du hast ja bereits ein Zolliabo.
  • Bananciaga 16.06.2019 18:26
    Highlight Highlight Als der FCB entschieden hat, der neue GCZ zu werden...
  • JonathanFrakes 16.06.2019 18:09
    Highlight Highlight Unfassbar was aus dem FCB geworden ist. Ich kann da leider keine Professionalität mehr erkennen. Wenn man das Blick-Interview liest, merkt man, dass irgendeine Person alle Infos an die Presse weitergibt. Streller verschickt ein Abschieds-SMS, Burgener gibt auf eigene Faust ein Interview, ohne das Communique der nächsten Woche abzuwarten. Und die Mannschaft geht hinter dem Rücken des Trainers zum Präsidenten. Der einzige, der hier keinen erkennbaren Fehler gemacht hat, ist der Ur-Hopper Koller. Ich bin sprachlos.
  • RescueHammer 16.06.2019 18:00
    Highlight Highlight Vielleicht sollte sich der FCB ein paar Berater ins Haus holen; Heusler und Heitz wären gerade frei.
    Burgener hats einfach nicht verstanden, der FCB ist keine Videothek oder ein indischer Fussballverein.
    • Töfflifahrer 16.06.2019 18:11
      Highlight Highlight Es heisst nicht umsonst, Schuster bleib bei deinen Leisten.
    • El Vals del Obrero 16.06.2019 19:48
      Highlight Highlight In meinen Träumen sollte sollte Heusler entweder Bundesrat werden (dafür würde ich ihn als bestens geeignet empfinden) oder zum FCB zurückkommen.
  • Tekkudan 16.06.2019 17:48
    Highlight Highlight Ich gratuliere als Basler schon jetzt YB zum Meistertitel 2019/2020...
    • Bud Spencer 16.06.2019 18:40
      Highlight Highlight Same here. Und nicht nur für diese Saison. Bis und falls sich der Club nachhaltig von dieser Krise erholt. Nebst dem sportlichen sind wir ja vorallem finanziell auf der Kippe.
  • salamandre 16.06.2019 17:46
    Highlight Highlight Nur noch Stümperhaft!
  • Töfflifahrer 16.06.2019 17:45
    Highlight Highlight Na vom vielgelobten professionellen Arbeiten ist hier nicht viel zu sehen.
  • Linus Luchs 16.06.2019 17:45
    Highlight Highlight Burgener soll sich um seine Filmgeschäfte kümmern, beim FC Basel ist er definitiv im falschen Film. Mit ihm als Präsident gibt es keinen Weg zurück zur Professionalität.
  • Maek. 16.06.2019 17:44
    Highlight Highlight Burgener scheint mir hat mehrere Ähnlichkeiten mit Anliker von GC.

    Das wichtigste welche beide machen: schaden dem eigenen Verein durch ihre Aktionen.
  • michu 16.06.2019 17:34
    Highlight Highlight Beste Comedy...
    Benutzer Bildabspielen
  • youmetoo 16.06.2019 17:21
    Highlight Highlight Der FC Basel scheint in Sachen Chaos eine Menge von GC gelernt zu haben!
  • Mike Mueller 16.06.2019 17:05
    Highlight Highlight Unglaublich, wie so genannten Topclups mit Millionenbudget so unprofessionell arbeiten. Aber wie so oft „der Fisch stinkt zuerst am Kopf“...
    • demian 16.06.2019 17:59
      Highlight Highlight Erinnert ein bisschen an den HSV.
  • Goldcobra 16.06.2019 17:00
    Highlight Highlight Erstens denke ich, Strellers grösster Fehler war Fischer. Fischer hatte den Respekt der Angestellten und auch Erfolg. Somit hätte Streller den Laden hinter ihm kennen lernen können und die wichtigste Personalie schon geregelt gehabt. Das Burgener, welcher sich selbst als Ahnungslos in Sachen Fussball bezeichnet, Strellers Entscheid bez. Koller im Alleingang zurück nimmt, geht garnicht. Der Rücktritt ist schade aber konsequent. Wie viel wahres bei diesem Blick Artikel allerdings drann ist, sei auch mal dahingestellt.
    • Balois 16.06.2019 22:00
      Highlight Highlight Und zweitens?
  • ja, mein Herr 16.06.2019 16:56
    Highlight Highlight Solange Burgener Präsident ist, wird sich der FCB vermutlich nicht erholen können.
  • c_meier 16.06.2019 16:54
    Highlight Highlight da gabs schon andere Basler, die sich nicht die Kommunikationsvorgaben hielten... 😉
    Play Icon
    • jeffo56 16.06.2019 18:05
      Highlight Highlight wir werden Urs Siegenthaler immer sehr dankbar sein - “völlig unrealistisch das YB den FCB jemals parole bieten kann“ dangge Urs
    • c_meier 16.06.2019 19:17
      Highlight Highlight ja rückblickend muss man aus YB-Sicht seeehr dankbar sein für dieses Interview.... 🙏🌕⚫

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