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Der Asteroid Vesta auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2011.
Der Asteroid Vesta auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2011.
Bild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
Mysteriöser Gesteinsmantel

Asteroid Vesta rüttelt an Theorien zur Planetenentstehung

18.07.2014, 08:0618.07.2014, 12:11

Der Asteroid Vesta ist mit einem Durchmesser von 500 Kilometern schon fast ein Mini-Planet. Ein Forscherteam unter Schweizer Leitung hat nun die Steine auf seiner Oberfläche näher analysiert. Die Resultate passen gar nicht zu den gängigen Theorien, wie Gesteinsplaneten – darunter die Erde – entstanden sind. 

Die Modellrechnungen deuten darauf hin, dass die Kruste des Asteroiden dreimal dicker ist als angenommen, nämlich über 80 Kilometer. Dies schreibt das Team um Philippe Gillet von der ETH Lausanne (EPFL) gemeinsam mit Kollegen aus Bern, Frankreich und den USA im Fachjournal «Nature».  

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Wo ist das Olivin?

Die Daten stammen von der NASA-Mission Dawn, die 2011 und 2012 für ein Jahr in Vestas Orbit kreiste. «Auffällig ist das Fehlen eines bestimmten Minerals, dem Olivin», erklärte Erstautor Harold Clenet in einer Mitteilung der EPFL vom Mittwoch. Olivin ist ein Hauptelement von Planetenmänteln und sollte auf der Oberfläche von Vesta in grossen Mengen vorkommen. 

Denn der Asteroid wurde von zwei enormen Meteoriten getroffen, die den Südpol des Asteroiden 80 Kilometer tief aushöhlten. Dabei hätte Olivin-reiches Material an die Oberfläche katapultiert werden sollen. Die Aufschläge waren so gewaltig, dass mehr als 5 Prozent aller Meteoriten auf der Erde von Vesta stammen. Doch offenbar genügten sie nicht, um durch die Kruste bis zum Kern des Asteroiden zu dringen. Auch die auf der Erde gefundenen Vesta-Meteoriten enthalten kein oder kaum Olivin. 

Zusammensetzung von Planeten

Dies bedeutet laut den Forschern, dass die Kruste nicht 30 Kilometer dick ist, wie bisher angenommen wurde, sondern mindestens 80. Wenn jedoch Vesta weniger eines Olivin-reichen Mantels und dafür mehr Kruste besitzt, dann ist der Asteroid ganz anders zusammengesetzt als gedacht – und somit womöglich auch andere Gesteinsplaneten wie Erde, Mars, Venus und Merkur. 

Somit stellt Vesta – der einzige bekannte Asteroid, der wie die Erde aus Kern, Mantel und Kruste besteht – die gängigen Theorien zur Bildung von Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem in Frage. Es bedürfe eines komplexeren Modells, das auch die Umlaufbahnen, Grösse und Abkühlungszeiten der Planeten berücksichtigt, schreiben die Forscher. (dhr/sda)

Animiertes Graustufenbild des Asteroiden Vesta
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