Analyse
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schnappt der ZSC sich das Objekt der Begierde im Hallenstadion? Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

ZSC oder Lugano, wer ist Favorit? – der 4-Punkte-Check vor dem sechsten Finalspiel

Die Playoff-Finalserie zwischen dem ZSC und Lugano verläuft teilweise unberechenbar. Trotzdem sind Tendenzen und Schlüsselfiguren erkennbar. Eine Zwischenbilanz vor dem letzten Heimspiel der Zürcher.

25.04.18, 14:59 25.04.18, 15:09

Der Torhüterfaktor

Elvis Merzlikins ist ein Unikum und steht dazu: «Meine Emotionen, meine Gestik gehören zu mir. Und ja, mir macht es Spass, Tore mit schönen Paraden zu verhindern.» Der lettische WM-Goalie mit Tessiner Junioren-Vergangenheit beherrscht die Goalieklaviatur perfekt. Die Symbiose zwischen Show und Klasse könnte kaum perfekter sein.

Der 24-Jährige führt das Ranking der besten National-League-Keeper inzwischen an und stellt selbst den ebenfalls exzellenten ZSC-Torhüter Lukas Flüeler in den Schatten. In der Resega hat er seit 145 Minuten keinen Treffer mehr zugelassen. Seine statistischen Marken sind imposant: 507 Saves, 93,2 Prozent Erfolgsquote, lediglich 2,25 Gegentore pro Spiel.

«Ich will mindestens einen Titel gewinnen.»

Elvis Merzlikins

Sein Agent Hnat Domenichelli traut ihm gemäss «NZZ» eine Weltkarriere zu. Von Merzlikins ist bekannt, dass er spätestens 2019 einen Transfer in die NHL anstreben wird. «In dieser Zeit will ich mindestens einen Titel gewinnen», sagt er selber.

Der Output des Topskorers

Er posierte nach dem 4:0 gegen die Lions spätabends auf dem Parkplatz mit glückseligen Tifosi. Und Maxim Lapierre tat, was er auch auf dem Eis oft macht: lächeln, freundlich, nicht diabolisch zur Erniedrigung des Gegners. Der Stürmer mit dem ligaweit grössten Unterhaltungswert hat eine faszinierende Metamorphose hinter sich. Im Vergleich zum Vorjahr vergrösserte der aktuelle Playoff-Topskorer seinen Offensiv-Output um mehr als 50 Prozent.

Faustschläge deutet der frühere Stanley-Cup-Finalist mehrheitlich nur noch an, sein Strafenkatalog hält sich inzwischen in engen Grenzen. Lapierre weicht zwar weiterhin keinem harten Rencontre aus, aber sein Fokus hat sich verlagert. Der Mann mit dem vorzüglichen Auge und hervorragenden Puckmanagement entscheidet die Partien auf einer anderen Ebene. Seine Paradeformation produzierte ausserhalb der Regular Season 54 Skorerpunkte – doppelt so viel wie die Linie um Zürichs Fredrik Pettersson.

ZSC-Topskorer Fredrik Pettersson blieb im Final bislang noch blass. Bild: PPR

In der Finalserie ragen Lapierre und der Finisseur Gregory Hofmann an seiner Seite heraus. Mit sechs Toren und sechs Assists prägt das Duo die Serie massgeblich. Zürichs schwedischer Key-Player Fredrik Pettersson (1 Assist) und der bisher unsichtbare Finne Lauri Korpikoski fanden im Klassiker gegen die Südschweizer vergleichsweise nicht statt; einzig der US-Joker Drew Shore hält mit Lapierres Power einigermassen mit.

Die statistische Zwischenbilanz

Noch führen die Lions dank ihrem Startbreak und zwei Overtime-Heimsiegen in der wichtigsten Kategorie 3:2. Einige Kennzahlen fallen indes nicht zu ihren Gunsten aus. Das Torverhältnis lautet 9:13 und verdeutlicht, dass die Bianconeri sich im Prinzip auf Augenhöhe bewegen. Zürich beanspruchte im Angriff nur in fünf Dritteln Vorteile, sechs gewann Lugano, sechs endeten remis.

Beim ersten Meisterpuck mussten die ZSC-Fans eine Enttäuschung hinnehmen.  Bild: KEYSTONE

Dem ersten Auswärtssieg ohne Gegentor im 32. Anlauf folgte eine Premiere in negativer Hinsicht: Die Lions bezogen erstmals in dieser Kampagne zwei Niederlagen hintereinander ohne Plustor und traten wieder so auf wie in der missratenen Qualifikation, in welcher sie 25 von 50 Spielen verloren hatten.

Die Form der Coaches

Greg Ireland besitzt in Europa (noch) keine sonderlich prominente Visitenkarte. Seine Beförderung zum Chefcoach von Adler Mannheim machte das Management des DEL-Topklubs 2016 nach wenigen Monaten rückgängig. Experten prophezeiten dem Kanadier im Sottoceneri ein ähnlich frühes Aus – sie unterschätzten den smarten und intern vorzüglich kommunizierenden Ausbildner erheblich.

Findet Greg Ireland die richtigen Worte? Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Anders als sein exzentrischer Vorgänger Doug Shedden interessiert sich Ireland auch für den Unterbau des Tessiner Vereins. Selbst der Moskito-Nachwuchsabteilung stattete er mehrere Besuche ab. Der unaufgeregte und integrative, aber trotzdem klar artikulierende Coach hat es geschafft, die Organisation taktisch und soziokulturell perfekt zu justieren.

Und mit dem riskanten Entscheid, im Playoff mehrheitlich auf die Kunst von Hochlohnbezüger Linus Klasen zu verzichten, schärfte Ireland sein Profil und stellte die Teambalance über alles.

Gegenspieler Hans Kossmann hat im Kampf um den Titelgewinn mehrheitlich alles richtig gemacht und die Lions zu Siegen gegen den EV Zug sowie den Titelhalter Bern gecoacht. Er liest das Team gut und spürte, wann er welche Figuren forcieren musste. Bis zum 0:4 in der Resega wirkte der Kanada-Schweizer souverän, nach dem jüngsten Fehltritt im Tessin hinterliess er bei der medialen Aufarbeitung allerdings einen angespannten Eindruck.

Hans Kossmann will nicht noch einmal eine Final-Niederlage einstecken.  Bild: KEYSTONE

Dem ZSC-Trainer auf Zeit bleiben noch zwei Meisterpucks und ein Heimspiel, den am letzten Samstagabend blassen Akteuren wieder Energie zuzuführen und sie wieder mit mehr Mut in den Ring zu schicken. Kossmann muss im Showdown ähnlich wie sein Team das vollumfängliche Repertoire abrufen, sonst droht ihm wie 2013 mit Fribourg-Gottéron ein finaler Kollaps. (abu/sda)

Das Büro steht Kopf, wir sind im Playoff-Fieber

Video: Angelina Graf

Alle Playoff-Topskorer seit der Saison 2002/03

Eishockey Saison 2017/18

So kommst du in den Playoffs nach einer Verlängerung beim Auswärtsspiel noch nach Hause 

Vincent Praplan – kein «Jahrhundert-Talent», aber bei weitem gut genug für die NHL

Zu viele Brutalo-Fouls – Es ist Zeit, endlich die Trainer zur Kasse zu bitten

Alle Playoff-Topskorer seit der Saison 2002/03

Wie Kevin Fiala der aktuell treffsicherste Spieler in der NHL wurde

Diese Eishockey-Namen geben dir Antworten auf Fragen, die du gar nicht gestellt hast

«Tsättäszee» 0, Scheibli 85 – eine Reporter-Legende sagt für immer tschüss

Der fieseste Chlaus hat unsere Hockey-Teams besucht. Logisch, artet es aus!

Der fiese Feind im Kopf: Die tragische Geschichte von Olten-Stürmer Ryan Vesce

Wird Hischier der beste NHL-Rookie der Saison? Das sind seine grössten Konkurrenten

Vereinsikone oder Fehleinkauf? – die Top- und Flop-Ausländer in der National League

Standvelofahren statt Eishockey spielen – ein Treffen mit Streit 12 Jahre nach dem Debüt

Philipp Kurashev – der nächste Schweizer klopft an die Türe des NHL-Erstrunden-Drafts

Erfolgs-Kreis statt Negativspirale? Die grosse Halbzeit-Bilanz der National-League-Quali

Wie Freunde, Trainer und Lehrer Hischier erlebten: «Nico, setz dich doch mal richtig hin!»

Hitzköpfe im Romand-Derby – hier geraten Tanner Richard und Barry Brust aneinander

Deine Tinder-, Sex- und WhatsApp-Gewohnheiten verraten uns, welcher Hockey-Spieler du bist

«Das ging mir unter die Haut» – Streithähne McSorley und Kurmann im Versöhnungs-Gespräch

Routiniers, Scharfschützen, Verrückte – die neuen NL-Söldner im Überblick

Wie werden im Eishockey eigentlich alle Statistiken erfasst? Zu Besuch im Hallenstadion

Kopf oder Zahl? Das 50:50-Quiz zum Schweizer Eishockey Cup 

«Kein Schüssli von Nüssli» – dafür lässt der Tigers-Oldie den ZSC uralt aussehen

Als Eishockey-Fan musst du dich nicht nur an neue Liga-Namen gewöhnen

Eishockey von A bis Z – mit diesen Begriffen wirst du vor dem Saisonstart zum Experten

Mathias Seger, eine überzählige Symbolfigur

Du willst in eine Schweizer Hockey-Fankurve? Diese 13 Starter-Kits rüsten dich perfekt aus

Die Captains des SCB und ZSC im Doppel-Interview: «Es gab noch keine Lohnerhöhung»

16 Dinge, die kein Schweizer Eishockey-Fan jemals sagen würde

Doppelt so viele Hockey-Einzelrichter wie bisher – und wie böse ist der nächste Antisin?

Teamkollege gesucht – so sehen die Kader der National-League-Teams vor den Testspielen aus

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
8
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 2sel 25.04.2018 19:30
    Highlight Es ist ganz einfach: gewinnt heute der Z, hat Zürich eine Freinacht. Wenn nicht, wird Lugano Meister!
    9 0 Melden
  • Larionov 25.04.2018 17:07
    Highlight Also ist jetzt lugano favorit? Oder doch der zsc?
    5 1 Melden
    • Adam Gretener (1) 25.04.2018 18:42
      Highlight Ich glaube es gibt keine Favoriten. Es kommt auf die Tagesform drauf an. Aber Lapierre, Hofmann und Elvis würde ich es gönnen. Spektakel!
      7 1 Melden
    • Dynamischer-Muzzi 25.04.2018 19:08
      Highlight Es kommt nur darauf an, ob Elvis oder Lukas entscheiden Meister zu werden🤣🤣🤣🤣🤣🤣
      5 2 Melden
  • ta0qifsa0 25.04.2018 17:03
    Highlight Sollte auf die Frage "Wer ist Favorit?" nicht noch eine (klare) Antwort folgen?
    14 1 Melden
  • AllknowingP 25.04.2018 16:22
    Highlight Der Titel sollte heissen “Mimimimi ich will aber das Lugano gewinnt”
    Ppff
    45 33 Melden
    • ch2mesro 25.04.2018 17:02
      Highlight dein kommentar sollte mit; „mimimi!!“ anfangen.... 🙏🏻
      20 7 Melden
    • Ville_16 25.04.2018 19:12
      Highlight Niemand, ausser einige Zürcher, wollen dass der ZSC gewinnt.
      8 4 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

Artikel lesen