Forschung

Ein Orca tötet einen Weissen Hai.  Bild: pcwallart.com

So kommen Orcas an ihre Leibspeise: Leber vom Weissen Hai

20.11.17, 17:53 21.11.17, 07:47

Der Weisse Hai – ein furchterregendes Geschöpf, ein Killer, der an der Spitze der Nahrungspyramide steht und kein anderes Tier fürchten muss. Nicht umsonst ist der «Great White» der ikonische Killer in Steven Spielbergs Horror-Klassiker «Jaws» («Der weisse Hai», 1975). 

Der grösste Raubfisch der Erde: der Weisse Hai.  Bild: Shutterstock

Doch der grösste und gefährlichste Raubfisch der Welt ist nicht immer Jäger – manchmal ist er auch Beute. Carcharodon carcharias hat einen Fressfeind, der ihm den Meister zeigt. Darauf liessen fünf zwischen 2,7 und 4,9 Meter lange Hai-Kadaver schliessen, die dieses Frühjahr an der südafrikanischen Küste angeschwemmt wurden. Die Überreste dieser toten Weissen Haie – es handelte sich um zwei Weibchen und drei Männchen – wiesen seltsame Verletzungen auf: Allen fehlte die Leber, einigen auch das Herz und die Hoden. 

«Orcas hunt Great White Sharks in Gansbaai South Africa.» Video: YouTube/Marine Dynamics Shark Tours

Leber herausgerissen: Diese charakteristische Wunde wurde dem Hai von einem Orca zugefügt. Bild: Shark Watch SA

Rätselhaft war zudem, dass diese Organe mit nahezu chirurgischer Präzision aus dem Hai-Leib herausgerissen worden waren. Der Killer hatte sich nur gerade diese Leckerbissen geholt und den Rest des Kadavers einfach treiben lassen. Biologen identifizierten den Tatverdächtigen anhand der Bisswunden: Es handelte sich um den Grossen Schwertwal, besser bekannt als Orca.  

Orca im Grössenvergleich mit dem Menschen. 

Weisser Hai im Grössenvergleich mit dem Menschen.

Orcas sind grösser als Weisse Haie

Orcinus orca ist nicht nur grösser als der Weisse Hai – im Schnitt 9,6 m Länge gegen 6,4 m und 9000 kg gegen 2300 kg –, er ist mit 48 km/h auch noch schneller als der Fisch (45 km/h). Und der Meeressäuger, der in allen Ozeanen der Welt lebt, passt seine Nahrung an die Gegebenheiten seines jeweiligen Lebensraumes an.

«Killerwale vs Great White Shark.» Video: YouTube/Нелли Никитина

Warum aber jagt der Killerwal ein Beutetier, das ihm an Grösse nur wenig nachsteht und dazu noch ziemlich gefährlich ist – und das alles nur für eine Leber? Die Leber eines Hais ist gross; sie macht mindestens fünf Prozent des Gesamtgewichts aus. Das Organ ist ein Schatz an Energie und zudem reich an Ölen, inklusive Squalen – ein Stoff mit antioxidierenden und Cholesterol-regulierenden Eigenschaften. 

Fressfeind des Weissen Hais: Orca.  Bild: AP

Nun ist es nicht gerade eine Kleinigkeit, an die Leber eines lebenden Weissen Hais zu kommen. Es scheint, dass sich die Schwertwale eine Besonderheit der Haie zunutze machen: die «tonische Immobilität», eine Muskellähmung. Haie, die in Rückenlage gedreht werden, geraten in eine Art Trance und sind bis zu eine Viertelstunde lang bewegungsunfähig. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine Art Paarungsreflex. 

«The Whale That Ate Jaws.» Video: YouTube/wrefai

Um einen Weissen Hai in diesen wehrlosen Zustand zu versetzen, rammt ihn ein Orca überraschend mit einem gezielten Stoss in die seitliche Bauchregion und dreht ihn so auf den Rücken. Wenn dieser Zustand lange anhält, ertrinkt der Hai, denn alle Haie müssen konstant schwimmen, um sauerstoffreiches Wasser an ihren Kiemen vorbeiströmen zu lassen. Danach können die Schwertwale – Orcas jagen in der Regel im Rudel – die Leber und andere Leckerbissen in aller Ruhe aus dem Hai reissen. 

Allerdings haben auch die Weissen Haie gelernt, dass die Orcas gefährliche Fressfeinde sind. Wie Forscher beobachtet haben, machen sich die Haie vor der südafrikanische Küste rar, wenn eine Schule von Schwertwalen in der Gegend aufkreuzt. Sobald die Orcas verschwunden sind, kehren die Haie zurück. 

(dhr)

Zwei Orcas besuchen Surfer in Norwegen

32s

Zwei Orcas besuchen Surfer in Norwegen

Video: srf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Nikolai G. 21.11.2017 09:53
    Highlight Schade, dass in diesen Berichten immer noch von "Killerwal" gesprochen wird. Obwohl kein Tier aus spass killt wie der Mensch. Auch der Weisse Hai wird immer als Blutrünstiger Killer dargestellt, obwohl im letzten Jahr mehr Menschen durch Selfies gestorben sind als durch Haie. Wieso nenne wir den die Smartphone nicht Killer. Oder zum Beispiel Killer Kokosnüsse. Letzte Woche ein Bericht über den Berühmten Hai Forscher und jetzt wieder möglichst Effekthascherei Reportage. Schade!
    13 2 Melden
  • TheNormalGuy 21.11.2017 08:49
    Highlight Nur weil es noch keiner geschrieben hat:


    FREE WILLY
    13 2 Melden
  • Silent Speaker サイレントスピーカー 20.11.2017 23:53
    Highlight Naja, wenn 2 von 5 Haien Weibchen sind, dann ist es ziemlich naheliegend, dass "einigen" Herz & Hoden fehlen. ;)
    12 7 Melden
  • Max Dick 20.11.2017 20:44
    Highlight Den Trick mit dem gezielten Stoss in die seitliche Bauchregion wende ich beim nächsten Angriff eines Weissen Hai auch mal an.
    78 3 Melden
    • Pasch 20.11.2017 22:56
      Highlight Soll auch bei menschlichen Weibchen funktionieren (hab ich am Stammtisch gehört!)
      14 3 Melden
    • Surf & Turf 20.11.2017 23:15
      Highlight Wie viele hast du denn schon erlebt?
      6 1 Melden
    • Marc< 21.11.2017 09:14
      Highlight Ein Roundhouse-Kick tuts auch. Man sollte dazu aber festes Schuhwerk tragen und mit den Händen fuchteln.
      3 1 Melden
    • Tigerspirit 21.11.2017 13:49
      Highlight Und schreib dann, wie die Leber geschmeckt hat.
      2 1 Melden
  • wam23 20.11.2017 20:28
    Highlight Grössenvergleich im gleichen Masstab
    191 2 Melden
    • Raembe 20.11.2017 20:48
      Highlight Dieser Grössenvergleich kann nicht stimmen wenn ein Orca 9,6m lang und ein grosser Weisser 6,4m lang. Auf diesem Bild siehts so aus als wäre der Hai nur halb so gross.
      14 24 Melden
    • Surf & Turf 20.11.2017 23:13
      Highlight @Raembe: Es wäre schön, wenn ein Grosser Weisser heutzutage noch 6,4 m lang werden könnte.
      13 0 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 21.11.2017 00:15
      Highlight @Raembe: Das ist eben der Unterschied zwischen Behauptung und Verifizierung. Verifiziert anhand des von wam23 geposteten Bildes:
      14 3 Melden
    • Raembe 21.11.2017 21:21
      Highlight Ich behaupte nix, ich schreib ja nur das es für mich so aussah. Jetzt seh ich das ich falsch lag. Na und zero fuck s given....

      Jeder macht mal Fehler
      0 1 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 22.11.2017 00:25
      Highlight War ja kein Vorwurf, sondern ich habe nur die Gelegenheit genutzt und so indirekt den Glaubensfanatikern ans Bein gepinkelt. ;)

      Ich mache täglich Fehler. Leider.
      1 0 Melden
  • Ahab Dent 20.11.2017 20:27
    Highlight Es ist nicht bewiesen, dass "Grosse Weisse" in den Zustand der tonischen Immobilität gebracht werden können. Bei keinem Vertreter der "Makrelenartigen" (Familie Lamnidae) ist dies übrigens der Fall. Schon mehrmals wurde beobachtet wie G. Weisse Haie komplett auf dem Rücken gedreht über längere Zeit an Walkadavern essen, dies sehr aktiv und ohne in einen Tranceähnlichen Zustand zu gelangen. Man weiss schlicht und einfach zu wenig darüber, aber es stimmt sicher nicht, dass die TI eine Eigenschaft aller Haie ist.
    31 3 Melden
    • Surf & Turf 20.11.2017 23:28
      Highlight Genau. Ist allerdings nicht der einzige Fehler im Artikel:

      "Doch der grösste und gefährlichste Raubfisch der Welt ...": Der Walhai ist immer noch deutlich grösser und ebenfalls ein Raubfisch. Und Bullen-, Schwarzspitzen- oder Tigerhaie sind in mehr Unfälle verwickelt als die Weissen, sind also "gefährlicher".

      "... denn alle Haie müssen konstant schwimmen, um sauerstoffreiches Wasser an ihren Kiemen vorbeiströmen zu lassen.": Gilt nur für Hochseehaie.

      Nicht sonderlich gut recherchiert. Schade auch, dass wieder mal Jaws bemüht wird. Spielberg selbst distanziert sich heute von dem Film.
      16 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.11.2017 12:00
      Highlight Walhai frisst keine Menschen, auf die Anzahl lebender Exemplare hat der Weisse Hai am meisten tödliche Haiattacken.

      Somit "grösster und gefährlichster" passend.
      4 1 Melden
    • Surf & Turf 22.11.2017 13:44
      Highlight Es tut mir Leid, aber das stimmt nun mal nicht. Bitte selbst informieren.
      2 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.11.2017 15:40
      Highlight Surf & Turf und ein Glas Champagner ...
      0 1 Melden
    • Surf & Turf 22.11.2017 18:05
      Highlight Gott, wie tiefgründig und gleichzeitig urkomisch. Respekt.
      1 0 Melden
  • The Origin Gra 20.11.2017 19:30
    Highlight Diese Orcas... Ihre Intelligenz und Organisiertheit ist beachtlich aber auch Furchteinflössend 😱
    78 6 Melden
  • Knarzz 20.11.2017 18:35
    Highlight Wenn Tiere zu Gourmets werden ... Resteverwertungmist das nicht gerade. 😄
    41 5 Melden
    • Raembe 20.11.2017 19:37
      Highlight Gibt genug andere Tiere im Meer die davon profitieren.
      41 2 Melden
    • Surf & Turf 20.11.2017 23:14
      Highlight @Raembe: In erster Linie ziehen sie einen Nachteil davon. Und wir auch.
      2 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.11.2017 15:57
      Highlight @ Raembe: Das gilt dann aber auch, wenn wir allen Haien die Flosse abhacken und Sie dann wieder ins Meer schmeissen ... oder?
      1 3 Melden
    • Raembe 21.11.2017 18:02
      Highlight Was ist zum Teufel falsch daran wenn Tiere andere Tiere jagen und töten??? Das ist ja reine Natur. Was die hauptsàchlich Asiaten mit den Haien mache ist bestialisch und abstossend.

      @Surf and Turf: Wieso sollten sie das? Ausserdem ist es nur natürlich wenn ein grósserer Jäger wie der Orca, Haie jagt. Gibt genug Aasfresser im Meer, die den Kadaver verschlingen.
      2 1 Melden
    • Surf & Turf 22.11.2017 13:41
      Highlight Es war kein Angriff, sondern nur ein allgemeiner Hinweis. Es gibt heute noch ungefähr 1'500 Grosse Weisse. Auf der ganzen Welt. Das ist wenig. Und wenn sie weg sind, wird ganz langsam ein Prozess in Gang kommen, der sich exponentiell beschleunigen wird, und an dessen Ende die Ausrottung des heute bekannten Lebens auf diesem Planeten steht. Stichwort O2-Versorgung. Und deswegen ist jeder Grosse Weisse weniger - egal ob wegen Haiflossensuppe in China oder als Orca-Delikatesse - ein Bausteinchen mehr zu unserem Untergang. Deswegen Nachteil. That's it.
      2 1 Melden
    • Surf & Turf 22.11.2017 13:56
      Highlight ... @Raembe. Aber natürlich ist es hilfreich, wenn die Medien weiterhin das Bild einer perfekt konditionierten Tötungsmaschine verbreiten. Mich kümmert's nicht, bis der Menschheit der Atem ausgeht, werde ich schon längst Asche sein. Wenn du allerdings Kinder hast, würde ich mich an deiner Stelle mit dem Thema befassen. Egal nochmals. Diesmal wirklich.
      2 1 Melden

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Herzlich willkommen. Wir haben uns heute versammelt, um über die Ereignisse der letzten sieben Internetz-Tage zu palavern. Die Traktanden-Liste ist auch heute wieder sehr sehr sehr ein bisschen lang. Aber keine Sorge: in durchschnittlichen 52 Minuten sollten wir mit der Bilderflut durch sein und können uns dann in der Kommentarspalte über ebendiese austauschen, Ergänzungen, Anregungen, und ja, vielleicht sogar auch ein #Lina4weindoch einbringen.

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