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Bild: AP/KOREA POOL

Opfer des Koreakonflikts

«Das wird unser erstes und zugleich letztes Wiedersehen»

Die Szenen sind rührend und traurig zugleich: Dutzende alte Menschen fallen sich in die Arme, weinen, lachen, halten sich fest an den Händen - zum ersten Wiedersehen seit 60 Jahren. 

20.02.14, 15:38 20.02.14, 15:52

82 Südkoreaner trafen am Donnerstag 180 Angehörige aus dem Norden, die meisten hatten sich zuletzt während des Korea-Kriegs (1950-53) gesehen. Die meisten Teilnehmer waren über 80 Jahre alt. Das Wiedersehen im nordkoreanischen Feriengebiet Kumgang war für viele von ihnen fast zu aufregend: Zwei Südkoreanerinnen brachen zusammen und mussten die Reise in der Ambulanz zurücklegen. Andere wurden auf Tragen zu dem Treffen gebracht.

«Ich glaube, wenn ich ihr Gesicht sehe, werde ich glauben, dass ich träume.»

Nach einer ersten Zusammenkunft und einem gemeinsamen Abendessen sollten am Freitag privatere Treffen folgen. In einer zweiten Runde soll dann am Sonntag eine Gruppe von knapp 360 Südkoreanern nach Nordkorea gebracht werden. Der Koreakrieg endete mit einem Waffenstillstand, zwischen beiden Ländern gibt es keinen Friedensvertrag. Bis heute sind direkte Briefwechsel oder Telefongespräche nicht möglich. 

Benimmregeln für Angereiste

Die nordkoreanischen Teilnehmer waren leicht zu erkennen: Die Frauen trugen klassische Trachten, die Männer dunkle Anzüge – und alle zusammen Anstecknadeln mit den früheren Staatsführern Kim Il Sung und Kim Jong Il. Unter ihnen waren der südkoreanischen Regierung zufolge auch zwei Fischer, die in den 1970er Jahren nach Nordkorea verschleppt worden waren. 

«Das wird unser erstes und letztes Wiedersehen.»

Die Südkoreaner verbrachten die Nacht zuvor in einem Hotel der östlichen Hafenstadt Sokcho, wo sie von Regierungsvertretern kurze Lektionen über das richtige Verhalten erhielten – vor allem wurden sie angewiesen, politische Themen zu meiden. Länger als über ihr Benehmen hatten sie jedoch über die richtigen Mitbringsel nachgedacht. Die meisten entschieden sich für Medikamente, Lebensmittel, Dollars sowie für Fotos von früher und heute. 

Vor seiner Abfahrt nach Nordkorea sorgte sich der 81-jährige Kim Dong Bin, ob er seine ältere Schwester überhaupt erkennen werde. «Ich glaube, wenn ich ihr Gesicht sehe, werde ich glauben, dass ich träume», sagte er. So gross die Freude über die Wiederaufnahme der Familienzusammenführungen ist – die Zeit für weitere Treffen drängt: Derzeit stehen allein in Südkorea mehr als 70'000 Bewerber auf der Warteliste, aber allein im vergangenen Jahr starben 3800 der Wartenden, ohne ihre Angehörigen wiedergesehen zu haben. Auch Kim Dong Bin machte sich keine Illusionen, dass er seine Schwester aus Pjöngjang ein weiteres Mal treffen wird. «Das wird unser erstes und letztes Wiedersehen», sagte der 81-Jährige. (whr/sda)

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Brikne, 20.7.2017
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