Gesellschaft & Politik
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Nationalratsvizepraesidentin Christa Markwalder waehrend der Debatte ueber die Revision des

Ungewollt im Fokus: Christa Markwalder von der FDP. Bild: KEYSTONE

«Ich finde das jenseits!» – Markwalder überwirft sich mit ihrer Vertrauensperson von der Lobbying-Agentur



Die Lobby-Affäre rund um die FDP-Nationalrätin Christa Markwalder geht in die nächste Runde. Und sorgt bei den Beteiligten – das sind nebst Markwalder die PR-Firma Burson-Marsteller und Kasachstan – für Nervosität. Christa Markwalder distanziert sich nun mit klaren Worten von Marie-Louise Baumann von Burson-Marsteller, ihrer ehemaligen Parteifreundin. 

Markwalder sagt, sie habe nicht gewusst, dass das Wort Menschenrechte auf Drängen der Kasachen aus ihrer Interpellation gestrichen worden sei. Sie sei in dieser Sache naiv gewesen, habe aber nicht davon profitiert, so Markwalder zum «Tages-Anzeiger». Sie kenne die verantwortliche Person der Kommunikationsagentur schon lange und habe ihr Vertrauen geschenkt, sagt Markwalder. «Das war ein Fehler, noch einmal würde ich einen solchen Vorstoss nicht einreichen, schon gar nicht, wenn ich alle Hintergründe kennen würde», sagt Markwalder. Und: «Ich habe erst vom Journalisten erfahren, dass eine Agentur für diese Fragen eine Rechnung in Kasachstan gestellt hat. Ich finde das jenseits!»

Das Logo der PR- Kommunikationsagenture Burson-Marsteller AG am Mittwoch, 6. Mai 2015 in Zuerich. Ein kasachischer Politiker soll laut der NZZ ueber 7000 Franken fuer eine Interpellation im Schweizer Parlament bezahlt haben, die von Burson-Marsteller verfasst und von der Berner FDP-Nationalraetin Christa Markwalder eingereicht wurde.  (KEYSTONE/Anthony Anex)

Die PR-Firma sagt, sie habe stets transparent informiert. Bild: KEYSTONE

Der Krach zwischen Burson-Marstellers Marie-Louise Baumann und Markwalder soll gestern im Bundeshaus gemäss der NZZ zu krimiartigen Szenen geführt haben. Demnach wollte die SP eine Interpellation einreichen, um Baumann die Akkreditierung zur Wandelhalle des Bundeshauses zu entziehen. Das habe man aber gelassen, weil Baumann offenbar über Beweise verfüge, die zeigen, dass Markwalder über alle Hintergründe ihrer verkauften Interpellation im Bild war. Deshalb sei die SP zurückgekrebst, um Markwalder hinsichtlich ihrer Wahl  zur Nationalratspräsidentin 2016 nicht zu beschädigen. Dies, weil Markwalder in Europafragen der SP nahe stehe. 

FDP-Präsident Müller reagiert

Burson-Marsteller widerspricht Markwalder in der heutigen NZZ.  Man habe über den kasachischen Auftraggeber «immer offen und transparent informiert». Zur Frage, ob Markwalder auch über die Details der Entstehungsgeschichte der Interpellation informiert worden sei, sagt CEO Matthias Graf zur NZZ: «Auch bezüglich Inhalt des Mandats sowie des Rahmens unserer Aktivitäten waren wir transparent.» Man sei aber noch mit der Aufarbeitung des Falls beschäftigt.

Indes hat Philipp Müller, der Präsident der FDP, auf die Affäre reagiert. Gemäss dem Artikel hat er seine Parlamentarier aufgerufen, vorsichtiger zu sein bei Lobbyisten. 

Philipp Mueller, Praesident FDP. Die Liberalen Schweiz, spricht anlaesslich der Nomination zu den Staenderatswahlen der FDP des Kantons Obwalden, im Singsaal, in Kerns, am Donnerstag, 30. April 2015. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Für Philipp Müllers Partei, die im Aufwind ist, ist die ganze Affäre ein kleiner Dämpfer. Bild: KEYSTONE

Wie denkst du über die Markwalder-Affäre?

(thi/feb)

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