DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die türkische Notenbank in Ankara.
Die türkische Notenbank in Ankara.Bild: EPA/EPA

Der Kampf der türkischen Notenbank gegen Staatschef Erdogan

13.09.2018, 15:1313.09.2018, 16:07

Die türkische Notenbank hat am Donnerstag ihre Unabhängigkeit demonstriert. Sie hob die Zinsen überraschend deutlich auf 24 Prozent an, obwohl sie mit dem Staatspräsidenten und erklärten Zinsgegner Recep Tayyip Erdogan einen mächtigen Gegenspieler hat.

Viele Investoren hatten den Verdacht gehegt, dass er eine kräftige Zinserhöhung, mit der der Lira-Verfall gestoppt werden soll, verhindern könnte. Auch weil die Notenbank Vertrauen von internationalen Anlegern verspielt hat, ist das Land in eine Währungskrise geschlittert. Es folgt ein Überblick, wie die Zentralbank dieses Jahr agiert hat und wie Erdogan dazu steht:

6. Mai

Erdogan verspricht, nach der Präsidentenwahl im Juni für niedrigere Zinsen und weniger Inflation zu sorgen.

23. Mai

Die Notenbank stemmt sich zunächst mit einer kräftigen Zinsanhebung gegen den Kursverfall der Landeswährung. Sie hebt den Schlüsselsatz von 13.5 auf 16.5 Prozent an.

7. Juni

Die Währungshüter legen nach: Der Zins steigt um 1.25 Punkte auf 17.75 Prozent.

7. Juli

Erdogan sagt den hohen Zinsen und der Inflation den Kampf an: «Wir werden unser Land weiter voranbringen, wenn wir diese strukturellen Probleme unserer Wirtschaft lösen.»

24. Juli

Die Notenbank überrascht die Finanzmärkte auf dem falschen Fuss und lässt die Leitzinsen unverändert – trotz einer Inflation von 15.4 Prozent. Die Lira und der Istanbuler Leitindex stürzen ab.

5. September

Erdogan setzt auf ein Abebben der ausufernden Inflation. «Sie wird auf einstellige Werte fallen. Wir werden das wegstecken.» Die Verbraucherpreise waren im August um 17.9 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit Ende 2003.

13. September

Erdogan verurteilt die Arbeit der Notenbank mit deutlichen Worten und fordert eine Zinssenkung. Nur wenig später erhöhen die Währungshüter den Schlüsselsatz auf 24 Prozent und damit stärker als von Investoren erwartet. (awp/sda/reu)

Erdogans protziger Präsidentschaftspalast

1 / 16
Erdogans wahnsinniger Präsidentschaftspalast
quelle: epa / ozge elif kizil / anadolu agency
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Habeck vs. Lindner: Der Kampf um das Amt des deutschen Finanzministers wird giftig

Christian Lindner oder Robert Habeck? Im Streit um den zweitmächtigsten Mann Deutschlands mischen sich prominente Ökonomen ein.

In Unternehmen sind Finanzchefs in der Regel die Nummer zwei nach dem CEO. In Staaten ziehen die Finanzminister hinter dem Rücken der Staatschefs die Strippen. Oft ist die Nummer zwei fast so wichtig wie die Person an der Spitze; und nirgends ist sie wichtiger als in Deutschland.

Wolfgang Schäuble war während der Eurokrise der mächtigste Mann in Europa. Seine Duelle mit dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis sind legendär. Es war Schäuble, der letztlich die harte Linie gegenüber …

Artikel lesen
Link zum Artikel