Eismeister Zaugg
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
12.05.2014; Minsk; Eishockey World Championship - Schweiz - Weissrussland;
Reto Suri (SUI) (Andy Mueller/freshfocus)

Bild: freshfocus

Wundenlecken in Minsk

Eismeister Zaugg

So versuchen die Krisen-Schweizer den Lauf der Dinge zu ändern

Das Training war freiwillig, die Erklärungen zur Krise haben wir schon mehr als hundert Mal gehört. Unsere Nationalmannschaft am Tag nach der bitteren 3:4-Pleite gegen Weissrussland.



Minsk ist ein einmaliges Erlebnis. Nach Moskau, München, Stockholm, Helsinki, Zürich, Bern, Wien oder Prag sind wir schon mehrmals gefahren oder geflogen. Aber noch nie haben wir in Minsk eine WM erlebt. Ein neues Land, eine neue Stadt, neue Stadien. Die Situation der Schweizer in Minsk ist hingegen ein «Déjà-vu». Dieses Krisenszenario, diese Analyse, diese Erklärungen (oder besser: Ausreden) vor einem Spiel der letzten Chance haben wir schon unzählige Male gehört.

12.05.2014; Minsk; Eishockey World Championship - Schweiz - Weissrussland;
Damien Brunner (SUI), Andres Ambuehl (SUI) und Yannick Weber (SUI) enttaeuscht (Andy Mueller/freshfocus)

Nach dem Frust gegen Weissrussland folgen altbekannte Ausreden. Bild: freshfocus

Nur vier Siege können die Schweiz noch retten

Eine Mannschaft steckt in einer Krise. Die Schweizer haben dreimal hintereinander verloren. Wenn sie das Viertelfinale doch noch erreichen wollen, dann müssen sie nun viermal hintereinander gewinnen. Zuerst gegen Deutschland (Mittwoch, 15.45 Uhr), dann gegen Finnland (Freitag, 19.45 Uhr), anschliessend am Samstag gegen Kasachstan (19.45) und schliesslich am Dienstag gegen Lettland (15.45 Uhr).

Unsere Nationalmannschaft befindet sich also in einer ähnlichen Situation wie die Kloten Flyers nach der dritten Niederlage im Finale gegen die ZSC Lions. Es gibt allerdings einen kleinen Unterschied: In den Playoffs hat es keine weiteren Konsequenzen, wenn halt alle Partien verloren gehen. Hier in Minsk muss noch der Klassenerhalt gesichert werden. Weil der Gruppenletzte absteigt.

Sean Simpson, head coach of Switzerland national ice hockey team, speaks to the media during a media briefing of the 2014 IIHF Ice Hockey World Championships, at the Minsk Arena, in Minsk, Belarus, Tuesday, May 13, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Sean Simpson hat derzeit nicht viel zu lachen. Bild: KEYSTONE

Simpson versucht den Trott zu durchbrechen

Als Nationaltrainer hat Sean Simpson eine Wende wie damals in Zug noch nie geschafft. Nach der ersten Niederlage war mit ihm bei jedem Turnier Lichterlöschen. 2010, 2011 und 2012 bei der WM, 2014 beim olympischen Turnier. 2013 brauchte es keine Wende. Da verloren wir erst das Finale.

Sean Simpson versucht hier den Lauf der Dinge durch eine Veränderung der täglichen Routine zu verändern. Er sagt: «Wenn du gewinnst, dann achtest du darauf, dass alle Abläufe immer gleich bleiben.» Nun hat er den täglichen Trott verändert. Das Training war heute freiwillig. Nur acht Spieler waren auf dem Eis: Die Torhüter Leonardo Genoni und Robert Mayer, die Verteidiger Tim Ramholt, Dean Kukan sowie die Stürmer Etienne Froidevaux, Benjamin Plüss, Thomas Rüfenacht und Victor Stancescu. 

13.05.2014; Minsk; Eishockey World Championship - Training Schweiz;
Assistenztrainer Patrick Fischer trainiert mit sechs Feldspielern und zwei Torhuetern in der Trainingshalle auf Eis (Andy Mueller/freshfocus)

Das Schweizer Trainingsgrüppchen ist am Dienstag überschaubar. Bild: freshfocus

«Alle haben in dieser Saison 50, 60 Spiele bestritten. Jeder kennt das System. Ein Eistraining ist nicht mehr nötig. Wichtig ist jetzt, den Kopf durchzulüften.» Sean Simpson sagt, dass alles getan werde, was man tun könne. Videositzungen, Gespräche. Die Spieler seien auch ohne die Trainer gruppenweise zu Gesprächen zusammengesessen. Es sei eine gute Gruppe.

Defensive Probleme und Hochmut führen zum Absturz

Aber es geht nicht nur um die täglichen Gewohnheiten. Es geht auch um die schlechten Gewohnheiten auf dem Eis. Patrick Fischer, in Lugano Bandengeneral und hier Assistent von Sean Simpson, sagt: «Wir haben in Stockholm bis auf das Finale in einem Spiel nie mehr als zwei Gegentreffer kassiert. Gegen die USA waren es drei. Unsere Defensivleistung ist das Problem.»

Es ist spielerischer Hochmut, der zu diesen schlechten Gewohnheiten geführt hat. Der Jahrhunderterfolg WM-Silber hat etwas in den Köpfen der Spieler verändert. In einzelnen Spielsituationen haben sie zu oft die offensive, die riskante Lösung gewählt. Nicht den risikolosen Pass und die defensive Absicherung. Bei dieser Grundeinstellung wird eine Mannschaft zerbrechlich wie Glas. Störfaktoren, die ein Team sonst noch nicht aus dem Gleichgewicht bringen, führen plötzlich zum Absturz.

Die Schweizer haben hier ein ähnliches Problem wie der SC Bern. Der Titelverteidiger fand während der ganzen Saison nie zur defensiven Bescheidenheit und verpasste schliesslich die Playoffs. Nach dem Motto: Der meisterliche Hochmut kommt vor dem Fall. 

Switzerland's goalie Reto Berra lets the puck into his net during round group B game Switzerland vs Belarus of the IIHF International Ice Hockey World Championship in Minsk on May 12, 2014.   AFP PHOTO / ALEXANDER NEMENOV

Derzeit ein gewohntes Bild: Die Schweizer Abwehr ist geschlagen. Bild: AFP

Auch Berra und Genoni wackeln

Die Schweizer haben in den drei ersten Partien jene defensive Stabilität noch nicht gefunden, die in Stockholm das Fundament des Silber-Wunders war. Nach dem Motto: Der silberne Hochmut kommt vor dem Fall. Und Torhüter Reto Berra ist nach wie vor nicht so gut wie in Stockholm. Führt die fehlende Sicherheit von Reto Berra und Leonardo Genoni zur defensiven Verunsicherung oder destabilisiert die Lotterabwehr die Torhüter? 

Ganz grossen Torhütern gelingt es manchmal, die Wende herbeizuführen. Sagen wir es hier in Minsk neutral: Es ist eine Wechselwirkung. Was den Ausschlag gibt, bleibt offen. So wie bis heute unklar ist, was zuerst war: Das Ei oder das Huhn. 

Das könnte dich auch interessieren:

Warten auf Bolton – warum der Erfolg des Impeachments nur über ihn geht

Link zum Artikel

Die nächste Generation steht bereit – unsere U21 schlägt Nachwuchs-Gigant Frankreich

Link zum Artikel

Schnelles Denken, langsames Denken: Hast du dein Gehirn im Griff?

Link zum Artikel

Easyjet-Europachef übt Kritik an Öko-Politik: «Flugsteuern machen keinen Sinn!»

Link zum Artikel

Mustang wird zur grauen Maus (und weitere grauenhafte Relaunches der Auto-Geschichte)

Link zum Artikel

«Wir wollen eine Alternative bieten» – in Lausanne produzieren sie «Fairtrade»-Porno

Link zum Artikel

«Wales. Golf. Madrid» – Bale provoziert mit Fahnen-Jubel seinen Abgang bei Real

Link zum Artikel

Sex on the Beach? Bitch, please! Auf und Ab im «Bachelor», Folge 5

Link zum Artikel

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Warten auf Bolton – warum der Erfolg des Impeachments nur über ihn geht

48
Link zum Artikel

Die nächste Generation steht bereit – unsere U21 schlägt Nachwuchs-Gigant Frankreich

28
Link zum Artikel

Schnelles Denken, langsames Denken: Hast du dein Gehirn im Griff?

92
Link zum Artikel

Easyjet-Europachef übt Kritik an Öko-Politik: «Flugsteuern machen keinen Sinn!»

40
Link zum Artikel

Mustang wird zur grauen Maus (und weitere grauenhafte Relaunches der Auto-Geschichte)

146
Link zum Artikel

«Wir wollen eine Alternative bieten» – in Lausanne produzieren sie «Fairtrade»-Porno

112
Link zum Artikel

«Wales. Golf. Madrid» – Bale provoziert mit Fahnen-Jubel seinen Abgang bei Real

6
Link zum Artikel

Sex on the Beach? Bitch, please! Auf und Ab im «Bachelor», Folge 5

23
Link zum Artikel

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

99
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

48
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Warten auf Bolton – warum der Erfolg des Impeachments nur über ihn geht

48
Link zum Artikel

Die nächste Generation steht bereit – unsere U21 schlägt Nachwuchs-Gigant Frankreich

28
Link zum Artikel

Schnelles Denken, langsames Denken: Hast du dein Gehirn im Griff?

92
Link zum Artikel

Easyjet-Europachef übt Kritik an Öko-Politik: «Flugsteuern machen keinen Sinn!»

40
Link zum Artikel

Mustang wird zur grauen Maus (und weitere grauenhafte Relaunches der Auto-Geschichte)

146
Link zum Artikel

«Wir wollen eine Alternative bieten» – in Lausanne produzieren sie «Fairtrade»-Porno

112
Link zum Artikel

«Wales. Golf. Madrid» – Bale provoziert mit Fahnen-Jubel seinen Abgang bei Real

6
Link zum Artikel

Sex on the Beach? Bitch, please! Auf und Ab im «Bachelor», Folge 5

23
Link zum Artikel

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

99
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

48
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

72-Millionen-Vertrag! Roman Josi ist definitiv zum Roger Federer des Eishockeys geworden

Roman Josi (29) wird der bestbezahlte Schweizer Eishockeyspieler der Geschichte und einer der bestbezahlten Verteidiger der Welt.

72 Millionen Dollar in acht Jahren (bis 2028). Durchschnittlich 9.059 Millionen im Jahr. Mehr als doppelt so viel wie bisher. Eine Klausel, die einen Transfer (Trade, Expansion Draft etc.) ohne seine Zustimmung ausschliesst. Captain. Mehr ist nicht möglich. Roman Josi (29) ist der drittteuerste Verteidiger der NHL und der bestbezahlte Schweizer der Geschichte. Mehr geht nicht.

Roman Josi ist in Nashville bereits das, was Nico Hischier (20) in New Jersey werden soll: das Gesicht eines …

Artikel lesen
Link zum Artikel