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Zusammen haben sie viele Follower. Doch wieviele davon sind echt?  bild: Instagram/ _sylwina_, anjaschuschu, littlecity

Über 10'000 neue Follower über Nacht – wurde die Schweizer Bloggerszene sabotiert?

Im Sport ist es das Doping. Bei den Influencern sind es die Fake Follower. Beides ist verpönt – und schwierig nachzuweisen. Über das vergangene Wochenende wurden zahlreiche Schweizer Blogger mit Tausenden von Fake Followern überschwemmt. Die Szene ist ratlos und beteuert ihre Unschuld.  



«Am Samstagmorgen traute ich meinen Augen kaum, als ich auf meinem Instagram-Profil @valeriaslittlecity um 10 Uhr in kürzester Zeit von ca. 3’000 Followern v.a. aus Indien und der Türkei überschwemmt wurde», schreibt Valeria in ihrem Blog «Little City». Auf ihrem Instagram-Account zählt sie aktuell 19'500 Follower. Die gekauften Follower löscht Valeria nun nach und nach mit einer App. Auch Valerias Mann Adi, ebenfalls Blogger, zählte vergangenes Wochenende rund 1000 neue Fake-Profile auf seinem Account.

Valeria und Adi auf dem Instagram-Account. 

Valeria berichtet sichtlich betroffen: «Es ist ein sehr leidiges Thema, mit dem ich mich eigentlich nicht beschäftigen will. Ehrlichkeit ist mir und Adi extrem wichtig. Solche Dinge machen die ganze Branche kaputt.» Ihr Mann habe deshalb auch sein Profil @adislittlecity vorübergehend auf privat gestellt, um den Fake Followern Einhalt zu gebieten. 

«In einer Stunde kamen über 4000 Fake Follower»

Auch die Zürcher Bloggerin und Influencerin Sylwina, mit rund 53'600 Abonnenten auf Instagram, berichtete über einen ähnlichen Vorfall. «In einer Stunde kamen am Samstag über 4000 Fake Follower rein», erklärt sie. Mithilfe eines IT-Spezialisten und einer Software sei sie gerade daran, die Fake Profile zu identifizieren und anschliessend zu löschen. «Das ist extrem aufwendig. Für die IT-Arbeit von zwei bis drei Stunden muss ich bezahlen. Zwar eine überschaubare Zeit, aber dennoch sehr ärgerlich.»

Sylwina bloggt über Food, Fashion und Lifestyle-Themen. 

Sylwina ist sich sicher, dass es sich nicht um einen Zufall handelte. «Ich glaube nicht, dass es ein Bot oder Ähnliches war. Hier hat sich jemand gezielt einen bösen Streich erlaubt.» Schaden tue ihr das vor allem auch auf persönlicher Ebene. «Man wird als schlechter Mensch dargestellt, der seine Follower hinters Licht führt. Das tut schon weh», sagt sie.  

Anja Gasser, Autorin des Fashion Blogs «schuschublog.com» und Kopf hinter dem Instagram-Account @anjaschuschu, ging das Problem anders an. Auch sie wurde vergangenen Samstag auf 1000 Fake-Profile, die ihrem Account neu folgten, aufmerksam. «Ich habe sofort gemerkt, dass es sich bei den Profilen um Fakes handelt. Ich hab mich dann hingesetzt und sie alle von Hand gelöscht. Das war zwar nicht schwierig, kostet aber einfach viel Zeit.» 

Anja hat 11'100 Abonnenten auf Instagram.

Profile aus der Türkei und Indien

Woher die Fake-Profile kommen und wer sie geschickt hat, ist schwer zu ermitteln. Laut Valeria handelt es sich vor allem um Profile aus der Türkei und Indien. Auch Sylwina bestätigt: «Indien wird bei mir bei den Top-Ländern plötzlich auf Platz 6 angezeigt.» 

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So sehen die Fake-Profile aus. bild: screenshot/littlecity.ch

Laut Fabian Plüss, CEO & Founder der Marketingagentur «Kingfluencers» ist es schwierig zu ermitteln, woher oder von wem die Follower geschickt werden. «Heutzutage ist es extrem einfach und fast kostenlos, Fake Followers einzukaufen und auf ein Profil zu verschicken», so Plüss.

Auch über die Beweggründe dahinter liesse sich nur mutmassen, meint Plüss: «Sabotage der Branche könnte ein Grund sein.» Wirklich verhindern kann man die Fake Follower nicht. «Den Bloggern kann ich nur raten, die Fake-Profile direkt zu löschen.» 

Den Unternehmen, die mit Influencern zusammenarbeiten, rät Plüss zudem in Zukunft noch genauer hinzuschauen oder sich an eine Agentur zu wenden. «Sonst tappt man als Firma im Dunkeln und setzt viel Geld in den Sand.»

Rash, der sympathische Berner «Influencer», im Kreuzverhör.

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Video: watson/Nico Franzoni, Lya Saxer

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23
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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 14.12.2017 04:01
    Highlight Highlight Die Welt ist aus den Fugen.
    User Image
  • Juliet Bravo 14.12.2017 01:13
    Highlight Highlight Ich bin mit dem Tenor der Diskussion hier nicht einverstanden. Genau solche Medien sind ja offenbar heutzutage eine wichtige Propagandaschleuder – auch wenn uns die genaue Wirkung momentan vielleicht noch nicht ganz klar ist.
    Der interviewte Influencer–PRler beschwichtigt nur. Er weiss doch genau, welche Möglichkeiten diese Medien bieten. Er verkauft sie ja.
  • Blister 13.12.2017 21:28
    Highlight Highlight Ist doch egal, ob das Bots sind oder nicht. Relevant ist das für niemanden
  • Es ist Nachgerichtet 13.12.2017 19:48
    Highlight Highlight Sommerloch im Dezember?
  • Spooky 13.12.2017 19:48
    Highlight Highlight Kann mir bitte jemand von euch Jungen erklären, wo das Problem ist? (ohne Ironie)
    • öpfeli 13.12.2017 22:09
      Highlight Highlight Ich versteh es auch nicht ganz 😁
    • Spooky 13.12.2017 22:15
      Highlight Highlight Danke, öpfeli, ich fühle mich bereits nicht mehr so ganz allein ;-)
    • ShadowSoul 14.12.2017 09:47
      Highlight Highlight @Spooky (bin zwar auch nicht mehr die jüngste, aber ja.)
      Das Problem ist, dass man dann "gekaufte Fans" hat, was man ja nicht möchte. Man möchte doch, dass die Leute die einem folgen freiwillig folgen und sich dafür ehrlich für die Person interessieren. Die kommentieren und likes verteilen, nicht weil sie "müssen (gekaufte Followers), sondern weil sie es wollen.
      Was bringen dir x-tausende Followers, wenn niemand aktiv likes verteilt oder kommentiert? Und bevor man jetzt wieder anfängt "es ist nur Insta und nicht das echte Leben"...manche leben davon. Also ist es doch das echte Leben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • welefant 13.12.2017 19:12
    Highlight Highlight 🐘
    User Image
    • Slant 14.12.2017 14:48
      Highlight Highlight Do you even meme?
  • Slant 13.12.2017 18:01
    Highlight Highlight "Was ist der hohlste Traumjob der Welt? Influencer!"*

    know your audience - von hohlen für hohle

    *ist ein watson-header
  • jjjj 13.12.2017 17:14
    Highlight Highlight Ich warte auf den ersten "Influenza" Witz....
  • Rabbi Jussuf 13.12.2017 15:49
    Highlight Highlight Man sollte endlich eine nationale Beratungsstelle für traumatisierte Influencer einrichten!
    • @cyclingsimon 13.12.2017 19:47
      Highlight Highlight Snapchat Account reicht 😂

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