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Daimler-Finanzchef will mit Rückzug Platz für Jüngeren machen



Der Aufsichtsrat des Autokonzerns Daimler muss sich auf die Suche nach einem neuen Finanzchef machen. Der bisher dafür verantwortliche Vorstand Bodo Uebber hat überraschend seinen Rückzug angekündigt.

Am Sonntagabend hatte Daimler in dürren Worten mitgeteilt, dass der 59-Jährige seinen bis Ende 2019 laufenden Vertrag nicht verlängern wolle.

Uebbers Ankündigung hatte wohl auch im Konzern niemand erwartet. Erst am Montagnachmittag liess Daimler in einer ausführlicheren Mitteilung wissen: «Über seine Nachfolge wird der Aufsichtsrat zu gegebener Zeit entscheiden.» Daimler verfüge über eine Vielzahl von hervorragenden Kandidaten mit entsprechender Qualifikation.

Als Begründung nannte Uebber die vor Daimler liegende Erneuerung. «Es ist mir nicht leicht gefallen. Aber jetzt ist für das Unternehmen der richtige Zeitpunkt, auch meine Aufgaben in jüngere Hände zu legen», wird er in der Mitteilung zitiert. «Die vor uns liegende Wegstrecke mit ihren fundamentalen Veränderungen erfordert auch in der Unternehmensführung eine langfristige Kontinuität.»

Die Ankündigung trifft Daimler mitten in einer Umbauphase: Bei der Hauptversammlung im Mai 2019 sollen die Aktionäre über die neue Holding-Struktur von Daimler abstimmen. Künftig sollen drei Sparten - Autos, Nutzfahrzeuge und Mobilitätsdienstleistungen - unter dem Dach der Holding agieren. Ziel ist es, den Konzern flexibler zu machen. Ausgearbeitet wird die neue Struktur ausgerechnet in Uebbers Ressort.

Erst jüngst hatte der Aufsichtsrat entschieden: Zetsche übergibt nach der Hauptversammlung auch seine Posten an Entwicklungs-Vorstand Ola Källenius und kehrt nach zweijähriger «Abkühlphase» als Aufsichtsrat zu Daimler zurück. Dann setze man auf die «bewährte doppelte Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden als Leiter des grössten Geschäftsfelds», kündigte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff an.

Källenius wird also wie gehabt die Holding und das wichtige Pkw-Geschäft führen, für Uebber bliebe damit das Finanzressort. Zwar war Uebber immer wieder mal als Zetsches Nachfolger gehandelt worden. Doch seit der Name Källenius im Spiel ist, galt der zehn Jahre ältere Vorstand nicht mehr als heisser Kandidat für die Thronfolge.

Dass Uebber nun gehen will, hat im Umfeld des Unternehmens allerdings niemand erwartet. Der Finanzchef galt als erfolgreich, in der Finanzbranche sah man ihn als feste Bank. «Er hatte einen guten Ruf, galt als solide und zuverlässig», sagt Finanzanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. «Daimler ohne Bodo ist wie Starbucks ohne Kaffee», hiess es in einem Kommentar des Analysehauses Evercore ISI.

Uebber ist kein reines Daimler-Gewächs. Er kam nach Stationen beim Luft- und Raumfahrtkonzern DASA und dem Triebwerksbauer MTU Aero Engines 2001 zu dem Konzern als Finanzchef von DaimlerChrysler Services. Von 2003 an leitete er das Geschäft mit der Neuwagen-Finanzierung und Leasing-Angeboten und wurde 2004 Konzernfinanzchef.

Die abrupte Ankündigung erinnert etwas an den Abgang von Daimlers ehemaligem Lkw-Chef Wolfgang Bernhard. Der schmiss im Februar 2017 völlig überraschend hin, wurde allerdings tags darauf von seinen Aufgaben freigestellt - im Gegensatz zu Uebber, der seinen Posten zunächst weiter innehaben wird. Nur die Wortwahl des Aufsichtsratschefs klingt ähnlich: Er danke Bodo Uebber für dessen langjährige erfolgreiche Arbeit und respektiere die persönliche Entscheidung, liess Bischoff am Montag mitteilen. (sda/awp/dpa)

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