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Freitag, du geile Sau! 

Bild: shutterstock

Eine Liebeserklärung.



Es. Ist. Freitag, meine Herrschaften. AHHH YEAH!

Ich liebe Freitag. So richtig. Könnte man ihn heiraten, wir hätten zusammen ein Vorstadthäuschen, einen VW Golf und einen Labrador. Ehrlich wahr.

Freitag ist die Vorband, die sich als besser herausstellt als der Hauptact. Freitags passieren Dinge, die nicht geplant waren, weil man nicht wusste, ob man überhaupt noch raus mögen würde – und dann erwacht man «samstagmorgens» um 15.50 und denkt: War da ein nackter Australier auf dem Frauenklo in der Bar? Oder habe ich das nur geträumt? Warum habe ich plötzlich ein Zungenpiercing und wer duscht gerade in meinem Badezimmer und singt dazu «Sierra Madre del Sur»?

Samstag ist der Streberbruder, das Lieblingskind, the teacher's pet. Da macht man Dates ab und Partys und sonst wichtige Sachen, oft schon drei Wochen im Voraus, weil ja alle mittlerweile eine sooooo volle Agenda haben. Samstag geht an die HSG, trägt Poloshirts mit hochgeschlagenem Kragen und Mokassins von Timberland und trinkt Hendrick’s Gin mit Gurke und Pfeffer. Samstag weiss, dass er hübsch und beliebt ist und er hat 5498 Freunde auf Facebook, die alle auch Mokassins tragen und sehr viel Gel in den Haaren haben.

Freitag aber ... Freitag ist der kleine, dicke Bruder, der auch mit 40 noch Freude dran hat, an Poolparties Arschbomben zu machen, auch wenn alle anderen schick angezogen mit einem Cüpli in der Hand dekorativ rumstehen und Konversation machen.

Lieber Freitag, du geile Sau!

Ich verliebe mich immer wieder von neuem in dich, auch wenn du anstrengend bist und lang und bestimmt der Gesundheit nicht wirklich zuträglich.

Ich liebe dich, obwohl ich deinetwegen immer wieder blaue Flecken davon trage und meine Leber ob deiner schieren Erwähnung zu zittern beginnt.

Ich liebe dich auch, wenn ich am Abend einfach zuhause bleibe, mich aufs Sofa werfe, absolut rein gar nichts tue oder bereits um 10 ins Bett gehe und dem Wecker mit Schadenfreude den Stinkefinger entgegenstrecken und ihm sagen kann: Not today, asshole, not today!

Und dann gebe ich dir, lieber Freitag, in Gedanken einen dicken Kuss auf deine Speckwange und die Welt ist so in Ordnung, wie sie’s halt nur an einem Freitag sein kann.

Es ist Freitag, meine Herrschaften.

HIGH FIVE!

Yonni Meyer

Yonni Meyer (35) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
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