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So viele offene Stellen wie noch nie im Schweizer Arbeitsmarkt

14.12.2021, 11:30
Bild: KEYSTONE

Der Schweizer Arbeitsmarkt ist auf dem Erholungspfad: Es gibt mehr Beschäftigte als vor der Pandemie und es sind so viele Stellen offen wie noch nie. Immer mehr Unternehmen kämpfen damit, ihre Vakanzen zu besetzen.

Konkret lag die Beschäftigung im dritten Quartal dieses Jahres 0.9 Prozent über dem Vorkrisenniveau, wie dem am Dienstag publizierten Monitor Schweiz der Credit Suisse zu entnehmen ist. Für 2022 rechnet die Bank gar mit einem Beschäftigungswachstum von 1.2 Prozent.

Insbesondere seit dem Frühling 2021 ist die Anzahl ausgeschriebener Stellen wieder gestiegen und erreichte im dritten Quartal ein Rekordhoch. Für die Arbeitgeber ist es aufgrund der hohen Beschäftigung schwieriger geworden, offene Arbeitsplätze zu besetzen.

Vor allem in der IT-Branche, den Architekturbüros, der chemisch-pharmazeutischen Industrie und im Maschinenbau macht sich der Fachkräftemängel gemäss CS-Ökonomin Emilie Gachet bemerkbar. Aber auch im Gesundheits- oder Sozialwesen ist zu spüren, dass es mehr offene Stellen gibt als Jobsuchende.

Umorientierung in der Gastrobranche

In der Gastronomie ist die Arbeitsmarktanspannung zwar kleiner. Dies berücksichtige aber nicht, dass viele aus dem Gewerbe sich während der Pandemie umorientiert hätten.

Gemäss einer Umfrage sind 18 Prozent der Beschäftigen aus der Gastronomie mittlerweile in einer anderen Branche tätig. Zum Vergleich: Über alle Branchen hinweg haben sich 9 Prozent aller Arbeitnehmenden umorientiert.

Die Rekrutierungsschwierigkeiten führen zudem zu Lohndruck. Die CS-Ökonomen gehen von einem nominalen Lohnwachstum von 0.8 Prozent aus. Aufgrund der erwarteten Inflation wird aber mit leicht sinkenden Reallöhnen gerechnet.

Die Pandemie schürt nach wie vor Unsicherheit, wobei die Zertifikatspflicht insbesondere auf die Gastronomie Einfluss ausübt. Gemäss CS-Ökonom Claude Maurer sind die Auswirkungen auf die Wirtschaft im Allgemeinen aber mit jeder neuen Corona-Welle kleiner geworden. (aeg/sda/awp)

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Caligula
14.12.2021 13:06registriert Dezember 2015
Klar können die Unternehmen ihre Vakanzen nicht besetzen, wenn sie einen 20 Jährigen, mit Doktortitel, 10 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet suchen und ihn mit 4000 Franken im Monat abspeissen wollen.
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Knacker
14.12.2021 12:27registriert Juni 2020
Etwas das damit zusammenhängen könnte:
Für viele offene Stellen wird ein Uniabschluss gefordert, obschon die Tätigkeit auch von einem mit Berufslehre, einigen Jahren Erfahrung auf dem Gebiet und darauf spezalisierte Weiterbildung tadellos ausgeübt werden könnte.
Arbeitgeber die auf Uniabschluss beharren, als ob es der heilige Gral wäre, stellen sich damit selbst ein Bein, wenn sie eine Stelle nicht besetzen können.
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The Destiny // Team Telegram
14.12.2021 11:40registriert Mai 2014
"Immer mehr Unternehmen kämpfen damit, ihre Vakanzen zu besetzen."
Das ist nicht nur in der Schweiz so, aber mehr als der Mindestlohn liegt nicht drin also können die Firmen warten bis sich ihre vakanzen schliessen.
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