DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Geflügelpest in Deutschland

Vogelgrippe-Virus erstmals in Europa bei Wildvogel nachgewiesen



Das aus Asien eingeschleppte Vogelgrippevirus H5N8 ist in Europa erstmals ausserhalb der Nutztierhaltung nachgewiesen worden. Im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wurde der Erreger in einem Wildvogel gefunden.

Der Verdacht verdichte sich, dass Wildvögel das Virus verbreitet haben könnten, teilten die Behörden am Samstag in Schwerin mit. Die Geflügelpest ist auch für Menschen potenziell gefährlich.

«Wir müssen jetzt von einem europaweiten Seuchengeschehen sprechen.»

Krickente

Krickentenweibchen. Bild: Mathias Schäf

Eine Krickente sei im Landkreis Vorpommern-Rügen im Rahmen der Überwachung der Geflügelpest gezielt geschossen worden, erklärte Minister Till Backhaus – deutlich ausserhalb des Risikogebiets, das 50 Kilometer rund um einen Seuchenbetrieb in Heinrichswalde liegt. 

Dort war die Vogelgrippe Anfang November in einem Truthahnbetrieb ausgebrochen. Rund 31'000 Mastputen wurden getötet, nachdem rund 2000 Tiere verendet waren.

«Wir müssen jetzt von einem europaweiten Seuchengeschehen sprechen», sagte Backhaus. Zum Schutz der Nutztierbestände müsse Geflügel nun in ganz Mecklenburg-Vorpommern in den Ställen bleiben.

Geflügel soll in Ställen untergebracht werden

Auch der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt riet dazu, Hausgeflügel vorsorglich in Ställen unterzubringen und weitere Hygienemassnahmen einzuleiten, um Infektionen vorzubeugen.

«Unklare Krankheits- oder Todesfälle müssen schnellstmöglich untersucht und bei Verdachtsfällen dem jeweils zuständigen Veterinäramt gemeldet werden», sagte Schmidt in Berlin.

Tausende Enten in den Niederlanden getötet

Wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe in den Niederlanden ordneten derweil die Behörden die Tötung tausender Enten an. In der Gemeinde Barneveld sollten «als Vorsichtsmassnahme» etwa 8000 Tiere geschlachtet werden, teilte das Wirtschaftsministerium am Samstag mit. 

Grund sei, dass der Betrieb von einem aus einer infizierten Anlage kommenden Lastwagen angefahren worden sei. Zuvor war in zwei niederländischen Geflügelzuchtbetrieben das Virus vom Typ H5N8 nachgewiesen worden.

Zehntausende Tiere wurden bereits getötet. In einer weiteren Anlage wurde ebenfalls Vogelgrippe nachgewiesen, der Virustyp war aber unklar. Zwei weitere Betriebe wurden auf Vogelgrippe untersucht. 

2003 starben über 400 Menschen

Die Vogelgrippe hatte sich zuletzt in Deutschland, den Niederlanden und Grossbritannien ausgebreitet. Das nun in Europa aufgetauchte Virus H5N8 war zuvor nur aus Asien bekannt.

Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, kann für die Tiere tödlich sein. Bestimmte Stämme können auch bei Menschen eine Erkrankung auslösen. Der Virustyp H5N1 tötete seit seinem ersten Auftreten im Jahr 2003 mehr als 400 Menschen, die meisten von ihnen in Südostasien. Mehr als 170 Menschen starben zudem seit dem vergangenen Jahr am Vogelgrippevirus H7N9. (sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

IPS in Österreich und Deutschland füllen sich – für die Schweiz ist das kein gutes Zeichen

«Die Lage ist zunehmend dramatisch», sagt ein österreichischer Arzt über die Situation in Wien. Auch die Schweizer Zahlen der letzten Tage verheissen nichts Gutes für die kommenden Wochen.

Seit Mitte Februar steigen die Fallzahlen in Österreich und Deutschland wieder an, inzwischen spricht man von einer dritten Welle.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Mit einiger zeitlicher Verzögerung steigen nun auch die Schweizer Fallzahlen wieder an – der Blick nach Deutschland und Österreich könnte also als Grundlage für Entscheide über nötige Massnahmen in der Schweiz dienen.

Mit der üblichen Verzögerung von rund vier Wochen begannen in Österreich auch die Todesfälle wieder zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel