Gesundheit
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Schweizer lieben die Sonne, versuchen sich zu schützen – und bekommen am häufigsten Hautkrebs

Dass Sonne der Haut schadet, wissen die meisten Menschen. Trotzdem bleibt Hautkrebs vor allem in der Schweiz ein grosses Problem. Eine internationale Studie zeigt, wo noch immer Nachholbedarf herrscht. Ein Überblick in 10 Punkten.



1. Drei Viertel der Schweizer finden gebräunte Haut sexy

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Bild: shutterstock

Schweizer verbinden mit der Sonne in erster Linie positive Eigenschaften: 72 Prozent assoziieren den Begriff «Gesundheit», ganze 94 Prozent denken an «Energie». Ausserdem finden 77 Prozent der Schweizer gebräunte Haut sexy. 

Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz bei allen drei Werten weit vorne. Das hat eine Studie gezeigt, die in 23 Ländern durchgeführt wurde (siehe Infobox).

Umfragedaten:

Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag von La Roche-Posay in den folgenden Ländern durchgeführt: Australien, Österreich, Belgien, Brasilien, Kanada, Chile, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Mexiko, Norwegen, Polen, Portugal, Russland, Spanien, Schweden, Schweiz, Gross-Britannien, und USA. In jedem dieser Länder wurden 500-1000 Menschen im Alter von 15-65 befragt. Insgesamt haben 19’569 Personen an der Umfrage teilgenommen.

2. Schweizer sind Sonnencreme-Profis

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Dass man sich vor der Sonne aber auch schützen muss, ist für die meisten klar: 71 Prozent der Schweizer nutzen darum Sonnencreme. Der internationale Durchschnitt liegt gerade mal bei 59 Prozent. 

Des Weiteren tragen 42 Prozent der Schweizer eine Kopfbedeckung und 61 Prozent eine Sonnenbrille, um sich vor der Sonne zu schützen. Logischerweise bietet auch Kleidung einen gewissen Schutz für die Haut – diese Möglichkeit nutzen aber gerade mal 14 Prozent der Schweizer.

3. 88 Prozent sind sich des Risikos bewusst

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Wer sich nicht ausreichend vor der Sonneneinstrahlung schützt, steigert sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. 88 Prozent der weltweit Befragten sind sich dessen bewusst.

4. 90 Prozent Heilungschance

Ein Arzt untersucht einen Mann auf Hautkrebs am Montag, 9. Mai 2011, dem nationalen Hautkrebs Tag, in der Dermatologischen Klinik am Universitaetsspital in Zuerich. Besucher koennen sich kostenlos untersuchen lassen. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Bild: KEYSTONE

Wird ein Melanom – sprich schwarzer Hautkrebs – frühzeitig entdeckt, liegt die Heilungschance bei 90 Prozent. Jährlich werden weltweit 200'000 neue Fälle von Hautkrebs diagnostiziert. Bezogen auf die Anzahl der Fälle liegt das Melanom in Europa auf Platz neun der häufigsten Krebserkrankungen.

5. Schweiz als trauriger Spitzenreiter

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Im europaweiten Vergleich ist die Schweiz das Land mit der höchsten Hautkrebsrate. Jedes Jahr wird hierzulande bei 2400 Menschen ein Melanom festgestellt – das sind rund 6 Prozent aller Krebserkrankungen. 

6. Jeder Zweite geht zum Arzt

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Obwohl die regelmässige Kontrolle der Muttermale so wichtig ist, um ein Melanom frühzeitig erkennen zu können, hat die internationale Studie ergeben, dass bei 52 Prozent der Befragten noch nie ein Muttermal-Check durch einen Dermatologen vorgenommen wurde. 

In der Schweiz sieht es diesbezüglich etwas besser aus: Hier liegt der Wert «nur» bei 45 Prozent. Sprich: Mehr als die Hälfte der Schweizer war schon einmal bei einem Hautarzt, um die Muttermale untersuchen zu lassen.

7. Nur jeder Dritte macht den Selbsttest

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Auch die Eigenkontrolle der Muttermale ist wichtig. Und auch hier liegen die Schweizer einen Tick weiter vorne als der internationale Durchschnitt: 34 Prozent der Schweizer führen mindestens einmal im Jahr eine Eigenkontrolle durch, 47 Prozent fordern ihre Mitmenschen dazu auf.

8. Schweizern fehlt das Know-How

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In der Schweiz herrscht also eindeutig ein gewisses Bewusstsein bezüglich der Gefahren der Sonneneinstrahlung und der Wichtigkeit der Vorsorge. Problematisch ist jedoch die Tatsache, dass den Schweizern ein gewisses Know-How fehlt: Wenn es darum geht, zu wissen, welche Risiken die Sonne im Detail birgt, schneiden die Schweizer unterdurchschnittlich ab. 

So ist vielen nicht klar, dass Anzahl und Grösse der Muttermale für das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, eine Rolle spielen. Genauso wenig wissen sie, dass es wichtig ist, die Helligkeit des eigenen Hauttyps richtig einschätzen zu können.

Ausserdem sind Schweizer nicht gut darin, Warnsignale zu erkennen. Zum Beispiel wenn sich ein Muttermal im Aussehen verändert oder eines auftaucht, das anders aussieht als die anderen.

9. Ausserhalb der Ferien wird der Schutz vergessen

Nico und Claudia geniessen das schoene Wetter auf einem Ruderboot auf dem Zuerichsee in Zuerich am Montag, 9. Juni 2014. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Bild: KEYSTONE

Ein weiteres Problem, welches die Studie aufgedeckt hat, ist das Folgende: Die meisten Menschen – nämlich 80 Prozent der Befragten – versuchen sich während der Ferien ausreichend vor der Sonne zu schützen. Im normalen Alltag sieht das aber etwas anders aus: Dann denken nur noch 60 Prozent an den nötigen Sonnenschutz.

10. Die meisten Hautschäden entstehen im Kindes- und Jugendalter

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Wenn es darum geht, sich vor der Sonne zu schützen und somit Hautkrebs vorzubeugen, handeln Teenager im Alter zwischen 15 und 19 Jahren gemäss der Studie am unvorsichtigsten. Das ist insofern problematisch, als dass 80 Prozent der sonnenbedingten Hautschäden vor dem 18. Lebensjahr entstehen.

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