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«Gefährliche Wettbewerbs-Verzerrung»: Rickli kritisiert Deal zwischen Ringier, SRG und Swisscom

Die Werbeallianz zwischen Ringier, SRG und Swisscom stösst die Verleger vor den Kopf. Auch SVP-Medienpolitikerin Natalie Rickli bezeichnet den Deal als «gefährliche Wettbewerbsverzerrung».

Andreas Schaffner / Aargauer Zeitung



Ein Artikel der

Paukenschlag in der Schweizer Medienwelt. Gestern kam es an einer Sitzung des Verbands Schweizer Medien (VSM) zum Eklat. Das grösste private Medienhaus der Schweiz, Ringier, tritt per sofort aus dem Verlegerverband aus. Begründet wird der Schritt mit «unüberbrückbaren Differenzen mit einzelnen Mitgliedern im Präsidium». Die Entwicklung kommt überraschend.

Hintergrund des Streits ist eine neue Werbeallianz: Am Montag gab Ringier gemeinsam mit der SRG und dem Telekom-Unternehmen Swisscom bekannt, dasssie in der Werbevermarktung zusammenspannen wollen. Dieser Schritt, der eine geballte Kraft im Werbemarkt zur Folge hat, hat viele Verleger vor den Kopf gestossen. Einer der grössten Kritiker der SRG – Ringier mit seinen Blättern «Blick» und «SonntagsBlick» – sei gekauft worden, wurde kritisiert.

Während der «Blick» also im Rahmen der RTVG-Revision scharf gegen die SRG geschossen hat, hat Marc Walder hinter den Kulissen mit der SRG und der Swisscom den Deal verhandelt. Auch die anderen Verlagshäuser haben in den vergangenen Monaten mit der SRG und der Swisscom ähnliche Verhandlungen geführt. Immer ging es dabei aber um die Entwicklung einer gemeinsamen technischen Plattform.

Marc Walder, rechts, CEO Ringier, und Verwaltungsratspraesident Michael Ringier, links, anlaesslich der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch, 15. April 2015, in Zuerich. Ringier erwirtschaftet einen immer groesseren Teil seines Umsatzes mit digitalen Geschaeften: 2014 stieg der Digitalanteil mit 32,1 Prozent auf knapp ein Drittel. Insgesamt belief sich der Umsatz auf 988,5 Mio. Franken. Das Betriebsergebnis (EBITDA) 2014 belief sich auf 82,3 Mio. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Michael Ringier und Marc Walder haben nach dem Werbe-Deal gut lachen. Bild: KEYSTONE

Von einer Werbeallianz wurde nicht gesprochen. Man habe dann gemeinsam beschlossen, dass es eine Branchenlösung braucht. Dass nun Ringier nicht nur ausgeschert, sondern sogar einen Schritt weitergegangen ist, bezeichnet Peter Wanner, der Hauptinvestor von watson und AZ-Verleger, als «unsolidarisch». 

Peter Wanner, Verleger AZ Medien AG, am Podiumsgespraech

Verleger Peter Wanner macht die Kooperation Sorgen. Bild: KEYSTONE

Natalie Rickli wittert «Wettbewerbsverzerrung»

Auch Politiker kritisierten den Deal: SVP-Nationalrätin und SRG-Kritikerin Natalie Rickli monierte gegenüber dem Branchenportal «persoenlich.com» die Haltung von SRG und Swisscom: «Wenn sich mit der SRG und Swisscom zwei mehrheitlich staatlich finanzierte beziehungsweise dominierte Unternehmen zusammentun, kommt es zu einer gefährlichen Wettbewerbsverzerrung.»

Member of the Swiss National Council Natalie Rickli telephones while waiting at the train station of Winterthur, Switzerland, on May 21, 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally) 

Natalie Rickli, Nationalraetin SVP-ZH, telefoniert waehrend dem Warten am Bahnhof Winterthur, am 21. Mai 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Natalie Rickli kritisiert, dass staatliche Betriebe und private Unternehmen zusammenspinnen. Bild: KEYSTONE

Es geht auch um die Frage, wie viel Werbung auf den Sendern und den OnlineAngeboten der SRG künftig laufen soll. Ringier-CEO Marc Walder: «Faktisch fordert der Verband Schweizer Medien ein Werbeverbot für die SRG. Also: auch keine Werbung mehr auf deren Fernsehsendern. Dies ist eine Radikalforderung, hinter der Ringier nicht stehen kann. Deshalb treten wir mit sofortiger Wirkung aus dem Verband aus. Ich bedaure den aufgrund dieser Haltung des Verbandes unausweichlichen Austritt von Ringier.»

Deal wird ein Fall für die Weko

Tatsächlich stellt der VSM eine deutliche Forderung auf. Er befürwortet eine SRG, die das Medienangebot konzentriert. «Wir fordern jedoch nicht ein totales Werbeverbot, sondern dass sich die SRG auf ein Programm konzentriert, das gebührenfinanziert ist und sich nicht an die Bedürfnisse der Werbewirtschaft anpassen muss», sagt Verleger-Präsident Hanspeter Lebrument gegenüber der «Nordwestschweiz».

Ausserdem soll die Kommerzialisierung des Digitalangebots der SRG nicht erlaubt sein, auch nicht mittels Einbringung des SRG-Digitalangebots in Werbe- oder Datennetzwerke, wie der VSM fordert. Pikant: Der Ringier-Chef war als Mitglied des VSM-Präsidiums bei der Ausformulierung des Positionspapiers im Juni mit dabei. Den Verlegerpräsidenten hat er jedoch erst am letzten Sonntag über die geplante Werbeplattform mit der SRG und Swisscom informiert.

Das geplante Gemeinschaftsunternehmen steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Wettbewerbskommission (Weko) und des Bundesamts für Kommunikation (Bakom). Laut dem stellvertretenden Weko-Direktor Patrik Ducrey ist eine entsprechende Meldung der drei Unternehmen bereits eingetroffen. Die Weko führt dementsprechend eine Vorprüfung durch. Die Verleger prüfen weitere Schritte.

(aargauerzeitung.ch)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Der Kritiker 21.08.2015 18:08
    Highlight Highlight that's the business. freier markt, was wollen wir noch mehr?
  • Eggi 21.08.2015 17:35
    Highlight Highlight Der Hinweis auf die Interessensverflechtung von Frau Rickli wäre journalistische Pflicht. In diesem Fall sowieso: Frau Rickli vertritt hier vor allem die Interessen ihres Arbeitgebers. Wegen Goldbach wandert immer mehr Werbegeld aus der Schweiz ins Ausland, ohne dass ein Rappen rückinvestiert wird.
    Wer diese Verflechtung unterschlägt, ist Partei.
  • tomdance 21.08.2015 13:51
    Highlight Highlight Liebe Frau Rickli. Wie genau ist die SRG staatlich finanziert oder dominiert? Als ich das letzte Mal recherchierte, war die SRG eine private Gesellschaft mit einer hauptsächlichen Finanzierung durch die Gebühr, also durch das Volk. Und nicht durch sie Bundeskasse. Get your facts straight, Madame.

    Dass die Kappelers dieses Landes keine Freude an diesem Deal haben, kann ich mir vorstellen. Aber das hat nichts mit Politik zu tun, sondern ist reine Privatwirtschaft. Und das sollte eine aufrechte Volchsvertreterin transparent machen. Sonst könnte man noch auf die Idee kommen, dass hier ein Mandat missbraucht wird.
    • Jol Bear 21.08.2015 15:40
      Highlight Highlight Nun, wenn sich die SVP-Natalie zu etwas äussert, erwacht bei den Anti-SVP-Gesinnungsgenossen sofort der Abwehrreflex und verhindert jegliche Sachlichkeit. Fakt ist, dass die Gebühr ganz im Sinn einer Steuer für alle, unabhängig von Vorhandensein oder Ausmass des Konsums von SRG-Inhalten entrichtet werden MUSS. Das ist letztlich gesetzlich verordnet und beschert der SRG wesentliche Einnahmen. Eine derartige staatlich gesicherte Monopolstellung haben private Anbieter nicht. Vor diesem Hintergrund ist der SRG-Ringier- Swisscom-Deal hinsichtlich Marktverzerrung auf jeden Fall diskussionsbedürftig.
  • R&B 21.08.2015 12:54
    Highlight Highlight Natalie Rickli = Dorian Gray
  • iSoldier 21.08.2015 12:41
    Highlight Highlight Ist die süsse Frau Rickli eigentlich noch single? Würd sie gerne mal daten.
  • Donalf 21.08.2015 12:20
    Highlight Highlight Direkt Betroffene, Frau Ricklin, sollten sehr vorsichtig sein in solchen Fragen, Sie haben sich schon zu oft in die Nesseln gesetzt.
  • tower204 21.08.2015 10:13
    Highlight Highlight Liebe SRG macht doch der Frau Rickli ein Job Angebot. Mache deine Feind zum Freund und es lässt sich einfacher Leben.
    • Zeit_Genosse 21.08.2015 12:52
      Highlight Highlight beim Schawi hat es auch funktioniert....
  • kettcar #lina4weindoch 21.08.2015 08:31
    Highlight Highlight Es ist schon fast obszön, wie Rickli in der Rolle und im Kleid der Volksvertreterin ihre Arbitgeberinteressen vertritt. Ich hoffe es beschert ihr wenigstens einen dicken Bonus.
  • stadtzuercher 21.08.2015 08:10
    Highlight Highlight Rickli, die SVP-Lobbyistin der deutschen Privat-TV-Sender, die stärker in den Schweizer TV-Markt drängen wollen.
  • Mox 21.08.2015 07:28
    Highlight Highlight Es ist nicht erstaulich, dass Frau Rikli etwas gegen die neue Vermarktungsorganisation hat. Ihr Arbeitgeber, Goldbach, ist wegen der neuen Konkurrenz sicher nicht glücklich. Wie auch immer, um international mit den Groseen (google & co) mithalten zu können, ist eine gemeinsame vermarktungsorganisation sicher nicht dir blödste idee. Anstatt zu jammern, sollten die anderen CH-verleger sich überlegen einzusteigen.
    • Hans Jürg 21.08.2015 15:12
      Highlight Highlight Ist Goldbach denn ein Schweizer-Verlag? Ich dachte immer, Goldbach sei ein Ableger von einem deutschen Privatsender.
    • Mox 21.08.2015 17:12
      Highlight Highlight Goldbach ist kein CH-Medienunternehmen sondern ein Werbevermarkter, der primär in den deutschsprachigen Ländern sowie Polen aktiv ist. Mit den jammernden CH-Verleger sind Wanner, Lebrument und Co. gemeint, nicht Frau Rikli. Rikli jammert auch, aber wie gesagt, dass ist nicht weiter verwunderlich. Die CH-Verleger müssten es allerdings besser wissen. Dennoch haben sie immer noch das Gefühl, dass sie ein grösseres Kuchenstücklein bekommen können, wenn jeder seine Werbung selber vermarktet. Alleine reicht aber die Reichweite nicht aus, um international ernst genommen zu werden.
  • Marco Kistler 21.08.2015 07:26
    Highlight Highlight Da fehlt noch die Interessenbindung von Rickli (Goldbach Media).

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