Gesellschaft & Politik
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Steigende Kurs für smarte Investoren. bild: shutterstock.

Mit diesen fünf Supertrends verdienst du an der Börse Geld

Politische Krisen haben kaum Einfluss auf die Finanzmärkte. Die Ökonomen der Credit Suisse haben erforscht, worauf es ankommt.

13.06.18, 20:41 14.06.18, 06:59


Der G-7-Gipfel endet im Tumult, die Börsen eröffnen weltweit im Plus. Eine neue italienische Regierung droht mit einer neuen Eurokrise, die Anleger nehmen es mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Politisch gesehen war die Welt schon lange nicht mehr so unsicher wie heute. Trotzdem melden die Börsen rund um den Globus Höchststände.

Der Aufschwung der Weltwirtschaft dürfte sich bis mindestens 2020 fortsetzen. Das zumindest prophezeien uns die Bankökonomen, die in diesen Tagen ihre Prognosen für die zweite Jahreshälfte veröffentlichen. Die positiven Aussichten sind dabei mehr als Zweckoptimismus. Die Weltwirtschaft brummt nach wie vor im Gleichtakt und allen Handelskriegs-Drohungen zum Trotz wächst der internationale Handel ungebrochen weiter.

Was Donald Trump & Co. produzieren, ist zumindest vorläufig Lärm. Die Ökonomen der CS glauben, die relevanten Signale entdeckt zu haben. Fünf Supertrends haben sie aufgespürt. «Diese sind nicht von Zyklen abhängig», sagt Nannette Hechler-Fayd’herbe, Head of Investment Strategy & Research. «Sie dauern zwischen drei und fünf Jahren.»

Und das sind die Supertrends:

1. Wütende Gesellschaften

Populisten sind überall auf dem Vormarsch, alle Politiker versprechen, ihr Land wieder gross zu machen. Smarte Investoren kaufen daher Titel, die nationale Champions sind. Wichtig ist auch, dass sie das Vertrauen des Mittelstandes haben.

Demonstration der Pegida in Dresden. Bild: EPA/DPA

Das gilt speziell für die aufstrebenden Millenials in den Schwellenländern, beispielsweise in China. «Sie bevorzugen kleine und lokale Marken», stellt auch die «Financial Times» fest.

Ebenfalls von der weit verbreiteten Wut und dem Nationalismus profitieren Unternehmen in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung. Bevor ihr jedoch Aktien von Waffenherstellern ins Portfolio legt, solltet ihr kurz euer Gewissen konsultieren.

2. Infrastruktur

In vielen westlichen Staaten verlottern die in die Jahre gekommenen Strassen und Brücken, in vielen Schwellenländern – vor allem in Afrika – gibt es sie noch gar nicht. Wer jedoch im internationalen Wettbewerb bestehen will, kommt nicht um eine intakte Infrastruktur herum.

Überlastet und verlottert: Deutsche Autobahn an der Grenze zu Polen. Bild: EPA/PAP

Davon profitieren nicht nur die Baufirmen und ihre Zulieferer. Auch Stromerzeuger und Wasserwerke haben grosses Potenzial. Wegen der fortschreitenden Urbanisierung herrscht zudem in den Städten ein Mangel an bezahlbaren Wohnungen.

Ein besonderes Augenmerk sollte man auf Firmen werfen, die vom Ausbau des 5-G-Netzes profitieren.

3. Technologie

Mit Tech-Aktien konnte man in den letzten Jahren gar nicht anders als Geld verdienen. Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Mit der Blockchain ist eine neue Technik aufgetaucht, die grosses Potenzial besitzt.

Mehr als ein Spielzeug: Roboter an der Cebit in Hannover. Bild: EPA/EPA

Künstliche Intelligenz ist ebenfalls mehr als ein Hype. In wenigen Jahren dürften sowohl Virtual und Augmenten Reality massentauglich werden und den Tech-Unternehmen neuen Schub verleihen.

Das gilt auch für die Robotik. Speziell im Gesundheitswesen wird man die nach wie vor steigenden Kosten ohne intelligente Software nicht in den Griff bekommen.

4. Die Wirtschaft der Silberfüchse

Die Babyboomer-Generation der reichen Industriestaaten geht in Rente. Sie tut dies mit einem gut gefüllten Geldbeutel. Davon profitieren nicht nur Veranstalter von Kreuzfahrten und Hersteller von Golfschlägern. Auch E-Bikes stossen beispielsweise bei den Senioren auf wachsendes Interesse.

Golfplatz in Bad Ragaz. Senioren spielen nicht nur Golf. Bild: PHOTOPRESS

Selbst eine solide Altersvorsorge kann nicht verhindern, dass Senioren gebrechlich werden. Davon profitiert nicht nur die Pharmaindustrie. Auch der Bedarf an Lebens- und Pflegeversicherungen wird steigen, ebenso der Wunsch nach Alterswohnungen.

5. Die Millenials

Die reichen Senioren in Ehren. Für die Wirtschaft werden jedoch zunehmend die sogenannten Millenials wichtig, die Menschen im Alter zwischen 18 und 30.

Im Westen klagen wir über eine überalterte Gesellschaft. Weltweit sind jedoch die Hälfte der Menschen unter 30 Jahre alt. Das Konsumverhalten der rund zwei Milliarden Millenials wird mit Argusaugen verfolgt.

Milleinials sind optimistisch und multikulti.

In Asien lebt nicht nur der grösste Teil dieser Generation. Anders als im Westen blicken ihre Vertreter auch optimistisch in die Zukunft. Wichtig für diese Generation sind auch Themen wie saubere Energie, Elektroautos, Gesundheit und Freizeit.

Allein in China gibt es rund 400 Millionen Millenials. Davon profitieren nicht nur Alibaba und Tencent. «Ein Drittel der chinesischen Millenials gab in einer Umfrage an, dass sie mit grösster Wahrscheinlichkeit eine Schweizer Uhr kaufen werde», meldet die «Financial Times».

Fazit

Wer die Supertrends als Richtschnur seiner Anlageentscheide nimmt, liegt in der Regel besser als der Durchschnitt. «Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr damit den Markt um 3,25 Prozent übertroffen», sagt Hechler-Fayd’herbe.

Was würde ein Kind mit acht Milliarden kaufen?

Video: Angelina Graf

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Altweibersommer 14.06.2018 09:20
    Highlight Während Chinesische Millennials Schweizer Uhren kaufen, bezahlen Anerikanische erstmals horrende Studiendarlehen ab und Südeuropäische sind arbeitslos...wie sollen die denn den angebotenen Müll kaufen?
    0 0 Melden
    • Ökonometriker 14.06.2018 10:43
      Highlight Chinesische Millenials sparen meist jeden Rappen um such irgendwie eine kleine Wohnung am Stadtrand kaufen zu können. Sogar das Wasser vom Duschen wird gesammelt und zum Spülen der Toilette verwendet. Die Hypothek frisst 60% des Einkommens. Pensum reduzieren luegt nicht drin, die Kinder werden von den Grosseltern aufgezogen.

      Nur die wenigsten Chinesen sind Kinder reicher Unternehmer. Aber klar, was im Westen abgeht ist auch nicht gerade toll für unsere Generation.
      0 0 Melden
  • Ökonometriker 14.06.2018 01:51
    Highlight 1) Bankökonomen sind Geschichtenerzähler. Sie müssen Werbung für Anlageprodukte der Bank machen, die solcge 'Trends' abbilden.
    2) Über 90 Prozent der professionellen Investoren die einzelne Aktien auswählen haben in den letzten 10 Jahren den Markt nicht risikobereinigt geschlagen.
    3) daraus folgt: Überrendite wird mit Risiko erkauft
    4) erfolgreiche Investoren gehen bewusst Risiken ein, diversifizieren breit und investieren langfristig ohne gross zu handeln (und der Bank Gebühren abzuliefern). Dann kann man über die Jahrzehnte (!) schön profitieren.
    16 2 Melden
  • Martin Häfliger 13.06.2018 23:45
    Highlight Ich empfehle: investiere in Alkohol und Geberit - gesoffen und geschissen wird immer.
    21 1 Melden
  • Gohts? 13.06.2018 23:10
    Highlight Nette Inputs.

    Aber sich auf Meinungen von Personen zu stützen, die vermutlich nicht den Grossteils ihres Einkommens passiv erwirtschaften - naja.

    Immerhin scheinen sie eine tolle Glaskugel zu haben, denn die tun das Unmögliche und hellsehen den unvorhersehbaren Markt. Black Monday noch ein Begriff?
    4 5 Melden
  • Freebee 13.06.2018 22:57
    Highlight WOW, welche Einsicht! Die alte Leier Der Megatrends: Ueberalterung, Technoligie und Millennials. Die Geschichte war schon vor zehn Jahren alt! Und dafuer brauchen wir die Oekonomen Der CS???
    11 0 Melden
  • Ruffy 13.06.2018 22:30
    Highlight 2007 dachten auch alle, die Börse kennt nur noch eine Richtung. Ich wäre vorsichtig mit solchen "Tipps".
    9 0 Melden
    • bebby 14.06.2018 10:59
      Highlight Das Dümmste ist die Aussage, im letzten Jahr damit eine Outperformance erzielt zu haben. Ein Jahr hat keinerlei Aussagekraft.
      Ich denke auch, dass man gescheiter aufpasst, kein Geld zu verlieren in diesem Markt.
      0 1 Melden
  • Die_Wahrheit 13.06.2018 21:47
    Highlight Wirklich gut recherchiert Herr Löpfe! Insb. im Bereich der VR ist sehr viel Potential
    3 3 Melden
    • bebby 14.06.2018 11:00
      Highlight 😂😂😂
      1 0 Melden
  • Ton 13.06.2018 21:27
    Highlight Schon so... Habe seit einem Jahr ein paar ETFs. Die aus dem Tech- und Softwarebereich sind unterdessen +40%. Währenddessen macht das Sparkonto Minus (+0.01% Zins, -0.8% Inflation).

    Wissenswert ist dabei auch, dass die Tradinggebühren beib den CH-Banken unglaublich hoch sind mit 35.- pro Trade (Bsp. AKB, Aktienhandel am NYSE). Da ist die ausländische Konkurrenz ums Zehnfache billiger (DeGiro, TD, usw.) und bald ganz gratis (Robinhood).
    5 0 Melden
    • bebby 14.06.2018 11:06
      Highlight Unbedingt rebalancen (grosses Übergewicht in einem Sektor vermeiden)
      Beim Broker die Bonität beachten, aber die ch-Banken sind schon zu teuer..
      0 1 Melden
  • Bombenjunge 13.06.2018 21:22
    Highlight Was ist mit Rohstoffe?
    Lithium zum Beispiel. Damit bin ich extrem gut gefahren in den letzten zweieinhalb Jahren. Eigentlich geradezu grotesk gut.

    Das ist doch auch ein Mega-Trend oder nicht?
    5 2 Melden
  • Oh Dae-su 13.06.2018 21:15
    Highlight Also gerade bei Tech Aktien wäre ich ziemlich vorsichtig momentan. Viele haben parabolische Kursverläufe hinter sich und P/E Ratios jenseits von Gut und Böse. Da muss nicht viel passieren und es geht sehr rasant abwärts.
    9 0 Melden

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