Asien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Berg-Karabach: Aserbaidschan übernimmt Kontrolle über weitere Region



Der Konflikt in Bergkarabach in 10 Bildern

Aserbaidschan hat in der Konfliktregion Berg-Karabach von Armenien die Kontrolle über ein weiteres Gebiet übernommen. Die Rückkehr der Region Latschin sei ein historisches Ereignis, sagte Präsident Ilham Aliyev am Dienstag in einer Ansprache in der Hauptstadt Baku.

«Ich gratuliere dem gesamten aserbaidschanischen Volk zu diesem Feiertag», fügte er hinzu. In dem Gebiet verläuft die für die Versorgung Karabachs wichtige Hauptstrasse nach Armenien, die von russischen Friedenssoldaten überwacht wird.

Die Übergabe der zuvor von den Karabach-Truppen kontrollierten Region war Bestandteil einer vor drei Wochen zwischen Armenien und Aserbaidschan getroffenen Vereinbarung. Sie kam unter Vermittlung Russlands zustande und sieht zudem den Einsatz von fast 2000 russischen Soldaten zur Überwachung der Waffenruhe vor. In Armenien wird die Übertragung mehrerer Gebiete an den Nachbarn von vielen als Niederlage gesehen.

Aliyev zufolge sollen in den Kreis Latschin 50 000 Flüchtlinge zurückkehren, die dort ursprünglich gelebt haben. Mit Nachkommen schätzte er die Zahl auf mittlerweile 80 000 Menschen. Zudem solle eine neue Verbindungsstrasse von Karabach nach Armenien gebaut werden.

Seinen Angaben zufolge wird die Waffenruhe weitgehend eingehalten. «Der Krieg ist vorbei», sagte er. Zugleich drohte Aliyev «Kräften von ausserhalb», die versuchten, die Übereinkunft vom 9. November zu torpedieren. Wen er damit meinte, sagte er nicht. Offen gelassen wurde in der Vereinbarung über ein Ende aller Kampfhandlungen der künftige Status von Berg-Karabach.

Die bergige Region im Süden des Kaukasus ist seit Jahrzehnten zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken umkämpft. In dem neuen Krieg, der am 27. September begonnen hatte, holte sich das islamisch geprägte Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurück. Das Land sah sich dabei von der Türkei unterstützt. Das christlich geprägte Armenien sieht Russland als Schutzmacht. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Armenien gibt mehr als 120 Orte in Karabach an Aserbaidschan ab

Im Konflikt mit Aserbaidschan um die Südkaukasusregion Berg-Karabach gibt Armenien die Kontrolle über mehr als 120 Ortschaften ab.

Die armenische Regierung veröffentlichte am Montag eine Liste mit insgesamt 121 Städten und Dörfern, die in die aserbaidschanische Kontrolle übergehen. Teils hatte Armenien die Kontrolle über die Orte zuletzt bei Kämpfen verloren, teils kommt es zu einer kampflosen Übergabe.

Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan hatte in der Nacht zum 10. November unter …

Artikel lesen
Link zum Artikel