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Toggenburger High-Tech-Fläschchen gegen Doping-Betrug



Die Olympischen Spiele in Rio setzen bei den Dopingkontrollen auf ein High-Tech-Fläschchen aus dem Toggenburg. Seit russische Geheimagenten 2014 in Sotschi die Fläschchen manipulierten, ist allerdings klar: 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.

Die Berlinger & Co. AG in Ganterschwil SG ist mit ihrem Nischenprodukt «BEREG-Kit» seit bald 20 Jahren erfolgreich. Seit der Fussball-WM 1998 kommen die Anti-Doping-Fläschchen weltweit, in denen der Urin aufbewahrt wird, bei Sportanlässen zum Einsatz. Die Firma schätzt ihren Marktanteil heute auf 80 Prozent.

Auch für die olympischen Wettkämpfe in Rio, die bis zum 21. August dauern, hat Berlinger mehrere tausend Sicherheitsfläschchen geliefert. Das ausgeklügelte System gilt als manipulations- und fälschungssicher, zumindest «unter normalen, nicht kriminellen Umständen», wie die Berlinger & Co. AG festhält.

Die Fläschchen würden ständig weiterentwickelt und den neusten Kenntnissen der Industrie und den modernsten Technologien angepasst, sagt Firmensprecher Hans Klaus. Die Behälter lassen sich nur durch Zerstören des Deckels öffnen. «Unsere Experten können Manipulationen am Produkt zweifelsfrei erkennen.»

Kritische Fragen

Im Vorfeld von «Rio» sah sich die Berlinger & Co. AG mit Fragen zur Sicherheit ihres «BEREG-Kit» konfrontiert. Anlass waren Enthüllungen um einen staatlich unterstützen Doping-Betrug während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, unter anderem publiziert von der «New York Times».

Die Aussagen des ehemaligen Leiters des Anti-Doping-Labors von Sotschi waren «nicht nur für uns, sondern für die Mehrheit der Sportwelt unglaublich und machten uns sprachlos», erklärte Hans Klaus der Nachrichtenagentur sda. Spezialisten des russischen Geheimdienstes soll es gelungen sein, Fläschchen zu öffnen.

Zahlreiche Doping-Urinproben von russischen Sportlern wurden offenbar manipuliert. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA liess die Vorwürfe untersuchen, und der Mitte Juli veröffentliche «McLaren-Bericht» bestätigte die gross angelegte russische Aktion zur Doping-Vertuschung.

Wie ein Agentenroman

Der 95-seitige Bericht liest sich streckenweise wie ein Agentenroman. Hinter verdunkelten Fenster wurde im Labor nachts heimlich «gearbeitet». Dopingproben wurden durch ein faustgrosses Loch in der Laborwand gereicht. Geheimdienstleute holten die Fläschchen ab und brachten sie später geöffnet zurück.

Wie dies technisch möglich war, bleibt ein Geheimnis. «Die Spezialisten der Berlinger & Co. AG und auch jene eines zertifizierten und unabhängigen Materialprüfungs-Instituts in der Schweiz konnten die Fläschchen bisher nicht öffnen», erklärt Firmensprecher Hans Klaus. Man habe keine Schwachpunkte am Produkt festgestellt.

Der Skandal von Sotschi wirft seine Schatten bis nach Rio de Janeiro, wo ein Teil der russischen Delegation gesperrt ist. Das Thema Doping ist an den Sommerspielen omnipräsent. Mehrere Olympia-Sportlerinnen und -Sportler anderer Länder äusserten öffentlich Kritik.

Unverzichtbar

Die Fläschchen aus dem Toggenburg bleiben im Kampf gegen Doping unverzichtbar. Auch der Verfasser des Untersuchungsberichts, McLaren, äusserte an einer Medienkonferenz, dass er für die Spiele von Rio keine Probleme sehe, das Produkt einzusetzen. Die Firma Berlinger setzt alles daran, um Doping-Betrügern auch in Zukunft das Leben schwer zu machen. (sda)

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