Homosexualität
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ARCHIVBILD ZU DEN UMSTRITTENEN AEUSSERUNGEN VON BISCHOF HUONDER ZUR HOMOSEXUALITAET - Der Bischof von Chur, Vitus Huonder, links, aufgenommen an der Veranstaltung

Huonder hat ja eigentlich nichts gegen Homosexuelle, beziehungsweise, in seinen Worten «solche Menschen». Eigentlich ... Bild: KEYSTONE

«Ich will nicht verurteilen. Aber ich sage: Bitte mach es anders» – Bischof Huonder entschuldigt sich … nicht

Vitus Huonder hat eine Bibelstelle zitiert, wonach Homosexualität eine Gräueltat sei und bestraft gehöre. Nun hat sich der Bischof in einem Interview erstmals dazu geäussert. Er zeigt sich nicht im geringsten einsichtig.



Vitus Huonder hat sich erstmals zu seinen homophoben Aussagen geäussert. Er wolle sich bei allen Menschen, «die sich verletzt gefühlt haben», entschuldigen, schwurbelte der Bischof in einem Interview mit dem «Blick» – um dann zu einer wirren Rechtfertigung anzusetzen und Medienschelte zu betreiben. 

«Ich wollte zu einer sachlichen Diskussion beitragen und niemanden verletzen», sagte Huonder. Aber das verstehe halt niemand, der nicht genügend Fachwissen und Kenntnis des innerkirchlichen Kontext habe, erklärte Huonder. Der Oberhirte von Chur sagte, er habe den Vortrag rein «akademisch-theologisch» gesehen. 

Vorwurf an Medien

«Ich will nicht verurteilen. Aber ich sage: Bitte mach es anders.»

Huonder zum «Blick»

Huonder fühlt sich missverstanden – und zieht die Medien in die Verantwortung. «Die Leute haben nicht meinen Vortrag interpretiert, sondern das, was ihnen von den Medien vorgesetzt wurde.» Wer den ganzen Abschnitt lese, könne nicht sagen, er habe die Todesstrafe gefordert.

Demonstrierende an der Kundgebung unter dem Motto

Proteste gegen Huonder in St.Gallen, 2014. Bild: KEYSTONE

«Für mich als Bischof bindend»

Ein bisschen Einsicht zeigt Huonder dann doch – aber nur, was seinen Vortrag anbelangt, nicht die darin gemachten Aussagen. «Ich würde heute ausführlicher kommentieren und den ganzen Vortrag erst jemandem vorlegen», sagte der 73-Jährige. Das habe er nicht getan. Die zitierten Bibelstellen müssten zwar ernst genommen werden. «Aber sie müssen interpretiert und in unsere Zeit geholt werden.»

Unsere Zeit? Auf Homosexuelle angesprochen zeigte sich der Bischof im Interview regressiv wie üblich. Er habe mit «solchen Menschen» zu tun. Und er sehe, wie sie leiden würden. «Wenn der Katechismus der katholischen Kirche sagt, homosexuelle Menschen seien zur Enthaltsamkeit aufgerufen, dann ist das für mich als Bischof bindend.»

«Heute gibt es auch in der Schweiz Leute, die für sich Toleranz fordern, aber die Meinungs- und Glaubensfreiheit von Andersdenkenden abschaffen wollen. »

Huonders politischer Standpunkt

Huonder hatte Ende Juli bei einem Vortrag im deutschen Fulda Textstellen aus dem Alten Testament zitiert, wonach Homosexualität eine Gräueltat sei, die mit dem Tod bestraft werde. Das löste scharfe Reaktionen und Strafanzeigen aus. Zu diesem laufenden Verfahren wolle er sich nicht äussern, sagte Huonder.

Ob Bischof Huonder auch diese Bibelsprüche wortwörtlich auslegen würde?

(dwi/sda)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • G.Oreb 13.08.2015 15:06
    Highlight Highlight "Fachwissen". Interessanter Begriff.
  • beatz 13.08.2015 14:05
    Highlight Highlight Seien wir nachsichtig mit dem geistig Schwachen...
  • Newssüchtig 13.08.2015 11:48
    Highlight Highlight Alter in welchem Zeitalter ist der stehen geblieben
  • Sandokan 13.08.2015 11:12
    Highlight Highlight Das ein Kirchenmann ohne Sex ein Dasein fristen muss ist total unnatürlich und war nicht immer so in der Katholischen Kirche. Dies wurde gemacht damit die Güter nach dem Tod nicht vererbt werden konnten an die Nachkommen. Die Kirche sollte sich für wichtigeren Dingen einsetzen anstatt ein solchen Kabis rauslassen und Homosexuelle verunglimpfen. Wie wärs mit dem Grassierenden Rassismus in der Schweiz? Oder will man die Bauern oder SVP konservativen Kirchgänger nicht verlieren?
  • dracului 13.08.2015 11:02
    Highlight Highlight Psychologisch betrachtet, frage ich mich, warum Huonder so an einer Auseinandersetzung zum Thema "Homosexualität" interessiert ist? Eine Interpretation könnte sein, dass Huonder diese Frage selber beschäftigt und er durch die öffentliche Auseinandersetzung vor allem Kraft für sich selber schöpfen möchte. Viele Kirchenleute tragen einen furchtbaren und grausamen Kampf mit sich selber aus und versuchen krampfhaft nach Gottes Wort zu leben, während sie die Dämonen der Versuchung übermächtig spüren.
  • mrgoku 13.08.2015 10:05
    Highlight Highlight ist der typ so wichtig dass man ihm soviel Aufmerksamkeit schenkt? was der rauslässt ist ein absolutes no-go aber ganz ehrlich, mir doch schnuppe was der erzählt...
    • G.Oreb 13.08.2015 15:24
      Highlight Highlight Im Gegenteil. Huonder sebst ist den meisten schnuppe. Er hat mit seiner Aussage genau das Gegenteil bewirkt was er eigentlich wollte. Es hat wieder einmal eine Disskussion gegeben zim Thema Homosexualität. Und das ist gut so. Viele Menschen in der Schweiz denken heute schon "modern". Je mehr das Thema diskutiert wird je alltäglicher und akzeptierter wird es. Nur zu, soll er in der Kirche sagen was er will. Diejenigen die drin sitzen und glauben gibts in ein paar Jahren eh nicht mehr. Die jüngere Generation geht ja zum Glück nur noch für Hochzeiten und Beerdigungen in die Kirche und liest darum nur wass die Medien darüber schreiben. Und ausser der Wahlkampfzeitung der CVP & Co. sind die Meinungen eindeutig. Gut so.
  • Lumpirr01 13.08.2015 09:59
    Highlight Highlight Zwangskeuschheit führt zu einer massiven sexuellen Verklemmung, welche leider alle menschlichen Organe inkluse Gedankengänge betrifft, welche im wichtigsten menschlichen Organ namens Gehirn ablaufen.
  • Datsyuk * 13.08.2015 07:36
    Highlight Highlight Schade.. Er ist meiner Meinung nach im Glauben gefangen, der ihm nicht erlaubt, sich durch Begegnungen mit Schwulen/Lesben davon zu überzeugen, dass diese wegen ihrer Homosexualität nicht leiden müssen.
    Leiden müssen Homosexuelle eher unter Gedankengut wie dem von Herrn Huonder..
  • saukaibli 13.08.2015 07:22
    Highlight Highlight Wenn Homosexuelle leiden, dann nur weil sie dank den christlichen Kirchen und folglich von der (gläubigen) Gesellschaft geächtet werden. Glücklicherweise ist unsere säkuläre Gesellschaft inzwischen so weit, dass sie sich von solch üblen Bibelsprüchen distanziert hat. Also liebe Homos, sagt der Kirche tschüss und geniesst das Leben. Und apsopos: Wer die Bibel als Wort Gottes ansieht, hat einfach keine Ahnung. Sogar die meisten Theologen würden das verneinen. Huonder lebt in einer Fantasiewelt aus vergangenen Tagen, so etwas wie Mittelerde für religiöse Spinner.
    • Nico Rharennon 13.08.2015 11:16
      Highlight Highlight Da beleidigst du jetzt aber in einem Atemzug, Tolkien, Gandalf, die Hobbits, die Elben UND alle Fans!
      Gerade Gandalf ist weiter als die meisten religiösen Führer es je sein werden.
      Auf die Aussage von Frodo, in der Höhle von Moria, er wolle Gollum am liebsten töten, antwortet im Gandalf:"Kannst du leben geben... Dann sei auch nicht so schnell mit einem Todesurteil zur Hand!"
      Jaja Herr Huonder sollte vielleicht eher mal in den Herr der Ringe Bücher und im Sillmarillion schmöckern statt in seiner verstaubten Bibel. :-P
    • pipapo_ 13.08.2015 11:50
      Highlight Highlight Tolkien googeln, sein Gedankengut kennen lernen und erkennen wie viel die Bibel mit Herr der Ringe wirklich zu tun hat...
  • meerblau 13.08.2015 07:02
    Highlight Highlight Herr Huonder, bevor Sie Bibelstellen interpretieren und in unsere Zeit holen, müssen Sie selber in dieser Zeit angekommen sein. Dann gibts nämlich auch keine Missverständnisse beim Zitieren der Bibel, sogar ohne jegliche Kenntnisse.
  • Schreiberling 13.08.2015 06:56
    Highlight Highlight Tja Herr Huonder scheint so etwas wie der HSV der Kirche zu sein. Souverän tritt er von Fettnapf zu Fettnapf, ohne einen einzigen auszulassen. Alle hoffen der HSV steigt ab und alle hoffen dass Huonder ebenfalls gehen muss!
  • bethli 13.08.2015 06:44
    Highlight Highlight Die ganze Sache nimmt für mich groteske Formen an, wieso darf so ein zwangskeuscher Mann über sexuelle Ausrichtung urteilen, von denen er keine Ahnung hat??
    Wieso hat die Kirche immer noch eine solche Macht, dass sie scheinbar unantastbar ist (Missbrauch).
    Wie kann man heute das Zölibat noch rechtfertigen, da ja nach meinem Wissen jeder Mensch sexuelle Bedürfnisse hat?
  • Nummer 83 13.08.2015 06:29
    Highlight Highlight Dem armen Mann ist leider nicht mehr zu helfen.

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