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Macron fährt Ungeimpften heftig an den Karren – und wird dafür angegriffen

05.01.2022, 10:35
Macron äussert sich ungewohnt aggressiv.
Macron äussert sich ungewohnt aggressiv.Bild: keystone

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Ton gegenüber Ungeimpften spürbar verschärft.

«Ich habe grosse Lust, sie zu nerven, also werden wir fortfahren, dies bis zum Ende zu tun»

So zitierte ihn die Zeitung «Le Parisien» in einem Interview vom Mittwoch mit Blick auf Ungeimpfte. Grundsätzlich wolle er die Franzosen nicht nerven, aber die Gruppe derjenigen, die störrisch seien, verkleinere man so.

«Ich werde sie nicht ins Gefängnis bringen, ich werde sie nicht zwangsimpfen»

Dies sagte der Staatschef mit Blick auf die Alternative einer Impfpflicht.

Macrons Aussage löste heftige Kritik der Opposition aus. Die extrem rechte Präsidentschaftskandidatin des Rassemblement National, Marine Le Pen, nannte Macron seines Amtes unwürdig. Der Linkenpolitiker Jean-Luc Mélenchon bezeichnete die Aussage als «schockierend». Grünen-Kandidat Yannick Jadot schrieb in einem Impfaufruf, die Menschen seien Macron egal. Sozialistenchef Olivier Faure sprach von einer Aussage, die nicht auf der Höhe eines Präsidenten sei.

Alle ausführlichen Aussagen findest du hier (französosch)

Auch in Frankreichs Nationalversammlung gab es Debatten um Macrons Aussage. Erneut unterbrach die Kammer deshalb in der Nacht ihre Beratungen zur Verschärfung von Corona-Regeln für Ungeimpfte.

Regeln sollen verschäft werden

Macron hatte in seinen Ausführungen ebendiese geplanten Regeln angesprochen. Die Regierung will, dass ab Mitte Januar nur noch Geimpfte Zugang etwa zu Restaurants, Kulturstätten oder Fernzügen haben. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, ist ungewiss. Nach der Nationalversammlung muss auch der Senat als Oberhaus des Parlaments das Gesetz billigen.

Die Infektionszahlen sind in Frankreich in den vergangenen Wochen immer weiter angestiegen. Erst am Dienstag wurde mit mehr als 270 000 gemeldeten Neuinfektionen an einem Tag ein Rekordwert verzeichnet. Landesweit lag die Inzidenz, also die Zahl der Ansteckungen innerhalb einer Woche pro 100 000 Menschen, zuletzt bei mehr als 1800. (aeg/sda/dpa)

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153 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dirty Sanchez
05.01.2022 10:54registriert Mai 2019
Finde ich persönlich gut, dass er die Schraube etwas anzieht. Die Wortwahl "emmerder" ist vielleicht nicht unbedingt präsidial oder von der Academie Française empfohlen, aber man hat halt langsam die Nase voll von den Schwurblern und Impf-Mimöschen.
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Zwergli_aus_den_Bergen
05.01.2022 10:50registriert August 2021
Macron wird mir sympathisch!! Aber im Ernst: Wir schreiben nun das Jahr 2022. Langsam waren wir Braven, Vernünftigen und Geimpften einfach zu lange tolerant mit den Kuhglöcknern. Nun sollte endlich etwas gehen. Wir können uns doch einfach nicht länger durch eine störrische Minderheit bremsen lassen. Eine Minderheit notabene, welche bis jetzt keine wissenschaftlichen Fakten gegen die Covid-19-Impfung vorlegen konnte. Praktisch alle Regierungen haben für ihre (teils unterschiedlich strikten) Entscheidungen immer auf wissenschaftliche Erkenntnisse hingewiesen!!
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Pafeld
05.01.2022 11:10registriert August 2014
Herrgott nochmals, was wollen die Ungeimpften eingentlich?! Es gibt (bis auf ein paar medizinische, von Fachpersonen begründbare Einzelentscheidungen) keinen rationalen Grund, sich um diese Impfung zu foutieren. Nichtimpfen verursacht grossen Schaden und viel vermeidbares Leid. Wenn Impfverweigerer tatsächlich glauben, sie könnten sich vor allen Konsequenzen dieses Entscheids drücken und auf bedingungslose Unantastbarkeit plädieren, dann sind sie schlicht ein weiteres mal im Irrtum. Auch wenn sich die französische Opposition aufgrund der anstehenden Wahlen bei ihnen anbiedern will.
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