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Historische Pfahlbau-Überreste im Hallwilersee werden geschützt



Die prähistorischen Pfahlbauten im Hallwilersee beim aargauischen Beinwil am See werden in diesen Tagen geschützt. Die Pfahlbau-Überreste, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind, werden vor der schleichenden Zerstörung bewahrt.

Nach längeren Vorabklärungen laufen die Arbeiten für den Erosionsschutz. Der besonders gefährdete Teil der 3000 bis 6000 Jahre alten Siedlungsresten im Ägelmoos wird bis Ende November mit Vlies (Geotextil) und Kies abgedeckt, wie die Aargauer Kantonsarchäologie am Donnerstag mitteilte.

Vlies und Kies

Der Kies wird mit einem Spezial-Ponton transportiert, der einen Jalousieboden aufweist. Dieser wird über der Fundstelle geöffnet - und das Kies gleitet auf den Seeboden. So kann gemäss Kantonsarchäologie eine gleichmässige, zwischen 15 bis 20 Zentimeter dicke Kiesschicht aufgeschüttet werden.

Zuvor befreiten Forschungstaucher die Oberfläche von Schlick. Sie dokumentierten und entfernten aus dem Boden ragende Pfahlstümpfe. Die Siedlungsreste befinden sich mehr als 50 Meter vom linken Ufer entfernt im Hallwilersee.

Die Kosten für den Schutz betragen 645'000 Franken. Der Bund steuert 114'000 Franken bei, den grossen Rest finanziert der Kanton Aargau.

Zeuge der Urgeschichte

Die Arbeiten sollen das Kulturerbe Beinwil-Ägelmoos für mindestens 50 Jahre schützen und für kommende Generationen bewahren. Diese prähistorische Pfahlbausiedlung ist eine der wichtigsten archäologischen Hinterlassenschaften zur Urgeschichte des Aargaus und der Schweiz. Sie gehört zum Weltkulturerbe «Pfahlbauten rund um die Alpen» und steht somit unter internationalem UNESCO-Schutz.

Grosse Teile der Siedlungsschichten liegen bislang ungeschützt am Seegrund. Dort sind sie Strömungen, dem Wellenschlag und dem Schiffsverkehr ausgesetzt. Die schleichende Erosion führte dazu, dass wesentliche Teile der Siedlungsreste unwiederbringlich zerstört wurden. (sda)

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