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Nora Illi, Frauenbeauftragte Islamischer Zentralrat Schweiz (IZRS), diskutiert am Dienstag, 25. Mai 2010, in Zuerich. Die Podiumsdiskussion zum Thema

Der prominente Berner Imam Mustafa Memeti sieht im Burka-Verbot kein Zeichen gegen Muslime generell. Bild: KEYSTONE

«Zeichen gegen Ultrakonservative» – einflussreicher Imam stellt sich hinter das Burka-Verbot 

Der prominente Berner Imam Mustafa Memeti begrüsst den Entscheid des Nationalrats,die Burka zu verbieten. Andere Verbände wollen sich dagegen noch nicht festlegen.

KONRAD STAEHELIN / Aargauer Zeitung



Einflussreiche Vertreter der gemässigten Muslime haben den Entscheid des Nationalrats, die Burka auf nationaler Ebene zu verbieten, positiv aufgenommen. «In einer offenen Gesellschaft sollte eine Frau ihr Gesicht und damit ihre Identität zeigen. Deswegen sollten Muslime nicht negativ auf ein Verbot der Burka reagieren. Dieses stellt kein Problem dar», sagt Mustafa Memeti, Imam des Muslimischen Vereins Bern und Präsident des Albanisch Islamischen Verbands Schweiz, der «Nordwestschweiz».

«Ein Kopftuch-Verbot wäre dagegen ein Problem.»

Mustafa Memeti, Imam des Muslimischen Vereins Bern

«Ich habe Vorbehalte gegenüber der Burka; sie ist absurd. Sie ist theologisch nicht zu begründen und gehört nicht zu den islamischen Verpflichtungen. In der Schweiz lassen sich die Frauen, die sie tragen, an einer Hand abzählen. Ein Kopftuch-Verbot wäre dagegen ein Problem.»

Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, sagt: «Wir müssen diskutieren, was für einen Islam wir in der Schweiz wollen. Wenn das Parlament das Vermummungsverbot beschliesst, setzt es ein klares Zeichen gegen die Obszönitäten des politischen Islams. Es geht um mehr als ein blosses Stück Stoff, es geht um die Frauenfeindlichkeit der Salafisten.»

«Dieses Mal ist es kein Zeichen gegen Muslime, höchstens gegen Ultrakonservative.»

Mustafa Memeti, Imam des Muslimischen Vereins Bern

Keinen vor den Kopf stossen

Dass mit der SVP eine Partei hinter der parlamentarischen Initiative steht, die in der Vergangenheit mit ihren Vorstössen auch moderate Muslime gegen sich aufbrachte, spielt für einmal keine Rolle. «Ich habe diese Position vertreten, bevor die SVP sie aufgenommen hat», so Keller-Messahli. «Dass es jetzt diese Partei ist, die damit Politik macht, kümmert mich wenig.» Imam Memeti sagt: «Dieses Mal ist es kein Zeichen gegen Muslime, höchstens gegen Ultrakonservative.»

Andere Organisationen tun sich schwer, in der Burka-Frage Stellung zu beziehen und damit möglicherweise Mitglieder vor den Kopf zu stossen. Die wichtige Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) wird ihre Position erst in Kürze kommunizieren.

Auch die Schweizer Bischofskonferenz gab sich auf Anfrage unentschieden: «Zum einen ist es für das Zusammenleben in einer Gesellschaft wichtig, dass sich ihre Mitglieder zu erkennen geben. Andererseits achten wir die Religionsfreiheit. Wir haben noch keine klare Stellung bezogen; eine interne Kommission arbeitet diese aktuell aus», sagt Sprecher Walter Müller.

Auch Silvia Hofmann, Präsidentin der Schweizerischen Konferenz für Gleichstellungsfragen (SKG), sagt: «Die SKG hat sich 2005 grundsätzlich gegen Kleidungsvorschriften ausgesprochen, doch die Meinungsbildung zur Burka ist aktuell noch im Gang.»

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