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Derzeit müssen wegen Corona alle SBB-Eurocity an der italienischen Grenze bis zu 30 Minuten halten.
Derzeit müssen wegen Corona alle SBB-Eurocity an der italienischen Grenze bis zu 30 Minuten halten.
symbol-montage: keystone/wikipedia

Corona-Grosskontrollen: Italien stoppt alle SBB-Eurocity an der Grenze

Wer mit dem Zug aus der Schweiz nach Italien reist, braucht viel Geduld: Die italienischen Behörden kontrollieren sämtliche Eurocity-Züge nach der Grenze. Das Corona-Regime der Italiener sorgt für grosse Verspätungen.
06.07.2021, 05:5906.07.2021, 09:51

Ab in die Sommerferien! Tausende Schweizerinnen und Schweizer strömen derzeit Tag für Tag gen Süden. Viele davon mit dem Zug. Aber Achtung: Neben der ID muss unbedingt ein Covid-Zertifikat oder ein negativer Corona-Test sowie ein ausgefülltes Einreiseformular ins Gepäck. Denn wer denkt, die italienischen Behörden setzen die Corona-Einreiseregeln in den teils vollen Zügen nicht durch, der täuscht sich.

Vergangenen Sonntag reiste watson-User Peter mit dem SBB-Eurocity von Zürich nach Mailand. Am Bahnhof Como geriet er mit hunderten anderen Reisenden in eine Corona-Grosskontrolle der italienischen Grenzbeamten. «Der Zug wurde für 30 Minuten angehalten. Jeder Passagier musste das Impf-Zertifikat oder einen negativen Test vorweisen», so der Zürcher, der via Mailand an die Côte d’Azur reiste.

«Derzeit werden die Fahrgäste aller Eurocity-Verbindungen in Italien kontrolliert.»
SBB

Die Kontrollen sind kein Einzelfall, sondern haben System: «Gemäss unserem Kenntnisstand werden derzeit die Fahrgäste aller EC-Verbindungen in Italien kontrolliert», sagt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi zu watson. Dies gilt auch für die Eurocity-Route Basel-Bern-Domodossola-Mailand.

Corona-Kontrollen führen zu grossen Verspätungen

Die ausgiebigen Kontrollen wirbeln den Fahrplan durcheinander, wie die watson-Recherchen zeigen. «Die Züge Richtung Süden treffen aktuell durch die Kontrollen der italienischen Behörden rund 15 bis 30 Minuten später in Mailand ein», so der SBB-Sprecher weiter.

Denn normalerweise dauert der Stopp in Como nur zwei Minuten statt wie jetzt 30 Minuten. Mit dementsprechend grosser Verspätung traf watson-User Peter in Mailand ein. «Zum Glück hatte ich einen grossen Zeitpuffer eingeplant, um den nächsten Zug zu erwischen. Das dürfte aber nicht allen Passagieren so ergangen sein.» Die SBB weisen im Onlinefahrplan die Passagiere nun explizit darauf hin, dass wegen der Einreiseregeln mit «verlängerten Reisezeiten» zu rechnen ist.

Stichproben im Regionalverkehr

In den Regionalzügen nach Italien werden Stichproben durchgeführt.
In den Regionalzügen nach Italien werden Stichproben durchgeführt.
Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Nicht betroffen sind offenbar die grenzüberschreitenden Tilo-Regionalzüge von Locarno/Lugano nach Mailand. Laut dem Dekret der italienischen Regierung seien – im Gegensatz zu Eurocity-Verbindungen – auf den S-Bahnen nur stichprobenartige Kontrollen vorgesehen.

Dies gilt auch für die Regionalzüge der BLS, die von Brig nach Domodossola verkehren. «Uns sind keine Grosskontrollen bekannt», sagt BLS-Sprecher Stefan Locher zu watson.

Übrigens: Wer gegen die italienischen Corona-Einreisevorschriften verstösst, muss laut ADAC mit einer Geldstrafe zwischen 400 und 3000 Euro rechnen. Auch die Weiterfahrt kann untersagt werden. Auf Anfrage konnten die Bundesbahnen nicht sagen, ob bereits fehlbare SBB-Passagiere aus den Eurocity-Zügen gewiesen worden sind. Eine entsprechende Anfrage bei den italienischen Behörden ist pendent.

Zollverwaltung büsst hunderte Personen

Im Gegensatz zu den italienischen Behörden stoppt das Schweizer Grenzwachtkorps keine Eurocity-Züge, die von Italien in die Schweiz fahren. Denn Personen mit gültigen Einreisepapieren können auf diesem Weg ohne jegliche Corona-Restriktionen in die Schweiz einreisen. Ausser, sie kommen aus einem Corona-Risikogebiet.

Die am 23. Juni erlassene Verordnung des Bundesrates zum Personenverkehr setzt auf Eigenverantwortung. «Das Grenzwachtkorps agiert mit risikobasierten Kontrollen und ist im Rahmen seines Auftrags an den Grenzübergängen präsent», sagt Tabea Rüdin, Mediensprecherin der Eidgenössischen Zollverwaltung EZV. Stelle man im Rahmen dieser Kontrollen Personen aus Staaten oder Gebieten mit «besorgniserregenden Virusvarianten» fest, kontrolliere man die erforderlichen Nachweise. Diese führen aber nicht alle Leute mit. Seit dem 8. Februar 2021 bis zum 27. Juni 2021 sei im Rahmen der Kontrollen bezüglich Einhaltung der Covid-Massnahmen an der Grenze vonseiten der EZV bei rund 2300 Personen ein fehlender negativer Test festgestellt worden. «Davon wurde etwa jede fünfte Person gebüsst», so Rüdin.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

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