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Gegen die Walliser SVP-Politik: Demonstranten am Samstagnachmittag in Sitten.
Gegen die Walliser SVP-Politik: Demonstranten am Samstagnachmittag in Sitten.Bild: KEYSTONE

Dieser Walliser Lehrer bietet der SVP die Stirn – und 1000 Menschen folgen ihm

1000 Menschen haben am Samstag in Sitten friedlich gegen Wahlplakate der SVP protestiert. Die Menge folgte einem Aufruf eines einzelnen Lehrers, der die Politik von Bildungsminister Oskar Freysinger kurz vor den Walliser Staatsratswahlen nicht mittragen will.
18.02.2017, 18:4218.02.2017, 18:43

Bei der Demonstration auf der Place du Scex in Sitten gab es keine Reden, aber Applaus für das Engagement des Lehrers, Yannick Délitroz. Nach einer Schweigeminute sangen die Demonstrierenden die Walliser- und die Nationalhymne.

Lehrer Yannick Délitroz: «Schämen Sie sich, meine Herren».
Lehrer Yannick Délitroz: «Schämen Sie sich, meine Herren».Bild: KEYSTONE

Das Wallis wolle keine diskriminierende Politik mehr, es wolle vorwärts gehen, offen sein, hielt Délitroz in seinem Aufruf von Ende Januar fest. Sein Text mit dem Titel «Schämen Sie sich, meine Herren» machte in den sozialen Medien schnell die Runde. Er kritisiert darin Wahlplakate, auf denen die SVP mit dem Slogan «Le Valais d'abord!» – «Das Wallis zuerst!» wirbt.

«Wenn es diese Botschaft ist, die die Walliser Schule verbreiten muss, dann rebelliere ich offiziell»

Darauf wird etwa eine weinende Mutter gezeigt, die «ihre Miete nicht mehr bezahlen kann» während der Staat «650'000 Franken pro Monat für Mieten von Migranten» zahle. Ein weiteres Plakat zeigt einen Bauern, der «eure Teller füllt, während seiner bald leer ist».

SVP-Nationalrat Jean Luc Ador präsentiert die umstrittene Plakatkampagne seiner Partei. 
SVP-Nationalrat Jean Luc Ador präsentiert die umstrittene Plakatkampagne seiner Partei. Bild: KEYSTONE

Die Kampagne hinterlasse den Eindruck, dass die «menschliche Misere bei uns weniger miserabel wäre, wenn das Wallis sich nicht um die menschliche Misere der Flüchtlinge kümmern würde», kritisiert Délitroz. Er zielt mit seiner Kritik vor allem auf den Walliser Staatsrat Oskar Freysinger, der das Bildungsdepartement führt.

«Wenn es diese Botschaft ist, die die Walliser Schule verbreiten muss, dann rebelliere ich offiziell», schrieb der Lehrer weiter. Zwar wollte er am Samstag keine Anti-Freysinger-Demo anführen. Doch zahlreiche Demonstranten gaben der sda-Journalistin zu Protokoll, dass sie an der Demonstration seinen, um gegen Freysinger und die Politik der SVP zu protestieren. (wst/sda)

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