Gesundheit
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Auch viele jüngere Menschen fühlen sich öfters allein. bild: shutterstock

Allein unter vielen

Noch mehr als die hohe Zahl überrascht, welche Alterskategorie am meisten unter Einsamkeitsgefühlen leidet: Es sind die Jungen. Eine alleinerziehende Schweizer Mutter lässt in ihr Leben blicken.

andreas hiersbrunner & benjamin Rosch /
schweiz am wochenende



«Einsamkeit wird oft tabuisiert, weil sie als persönliches Versagen angesehen wird.»

Michael Harr, Pro Senectute

Das Wichtigste in Kürze

Ein Drittel der Bevölkerung leidet an Einsamkeit. Das belegt der diese Woche publizierte Baselbieter Gesundheitsreport. Doch noch mehr als die hohe Zahl überrascht, welche Alterskategorie am meisten unter Einsamkeitsgefühlen leidet: Es sind die Jungen. Eine alleinerziehende Mutter lässt in diesem Beitrag in ihr Leben blicken – und Experten nehmen Stellung zu den Problemen, die das Alleinsein stellt.

Florence

Manchmal braucht es wenig, und dann ist das Gefühl da. Eben noch hat Florence mit ihrem Sohn dagesessen und Lieder gesungen. Bis sie keine mehr wusste. Und schon war da wieder diese Leere, diese Ohnmacht. «Es sind Attacken», sagt Florence. «Diese Momente, in denen ich einfach ins Leere starre. Ich heule vielleicht zwei Stunden. Bis mir langweilig wird. Dann gehe ich in die Küche und mache weiter.»

Die junge Frau sitzt auf dem Sofa in ihrer grosszügigen Wohnung. Florence wirkt zart mit ihrer hellen Haut und ihren grossen Augen. Sie heisst eigentlich nicht so, aber der richtige Name soll nicht in der Zeitung stehen.

Einsamkeit kann vieles sein, hat mit Scham zu tun, mit Schuldgefühlen und damit, andere nicht vor den Kopf stossen zu wollen. Vor allem aber kann es jeden treffen. Neueste Zahlen zeigen: Rund ein Drittel der Bevölkerung fühlt sich manchmal einsam, Frauen häufiger als Männer. In Städten ist das Problem grösser als auf dem Land.

Wenn ein Tag dem anderen gleicht.

Die Stimme von Florence ist ruhig, als sie ihre Geschichte der vergangenen Monate erzählt.

Nur kurze Zeit nach der Trennung von ihrem Partner merkte Florence: Sie war schwanger. Als ihr Sohn zur Welt kam, nahm sie fünf Monate Mutterschaftsurlaub. «Das war ein Fehler», sagt sie heute. Schnell begannen sich die Basler Wintertage zu gleichen. Aufstehen, fürs Kind sorgen, ins Bett gehen. Fertig.

Florence war isoliert. Dabei war das Alleinsein für sie lange kein Problem gewesen: Bis in die Schwangerschaft unternahm sie lange Reisen, war in Asien, Afrika, Amerika. Sie kam dabei gut ohne Begleitung aus.

Ihr Sohn turnt auf Florence herum, sie muss kurz lachen und streicht ihm über den Kopf. Er ist etwas mehr als ein Jahr alt.

«Es war keine reale Einsamkeit, ich war ja nicht alleine. Aber ich hatte niemandem, mit dem ich irgendwas teilen konnte.» Florence vergleicht das Gefühl mit einer Krankheit, «auch wenn das vielleicht völlig übertrieben klingt.»

Allein unter Leuten

Sie habe schon mit anderen Leuten sprechen können über ihre Gefühle. «Aber wenn wir ehrlich sind, betrifft es sie ja doch nicht.» Sie hätte jemanden gebraucht, der ihr etwas abnimmt, der mal übernimmt oder aufzeigt, wie es in Zukunft weitergehen könnte. «Dem halt auch mal ein Lied in den Sinn kommt, wenn mir die Ideen ausgehen.»

An Florence blieb alles hängen. In den schwersten Momenten wurde ihr das besonders bewusst. «Einmal musste ich mit meinem Kind ins Spital, es ging ihm schlecht.» Die ganze Zeit habe sie neben seinem Bett verbracht, weg konnte sie nie. In der Aufregung hatte sie nichts für sich eingepackt gehabt und sie wusste nicht, wen sie um einen Botendienst bitten sollte. Drei Tage trug sie die gleiche Unterhose, drei Tage waren die Augen schwarz wegen der Schminke.

Mit der Geburt fiel die ausgleichende Freizeit weg: Die Abende mit Freunden in einer Bar natürlich, aber auch nur ein kurzes Bad im Rhein. «Dabei fehlt mir das nicht einmal besonders. Ich vermisse es, mich auszutauschen und über Sorgen und Ängste zu reden.»

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Manchmal heult sie zwei Stunden, bis ihr langweilig wird. Dann nimmt Florence ihr Leben wieder auf. symbolbild: shutterstock

Florence hat einige Freunde und auch eine Familie. Aber echte Anteilnahme spürte sie nicht. So kam es vor, dass sie sich mitten unter Leuten einsam fühlte. Vorwerfen mag sie das niemandem, und schon gar nicht möchte sie zur Belastung werden. Einsamkeit, das wird deutlich, ist für Florence auch Erschöpfung. «Ich kenne nicht so viele andere Alleinerziehende. Bei Familien ist es so, dass sie mich vielleicht auch nicht immer als drittes Rad am Wagen dabei haben wollen. Also bin ich an den Wochenenden oft alleine.»

Viele sind einsam

Florence ist weder ein Einzel- noch ein Extremfall. Auch wenn mit dem Thema Einsamkeit viele das Bild einer älteren Person assoziieren, deren Bekannte wegsterben: Florence passt besser zum statistischen Durchschnitt.

Die aktuellsten Zahlen zur Thematik sind im Baselbieter Gesundheitsreport enthalten. Er ist diese Woche erschienen. Die Daten basieren auf der Schweizerischen Gesundheitsbefragung und wurden 2017 erhoben. Das Ausmass ist krass.

Wer alleine lebt, ist statistisch häufiger einsam. Einen grossen Anteil bilden Einelternhaushalte mit Kind, aber selbst Paare mit Kind und ohne gaben oft an, unter Vereinsamung zu leiden. Wobei die Leiterin der Baselbieter Gesundheitsförderung, Irène Renz, einschränkt: Im Baselbiet sei mit 888 Personen nur ein Minimum an Leuten befragt worden, was die Aussagekraft relativiere – bekanntlich war der Kanton im 2017 im Sparmodus. Trotzdem: Das Baselbiet steht besser da (33,8 Prozent) als der Schweizer Durchschnitt (38,6 Prozent).

In Basel-Stadt datieren die jüngsten Zahlen von 2012. Ein Vergleich ist nur bedingt möglich. Dennoch lässt sich sagen: Einsamkeit ist in der Stadt weiter verbreitet als auf dem Land. Von den befragten Frauen gaben 45 Prozent an, Einsamkeitsgefühle zu kennen. «Aus der Psychologie weiss man, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede geben kann, wann Menschen Einsamkeit verspüren», kommentiert Kantonsarzt Thomas Steffen.

Bei vielen Männern scheint die Gruppenzugehörigkeit am Arbeitsort oder im Verein wichtig zu sein, um sich nicht einsam zu fühlen. Frauen helfen enge zwischenmenschliche Kontakte besonders gegen Einsamkeitsgefühle. «Allerdings», fügt Steffen an, «muss man hier ausdrücklich vor geschlechterspezifischen Stereotypen warnen». Jeder Mensch verspüre das Phänomen Einsamkeit in seiner ureigenen Weise.

Mahlzeitenservice – nur damit jemand vorbeikommt

Gerne hätten wir noch eine andere Person vorgestellt, eine ältere Frau aus der Agglomeration. Bereitwillig hatte sie Auskunft gegeben, froh, mit jemandem reden zu können. Dann änderte sie schlagartig ihre Meinung. Ihre Familie hatte ihr dazu geraten. Niemand gibt gerne zu, dass sich jemand aus dem direkten Umfeld im Stich gelassen fühlt. Einsamkeit bleibt gerne unsichtbar.

Einen Blick für die Einsamkeit älterer Leute in der ganzen Region hat Michael Harr, Geschäftsleiter von Pro Senectute beider Basel. Er sagt: «Wir beraten und unterstützen rund 30000 ältere Menschen in beiden Basel. Da bekommen wir mit, dass sehr viele Leute einsam sind.» Das gehe so weit, dass Leute den Mahlzeitenservice in Anspruch nähmen. Nicht weil sie nicht kochen möchten. Sondern damit jemand vorbeikomme. Pro Senectute versucht, die verbreitete Einsamkeit mit einer ganzen Palette an Angeboten von Kursen über Mittagstische bis hin zu einem Digitalcafé in Basel und ab Herbst auch im Baselbiet abzufedern.

Die neuste Aktion: Pro Senectute beider Basel ruft zum Einsenden von Geschichten unter dem Titel «Gemeinsam statt einsam» auf (www.geschichtenteilerin.ch). Damit wolle man fürs Thema Einsamkeit sensibilisieren, ein generelles Rezept dagegen gebe es aber nicht.

Harr: «Einsamkeit ist ein sehr grosses und ein sehr persönliches Problem, das in städtischen Gebieten verbreiteter ist als im ländlichen Raum.» Zudem werde die Einsamkeit oft auch tabuisiert, weil sie als persönliches Versagen angesehen werde. Man werte die eigene Person als zu wenig attraktiv und zu wenig spannend.

Auch Irène Renz, Leiterin der Baselbieter Gesundheitsförderung, antwortet auf eine entsprechende Frage: «Ja, Einsamkeit und speziell Einsamkeit im Alter ist für den Kanton ein relevantes Thema. Und es nimmt an Bedeutung zu, weil auch die Zahl der älteren Menschen zunimmt.»

Davon zeuge die wachsende Anzahl Projekte, die sich an die Bevölkerung mit Alter 65 plus richte. Als neuestes Projekt erwähnt sie «Tavolata», bei dem unter Federführung des Ebenrain-Zentrums die Gründung von Tischgemeinschaften unterstützt werden. Dabei sollen in erster Linie Senioren gemeinsam gesund kochen und essen.

Wenn Junge einsam sind

Und was ist mit dem überraschend hohen Anteil an jungen Einsamen? Renz erklärt sich das einerseits mit dem Druck, der durch die sozialen Medien wie Facebook entsteht: «Man fühlt sich einsam, wenn man zu wenige Likes erhält.» Andererseits stünden gerade alleinerziehende Mütter unter grossem Druck, alles alleine zu schaffen. Bei dieser enormen Beanspruchung sei es plausibel, dass sie sich mehr Kontakt wünschten.

In der Stadt richtet sich das Unterstützungsangebot ebenfalls mehrheitlich an eine ältere Bevölkerung. Auf Anfrage verweist das Gesundheitsdepartement auf Aktionstage wie «Alter und Gesundheit» oder «Lebensübergänge». Diese sprächen auch ein junges Publikum sehr an, sagt Kantonsarzt Steffen.

Auf die Frage, ob es auch spezifisch für jüngere Generationen Hilfe gibt, sagt er: «Wir bemühen uns, das Thema Psychische Gesundheit breit aufzunehmen, weshalb es zum Beispiel auch Angebote für Schulklassen gibt.»

Was ältere Leute und junge Mütter gemeinsam haben: Sie verfügen nicht über ein Arbeitsumfeld, in manchen Fällen wurden sie regelrecht aus diesem Netz herausgerissen.

Als Florence wieder zu arbeiten begann, ging es ihr besser. «Das soziale Umfeld im Büro ist gratis», sagt sie. Jetzt kommt die Ferienzeit, Florence bleibt in Basel. «Ich habe es mir ausgerechnet: Ich muss 42 Menüs kochen und jeden Tag ein Programm bieten.»

Florence geht oft in den Basler Zoo. «Das ärgert mich so. Ich treffe dort immer auf diese Frauengruppen und ich bin wieder alleine dort, zum siebenhunderttausendsten Mal, Gopferteckel.» Ganz plötzlich kann in solchen Momenten die Einsamkeit wieder zupacken. Florence hat in der Elternberatung einige andere Mütter kennen gelernt. Sie besucht solche Kurse wie auch das Babyschwimmen schon für ihren Sohn. Aber auch, um andere Leute kennenzulernen, denen es ähnlich geht, für den Austausch.

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    Alle Leser-Kommentare
  • marcog 08.07.2019 20:56
    Highlight Highlight ich verstehe nicht, wie viele Leute unbedingt eine eigene Wohnung möchten. Bei mir hat es etwas gedauert, aber nun habe ich ein paar coole Mitbewohner. In einer eigenen Wohnung ginge es mir wohl ähnlich wie Florence.
  • Pümpernüssler 08.07.2019 09:56
    Highlight Highlight Freundschaften müssen nunmal gepflegt werden. Das Leben ist ein stetes Geben und Nehmen.
  • simwood 07.07.2019 22:21
    Highlight Highlight Liebe alle!
    Bin eine Filmemacherin aus Luzern und bin auf der Suche nach Protagonisten für meinen Dokfilm über Einsamkeit. Falls Du bereit bist, dich mit mir über deine Einsamkeit zu unterhalten (und dies evtl. in einem späteren Zeitpunkt vor der Kamera) so melde Dich doch bei mir.
    Weitere Infos per Mail: kochsimona@hotmail.com
    Melde Dich nur, wenn Du es ernst meinst!
  • Paedu87 07.07.2019 13:58
    Highlight Highlight Ich glaube die Einsamkeit ist auch ein Symtom. Wer Stress auf der Arbeit und zu Hause mit Kids hat, dem fehlt die Energie für weitere Aktivitäten. Bei mir wird das Leben zusätzlich langweilig. MO - FR Arbeit und Kind (mit Partnerin). SA und SO Familie, Haus und administratives. Also vermisst man spannendere Zeit wo es ab und zu etwas aufregendes passiert ist - Ausgang, Fussball, Studium (Prüfungen, neue Fächer etc.). Ich denke nicht dass gemeinsames Einkaufen oder Rasen mähen grossartige Bonding-Aktivitäten sind. Also mache ich das Zeug alleine und hoffe diese Phase endet irgendwann wieder...
    • Rüebliraupe 07.07.2019 14:37
      Highlight Highlight Du ganz alleine hast es in der Hand! Ich wünsch dir viel Mut und einen guten Ausbruch aus dem Alltagstrott!
    • murrayB 07.07.2019 22:11
      Highlight Highlight Jeder ist seines Glückes Schmied...

      Im Detail liegt die Würze und für diese muss man die Augen offen halten...
  • häxxebäse 07.07.2019 13:02
    Highlight Highlight Wie wahr. Alleinerziehend sein ist manchmal erdrückend: einsamkeit und geldmangel in einem land in welchem man für alles geld benötigt, auch für das sozialleben. Ich habe irgendwie aufgehört zu existieren, habe nur noch funktioniert, hauptsache der kleine konnte sich in allem verwirklichen. Ich kann mich heute auch kaum noch daran erinnern, es ist nur das ungute gefühl an die zeit geblieben. Erst mein jetziger partner hat meine starre durchbrochen und mich zurück ins leben geholt.
  • Billiethecat 07.07.2019 12:24
    Highlight Highlight Am einsamsten habe ich mich in der Partnerschaft mit meinem Ex gefühlt. Hab mich getrennt trotz zwei kleinen Kindern und blieb 12 Jahre Single in welchen ich mich nie wieder so einsam gefühlt habe... klar fehlte mir manchmal jemand an meiner Seite, positiv aber fand ich das ich viel selber entscheiden konnte.
    Ich denke wir könnten lernen ein bisschen mehr selbst unsere Bedürfnisse zu stillen und nicht erwarten das eine Person oder Konsumgüter das übernehmen... das klappt selten und endet schlussendlich oft in Frustration. Und Frustration macht depressiv und einsam.
  • Things will be different when I take over the worl 07.07.2019 11:53
    Highlight Highlight Ich war noch nie wirklich einsam, ich bin höchst zufrieden, aber ich freue mich immer wahnsinnig, wenn eine Person im Zug, am Bahnhof oder sonst wo ein Gespräch mit mir beginnt. Meistens sind es Männer über 40. Ich finde das braucht sehr viel Mut. Diese Leute sind für mich ein Vorbild. Ich finde es richtig cool und immer sehr spannend, wenn man sich einfach traut jemanden anzusprechen und von seinem Leben erzählt, weil man das gerade braucht. Ich würde mich nicht trauen, ich hoffe aber das kommt mit dem Alter.
  • leu84 07.07.2019 11:46
    Highlight Highlight Dann bin ich nicht der einzige. Trotzdem ein schöner Sonntag
  • NiemandVonNirgendwo 07.07.2019 10:55
    Highlight Highlight Wenn ich die Kommentarspalte sehe, denke ich leider schon, das die Personen, die sich einsam fühlen, ihr Glück selber in der Hand haben.

    Gerade heute gibt es so viele Möglichkeiten. Es gibt so viele Vereine, die froh wären, wenn neue Mitglieder nach kommen.

    Aber diese Verpflichtungen, die ein Verein mit sich zieht, möchten genau einsame Personen nicht eingehen.

    Daher kommt die Frage, was wollt ihr? Ihr habt es selbst in der Hand. Aber jammern und nichts dagen unternehmen, trägt keine Früchte.
    • The Count 07.07.2019 11:18
      Highlight Highlight Danke, doch noch jemand mit Verstand hier
    • Maya Eldorado 07.07.2019 11:59
      Highlight Highlight Niemandvonnirgenddwo

      Du siehst das ein wenig einseitig.
      Natürlich ist man in einem Verein nicht allein. Aber das heisst nicht, dass man vielleicht sich trotzdem einsam fühlt.
      In einem Verein trifft man sich zu einem bestimmten Zweck oder für eine Sache.
      Man kann sich inmitten vieler Menschen sehr einsam fühlen.
      Um nicht einsam zu sein braucht es Zuwendung. Das kann man in einem Verein bekommen oder eben auch nicht.
  • Zeitreisender 07.07.2019 10:39
    Highlight Highlight Ich bin seit je ein Einzelgänger und bin glücklich damit. Was mich jedoch ziemlich ärgert ist, dass man sich dafür entschuldigen muss oder wenn man z.B. alleine ins Kino oder Essen geht, mitleidvolle Blicke kassiert. Daher bleibe ich dann lieber daheim und mache mir einen schönen Abend.
    • Forest 07.07.2019 13:00
      Highlight Highlight Ich geh sehr oft alleine essen und finde es etwas ganz normales. Bei diesem Wetter bin ich lieber draussen und hab meine Ruhe. Stell dir vor ich wurde auch alleine Geboren und gehe auch alleine Einkaufen. Um ehrlich zu sein man kann es auch alleine gut haben oder spass haben. Man kann auch alleine eine gute Zeit haben und wenn man sich lieber daheim versteckt wegen Blicke oder fremder Meinung, sorgt man eben das dieses Bild auch so bleibt.
  • Mélisande 07.07.2019 10:18
    Highlight Highlight Ich denke, es ist kein Zufall, dass es eine junge Mutter getroffen hat. Einsamkeit ist unter Müttern ein grosses Thema, besonders wenn man nicht berufstätig ist.
    Ich war gerade ein Jahr zuhause mit 2 kleinen Kindern. Ich war oft einsam, obwohl ich sehr aktiv und sozial bin, es war schwierig, echte Begegnungen zu haben.
    Früher war die Grossfamilie da für junge Eltern. Heute haben auch Grosseltern ihr eigenes Leben und wollen keine Verpflichtungen. Die Eltern müssen die ganze Verantwortung alleine tragen.

  • DemonCore 07.07.2019 10:08
    Highlight Highlight Warum die Blitze für Gawayn? Stimmt doch: Beziehungen müssen gepflegt werden. Ich lause dich, du laust mich. Und auch wenn es viele Egoisten und Zyniker nicht gerne hören: Kinder sind ein Kernelement der menschlichen Gemeinschaft. Logisch machen sie weniger einsam.
  • Rupert The Bear 07.07.2019 08:53
    Highlight Highlight Einsamer sucht Einsame zum einsamen...

    aber im Ernst, es ist wirklich ein Problem, das sicherlich auch mit der Digitalisierung verstärkt wurde. Wenn man solche Personen im Umfeld hat, dann muss man manchmal selber den ersten Schritt machen und sie einladen (teilweise fast zwingen) dass sie an Abenden/Festen/Feiertagen teilnehmen.
  • Joe924 07.07.2019 07:53
    Highlight Highlight Das Schlimme daran war, je einsamer ich mich fühlte desto eher ging ich meinen Mitmenschen auf die Nerven und isoliere mich weiter. Weil ich enttäuscht reagierte auf Absagen und allgemein anhänglich war. Zum Glück fand ich einen Ausweg, bei mir war es wohl der Selbsthass. Ein Mönch sagte mal als man ihn fragte wie er mit der Einsamkeit umginge: Ich bin nie alleine, habe immer meinen besten Freund dabei, mich.
    Das war mir vorher nie bewusst, aber ich mochte mich selbst nicht. Ich konnte die innere Stimme in mir in einen Freund verwandeln, so verschwand auch die Einsamkeit.
  • Irrlycht 07.07.2019 07:25
    Highlight Highlight Guter Artikel. Ich denke viele können sich selbst in den Zeilen wiederkennen. Es ist wichtig dass über dieses Thema ein offener Diskurs geführt wird.
  • Gawayn 07.07.2019 06:59
    Highlight Highlight Sorry nein!

    Es hat sich gegenüber früher nur etwas geändert. WIR!
    Heute soll alles bequem per Internet erledigt werden.
    Freunde Bekannte besuchen, Hobbys, wird einem lästig und gut 6 Stunden, wird vor PC und Handy verbracht.

    Ich war gut 20 Jahre Einzelgänger. Weil ich es so wollte.
    Dennoch immer für die wenigen Freunde, Familie und Verein da.

    Bis ich meine Prioritäten änderte.
    Jetzt bin ich Familienvater. Vereinstrainer.
    Mitglied in der Nachbarschaft. Habe mehr Freunde.

    Aber das wird einem nicht geschenkt.
    Dafür muss man was tun.

    Weniger jammern. Aktiver werden!

    • The Count 07.07.2019 11:24
      Highlight Highlight Der beste Kommentar bisher!
    • Gawayn 07.07.2019 12:45
      Highlight Highlight Mag sein Count
      Ich nenne die Dinge beim Namen.

      Den Blitzen nach, mögen das Viele nicht wahr haben.

      Das es so ist, kann ich nur für mich ändern.
      So wie jede(r) Andere auch...
    • The Count 07.07.2019 14:56
      Highlight Highlight Den Blitzen nach hast du bei einigen etwas ausgelöst :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Xinaka 07.07.2019 06:23
    Highlight Highlight Ich wage zu behaupten, dass Einsamkeit in der Schweiz besonders häufig vorkommt. Es ist derart schwer hier, selbst als Schweizer, in Kontakt mit Leuten zu kommen.
    Bei Florence ist vielleicht die Einsamkeit nur ein Teil des Problems, es klingt für mich nach mothering Burnout bei ihr. Natürlich wird das durch die Einsamkeit und insbesondere die fehlende Unterstützung noch verstärkt. Und wenn man ausgebrannt ist, hat man oft die Kraft gar nicht mehr, um Hilfe zu bitten. Oder überhaupt zu erkennen, wo Hilfe wirklich etwas bringen würde (das benötigt nämlich etwas Distanz zu der Sache um es zu beobachten und zu analysieren - das liegt nicht drin, wenn man völlig drin untergeht).
  • Takapuna 07.07.2019 05:26
    Highlight Highlight Alleinsein zu müssen ist etwas vom schlimmsten auf der Welt.

    Alleinsein zu dürfen ist etwas vom schönsten auf der Welt.
  • Team Insomnia 07.07.2019 03:23
    Highlight Highlight Alleine sein und einsam ist nicht das Selbe.

    Man kann von X Menschen umgeben sein und sich trotzdem einsam fühlen.

    Man kann alleine Zuhause einen Film schauen oder ein Buch lesen oder Musik hören und sich trotzdem nicht einsam fühlen.



    • fandustic 07.07.2019 10:48
      Highlight Highlight Absolut richtig und auf den Punkt gebracht👌🏻

      Und wie sagt man so schön beim alleine einen Film schauen: Wenn es ein Horrorfilm ist, dann geht es ganz schnell und du fühlst dich plötzlich nicht mehr allein😉
    • Team Insomnia 07.07.2019 20:33
      Highlight Highlight @fandustic: 👍🙂
  • Sark 07.07.2019 01:21
    Highlight Highlight Ich verstehe Florence sehr gut. Der Mutterschaftsurlaub war die einsamste Zeit meines Lebens und seither fühle ich mich öfter einsam als zuvor. Und ich bin nicht alleinerziehend. Man verliert schneller den Anschluss als man denkt, wenn sich die eigenen Lebensumstände ändern.
  • Akbal 07.07.2019 00:25
    Highlight Highlight “Zudem werde die Einsamkeit oft auch tabuisiert, weil sie als persönliches Versagen angesehen werde.”
    Das ist m.M.n. das Hauptproblem in unserer Gesellschaft. Diese ansozialisierten Scham- und Angstgefühle, welche uns blockieren und uns des Zugehörigkeitsgefühls berauben. Das kann im schlimmsten Fall in einer Depression enden, spreche aus eigener Erfahrung. Und auch da kann einen genau dieses Gefühl “versagt zu haben”, lange daran hindern, sich professionelle Hilfe zu suchen; ein Teufelskreis.
    Deshalb: Danke für den Artikel, wichtiges Thema!
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 06.07.2019 23:45
    Highlight Highlight Ich kann das gut verstehen. Man hat heute zwar viele oberflächliche Kontakte, aber verbindlich sind die kaum.

    Und an echten Freundschaften muss man auch arbeiten. Auch wenn man sich vielleicht zeitweise nur einmal im Jahr sieht... Das sind für mich oft wichtige Begegnungen, auch wenn die mir beim Treffen gehörig den Kopf waschen, was aus mir geworden ist. Echte Freunde sind so ehrlich.
  • Trouble 06.07.2019 23:29
    Highlight Highlight Ich erkenne mich zum Teil wieder. Ich bin sehr gerne alleine. Und ich habe ein solides soziales Umfeld mit sehr, sehr hilfsbereiten Freunden.
    Die Einsamkeit schlägt dann zu, wenn ich wichtige Entscheidungen treffen muss bezüglich des Kindes, welche Nicht-Alleinerziehende vielleicht nach dem Znacht diskutieren würden. Der Vater entscheidet natürlich mit, aber es ist nicht dasselbe. Der spontane Austausch fehlt. In solchen Momenten fühlt es sich an wie eine grosse Last, welche ich alleine tragen muss, weil es niemanden gibt, der weiss, wie man sie trägt. In der Verantwortung bin ich einsam.
  • Der Arbeiter 06.07.2019 23:03
    Highlight Highlight Nach meiner Scheidung (wurde übel betrogen) war ich auch alleine... sah Kinder kaum, hatte kein Geld, da ich so viel Alimente zahle, das kaum was übrig bleibt, konnte kaum raus und mir was leisten.... echt beschissen und verlor durch die Trennung viele Freunde.

    Mir half mein Job bei der Feuerwehr und Sport gegen das Gefühl. Doch es war hart am Anfang. Nach 3 Jahren ist es besser geworden. Habe viel über mich gelernt, gelesen und fand so meine innere Ruhe und Gelassenheit.
  • a-minoro 06.07.2019 22:53
    Highlight Highlight Bin jetzt Ü30 und bei mir beginnt der Weg in die Einsamkeit schleichend. Freunde / Bekannte melden sich immer weniger, man muss regelrecht dranbleiben und sich immerzu melden, damit man den Anschluss nicht verliert. Denn selber wird man immer seltener kontaktiert. Weshalb das so ist, kann ich mir auch nicht erklären. Fakt ist, dass man schneller mit Einsamkeit konfrontiert wird, als einem das lieb ist.
  • fools garden 06.07.2019 22:38
    Highlight Highlight Ich koch sehr viel und gern und lade dabei oft leute ein die ich noch eher flüchtig kenne, Männer Frauen oder Paare. Diese Einladungen kommen dann oft irgendwann zurück.
  • w'ever 06.07.2019 22:11
    Highlight Highlight wer kennt es nicht, dieses einsamkeitsgefühl.
    am schlimmsten ist es, wenn man sich in die menge begibt (wie heute das zürifäscht), dass feuerwerk anschaut, und es sich so anfühlt als wäre man allen egal.
    • The Count 07.07.2019 00:36
      Highlight Highlight Ich kenne das nicht...
    • keplan 07.07.2019 08:52
      Highlight Highlight The count toll für dich, aber sicher keine Hilfe für w'ever. Vielleicht könntest du deine Aroganz beseite legen und irgendwas produktives zum Thema beitragen.
      W'ever Ich kenn das auch, vorallem wenn ich mit "kollegen" weg muss, mit denen ich eigentlich gar nicht unterwegs sein will.
    • Ribosom 07.07.2019 09:27
      Highlight Highlight Mir persönlich sind fremde Leute wirklich egal. Klar, bei Notfällen helfe ich natürlich jedem! Aber warum soll ich jemanden ansprechen, der, wie tausende andere auch, das Feuerwerk anschauen will?
      Über die Jahre wurden meine Freunde auch weniger, alte Freunde sind verschwunden, neue dazugekommen. Aber die wenigen, die ich heute habe, sind echte Freunde.
      Aber: Man muss dafür auch was tun, Freundschaften pflegen, aktiv bleiben, ehrlich sein.
      Viele Menschen wollen oder können das nicht mehr! Darum werden sie einsam. Viele können aber auch nicht mit sich selber allein sein. Das ist ein Problem.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nurmalso 06.07.2019 22:02
    Highlight Highlight Heftig, bei mir ist es genau umgekehrt, für mich ist jeder Besucher Pflichtprogramm, selbst zu meinen Eltern geh ich nur unwillig. Früher war ich die Rampensau, immer Mittelpunkt und immer mit 10 Leuten unterwegs, heute mit 40 bin ich am liebsten alleine.
    • achsoooooo 06.07.2019 22:36
      Highlight Highlight Allein ist eben nicht das Gleiche wie einsam :/
    • Saraina 06.07.2019 23:04
      Highlight Highlight Warum, Nurmalso? Was hat sich verändert?
    • keplan 06.07.2019 23:48
      Highlight Highlight Geht mir auch so, bin zwar noch etwas jünger und nie ne Rampensau aber oft unterwegs.
      Heute bin ich lieber zuhause, als das ich weg gehe...
    Weitere Antworten anzeigen
  • KnechtRuprecht 06.07.2019 21:40
    Highlight Highlight Kann ich nachvollziehen, auch wenn meine Situation eine andere ist.
    Mit 27 habe ich meinen Traum erfüllt und wurde Auslandtechniker. Ich habe so viele geile Sachen erlebt, aber halt auch den Anschluss in der Schweiz verpasst. Beste Kollegen haben geheiratet und Kinder bekommen. Auf einmal ist alles anders. Habe seit paar Monaten wieder einen Job in der Schweiz und hocke alleine rum.
    Werde demnächst wieder einen Auslandsjob annehmen. Hier gibts nicht mehr viel für mich. Einsamkeit ist Scheisse!
    • Oban 06.07.2019 22:17
      Highlight Highlight Nicht ganz gleich, jeweils nach 8-10 Jahren komplett die Region gewechselt, jedes mal wegen Job & Beziehung. Bei Distanzen von 50-200 Km geht man nicht spontan schnell eins trinken, zudem schlüpften überall die Kinder, das führt dazu dass man sich entfernt und wieder neue Menschen finden muss. Aber als Single fühlt man sich schnell mal als 5.Rad am Wagen.
      Es gibt Tage, da könnte ich auf der Arbeit um 15 Uhr nach Hause, zögere dann weil ich Zuhause schon alles erledigt habe und keine Lust auf Abende alleine vor dem TV habe.
      Einsamkeit betrifft einen schneller als man denkt & kann belastend sein.
    • Viktor mit K 06.07.2019 22:23
      Highlight Highlight Alles Gute auf deinem Weg!
    • dontknow 06.07.2019 22:33
      Highlight Highlight Aus meiner eigenen Erfahrung: Das passiert (leider) auch ohne Auslandsjob/aufenthalt. Ich bin in etwa im gleichen Alter und habe das gleiche "Problem". Der ganze Kollegenkreis heiratet, kriegt Kinder, baut ein Häuschen etc. und ehe man sich versieht, sitzt man an den klassischen "Treffs von früher"(Feierabendbier, Stammbar, Am Wochenende, Veranstaltungen etc.) alleine da. Je länger je mehr bin ich davon überzeugt, dass Kinder der Tod für das Sozialleben der Eltern sind, bzw. sich dieses auf ähnliche Eltern/Paare beschränkt. Das kann schon fast wahnsinnig machen, wenn man selber keine Kinder will.
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Die Schweiz belegt laut Unicef-Studie bei Familienfreundlichkeit den letzten (!!!) Platz

Bei der Familienfreundlichkeit rangiert die Schweiz gemäss einer neuen Studie des Uno-Kinderhilfswerks Unicef in Europa auf dem letzten Platz. Die familienfreundlichsten Regeln und Gesetze gibt es demnach in Schweden, dahinter folgen Norwegen und Island.

Das schreibt Unicef in einem am Donnerstag in New York veröffentlichten Bericht. Ebenfalls in die Top Ten der 31 untersuchten Länder schafften es Deutschland, Estland, Portugal, Dänemark, Slowenien, Luxemburg und Frankreich. Noch vor dem …

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