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Energiekonzern Alpiq forciert rentable Geschäfte



Der Energiekonzern Alpiq will die profitablen Dienstleistungsgeschäfte bündeln, um für Investoren interessant zu werden. Der Umbau biete Chancen, hiess es am Montag in Olten. Die Stromproduktion ist weiterhin ein Verlustgeschäft.

Man wolle Strukturen für künftiges Wachstum schaffen, sagte Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin vor den Medien. Die Energielandschaft sei in einem massiven Umbruch. Man leide und werde auch in Zukunft an den tiefen Energiehandelspreisen leiden.

Daher will der Konzern sein Dienstleistungsgeschäft neu strukturieren. Neu soll es die verlustbringende «Generation Schweiz» (Stromproduktion) sowie die drei Bereiche «Digital & Commerce», «Industrial Engineering» und «Building Technologie & Design» geben. Investoren sollen sich im kommenden Jahr an den drei neuen Geschäftsfeldern mit bis zu 49 Prozent beteiligen können.

Man brauche frisches Geld, um wachsen zu könne, sagte Staiblin. Es seien «gesunde und profitable Bereiche». 80 Prozent der insgesamt 8500 Angestellten der Alpiq arbeiten derzeit in diesen Dienstleitungsgeschäften.

AKW-Rückbau und Digitalisierung

Als Wachstumsmarkt sieht Alpiq zum Beispiel den Rückbau von Atomkraftwerken. Weitere Themen sind der Kraftwerksbau, der Betrieb und Instandhaltung sowie dezentrale und umweltfreundliche Energieerzeugungssysteme.

Alpiq will auch auf die integrierte Gebäudetechnik setzen, und zwar nicht nur in der Schweiz sondern auch im benachbarten Ländern. Man habe energieeffiziente Komplettlösungen für Einfamilienhäuser, hiess es.

Das dritte Standbein konzentriert sich auf die Optimierung eigener Kraftwerke und zentraler Erzeugungseinheiten. Die Digitalisierung soll ausgebaut werden. Alpiq hat eine Plattform mit künstlicher Intelligenz aufgebaut, um etwa eine Kläranlage effizient betreiben zu können. Es geht auch die Steuerung von Industrie- und Energieanlagen.

Stromproduktion bleibt Verlustgeschäft

Ein Sorgenkind bleibt bis auf weiteres die «Generation Schweiz», zu der die Wasserkraft und die Beteiligungen an den AKW Gösgen SO und Leibstadt AG.

Die Kosten der Stromproduktion sind deutlich höher als die Grosshandelspreise. Im vergangenen Jahr fuhr die Alpiq hier einen Verlust von 108 Millionen Franken ein. Hinzu kommt noch Kosten von 42 Millionen Franken, weil das AKW Leibstadt wegen technischer Probleme länger stillstand als geplant.

Nichts Konkretes wollte die Alpiq-Chefin zum im letzten Jahr angekündigten Teilverkauf des Wasserkraftportfolios sagen. Der Konzern möchte bis zu 49 Prozent der Speicherkraftwerke an in- und ausländische Investoren veräussern.

«Wir verkaufen die Wasserkraft nicht unter Wert», sagte Staiblin. Die Werke würden in Schweizer Hand bleiben, Alpiq werde mindestens 51 Prozent behalten.

Sie machte gleichzeitig klar, dass man längerfristig an die Wasserkraft glaube. Die Grosshandelspreise könnten bis in zehn Jahren wieder steigen. Der Strom aus Wasserkraft und AKW spielt derzeit seine Produktionskosten auf dem freien Markt nicht ein. (sda)

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